Abo
  • Services:
Anzeige
So stellt sich die Bundesnetzagentur die Sicherung der Vorratsdaten vor.
So stellt sich die Bundesnetzagentur die Sicherung der Vorratsdaten vor. (Bild: Bundesnetzagentur)

Vorratsdatenspeicherung: Vorgaben übertreffen laut Eco "schlimmste Befürchtungen"

Die Stellungnahme kommt einem Totalverriss gleich. Die mittelständischen Telekommunikationsfirmen lassen kein gutes Haar an den technischen Anforderungen für die Vorratsdatenspeicherung. Vielen Firmen drohe sogar die Insolvenz.

Der IT-Branchenverband Eco hält die vorgeschlagenen Anforderungen zur Speicherung von Verbindungsdaten für kaum umsetzbar. Der Ende Mai von der Bundesnetzagentur vorgestellte Anforderungskatalog übertreffe noch "die schlimmsten Befürchtungen", heißt es in einer sechsseitigen Stellungnahme des Verbandes. "Fortwährende Sicherheitsüberprüfungen, Generierung und Löschung der Schlüssel, die Protokollierung aller Arbeitsschritte und vieles andere mehr machen einen vielfach höheren personellen und administrativen Arbeitsaufwand notwendig, als anfangs zu vermuten war", schreibt Eco und warnt: "Eine solche Dauerbelastung ist vor allem für kleine und mittlere Betreibe schlichtweg nicht zu leisten." Für viele Mittelständler werde dies "die Insolvenz bedeuten".

Die große Koalition hatte im vergangenen Jahr in Reaktion auf Terrorattacken in Europa die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Dem Gesetz zufolge ist ein "besonders hoher Standard der Datensicherheit und Datenqualität zu gewährleisten". Der Anforderungskatalog sieht unter anderem vor, dass die Daten "auf physisch gesonderten Speichereinrichtungen gespeichert werden, die von den üblichen für betriebliche Aufgaben genutzten Speichereinrichtungen getrennt sind".

Anzeige

Vieraugenprinzip und Tagesschlüssel

Sowohl bei der Herausgabe von Daten als auch bei der Wartung des Systems gilt dabei das Vieraugenprinzip. Alle Daten sollen sicher verschlüsselt werden, wobei die Bundesnetzagentur die Erstellung von Tagesschlüsseln empfiehlt. Da die Löschung der Verkehrsdaten durch Überschreiben der Speicher nicht immer zuverlässig sei, könne dies durch die Löschung der Zugangsschlüssel erreicht werden. Hersteller, Telekomfirmen und Verbände können den am 18. Mai im Amtsblatt der Behörde veröffentlichten Entwurf bis zum 1. Juli 2016 kommentieren.

  • Die grundlegenden Funktionen und Prozesse bei der Speicherung und Nutzung der Vorratsdaten (Quelle: Bundesnetzagentur)
  • Die Einzelkomponenten des Gesamtsystems zur Vorratsdatenspeicherung (Quelle: Bundesnetzagentur)
Die grundlegenden Funktionen und Prozesse bei der Speicherung und Nutzung der Vorratsdaten (Quelle: Bundesnetzagentur)


Die geplanten Vorsichtsmaßnahmen stoßen beim Eco auf scharfe Kritik. Die geforderte Umsetzung werde in jedem Unternehmen eine permanente Beschäftigung mit dem Thema zur Folge haben und selbst große Firmen vor eine "immense Herausforderung stellen". Zudem bezweifelt der Verband, der nach eigenen Angaben 900 IT-Firmen vertritt, dass die technischen Systeme bis zur vorgesehenen Umsetzungsfrist in einem Jahr schon zur Verfügung stehen. Die Hersteller wollten erst abwarten, ob die Entwicklungen tatsächlich erforderlich sind oder die Vorratsdatenspeicherung ein weiteres Mal vom Verfassungsgericht gekippt wird.

Entwickler wollen Gerichtsurteile abwarten

"Natürlich haben die Systemhersteller ihre Erfahrungen bei der ersten Version der Vorratsdatenspeicherung gesammelt und wollen jetzt nicht erneut auf den Entwicklungskosten sitzen bleiben", sagt Eco-Vorstand Klaus Landefeld. Da solche Systeme weder im In- noch im Ausland existierten, werde dies "ein nicht zu überwindendes praktisches Problem für die Anbieter und verpflichteten Unternehmen sein".

Vorratsdatenspeicherung als Mittelstandskiller 

eye home zur Startseite
SchreibenderLeser 03. Jul 2016

1. So eine Verpflichtung muss sich grundsätzlich mit positiven Gründen rechtfertigen...

ImBackAlive 24. Jun 2016

Die Prozente errechnen sich nach allen _gültig_ abgegeben Stimmen, die ungültigen fallen...

BLi8819 24. Jun 2016

Weil es keine Alternative gibt, die nicht irgendwann gegen ein eigenen Grundsatz verstö...

Snoozel 23. Jun 2016

Und deswegen ist die ganze VDS total sinnlos. Wer was zu verbergen hat kann das auch...

tingelchen 23. Jun 2016

Ich glaube du hast da was nicht verstanden. Ein hermetisch abgeriegelter raum? Was bringt...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. SOFLEX Fertigungssteuerungs-GmbH über SLP Personalberatung GmbH, Rottenburg
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  3. Esri Deutschland GmbH, Hannover, Leipzig, Kranzberg
  4. Allianz Deutschland AG, Unterföhring


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate
  2. 89,90€ + 3,99€ Versand

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  3. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation


  1. Vorstand

    Deutsche Telekom arbeitet an vielen Glasfaser-Kooperationen

  2. Festplatten

    Seagate schließt HDD-Werk und entlässt Tausende

  3. Neue Bedienungssysteme im Auto

    Es kribbelt in den Fingern

  4. Verkehr

    China investiert weiter in Hochgeschwindigkeitszüge

  5. 2016

    Bundesnetzagentur sperrt fast eine Million Elektrogeräte

  6. Sopine A64

    Weiterer Bastelrechner im Speicherriegel-Format erscheint

  7. Nach MongoDB

    Erpresser räumen auch Elasticsearch-Installationen leer

  8. Landgericht Düsseldorf

    Gericht schafft Vodafones Datenautomatik ab

  9. RT2600ac

    Synologys zweiter Router bietet 802.11ac Wave 2

  10. Google

    Pixel-Lautsprecher knackt bei maximaler Lautstärke



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button

Glasfaser: Nun hängt die Kabel doch endlich auf!
Glasfaser
Nun hängt die Kabel doch endlich auf!
  1. Fake News Für Facebook wird es hässlich
  2. Nach Angriff auf Telekom Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  3. Soziales Netzwerk Facebook wird auch Instagram kaputt machen

Western Digital Pidrive im Test: Festplatte am Raspberry Pi leicht gemacht
Western Digital Pidrive im Test
Festplatte am Raspberry Pi leicht gemacht
  1. Raspberry Pi Compute Module 3 ist verfügbar
  2. Audio Injector Octo Raspberry Pi spielt Surround-Sound
  3. Raspberry Pi Pixel-Desktop erscheint auch für große Rechner

  1. Re: nicht eher O2?

    Cok3.Zer0 | 14:03

  2. Nennen wir es Skynet oder Zylonen?

    Keridalspidialose | 14:03

  3. Re: Krieg als Anwendungszweck

    teenriot* | 14:02

  4. Re: Und wieder ein gutes Argument kontra US...

    hansenhawk | 14:02

  5. Re: Reflektions-Maschienen?

    teenriot* | 14:01


  1. 13:10

  2. 12:30

  3. 12:01

  4. 11:53

  5. 11:44

  6. 11:40

  7. 11:30

  8. 11:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel