Vom Erfolg bedroht: Der Kampf ums technische Überleben
EyeEm-App (Bild: Daniel Pook/Golem.de)

Vom Erfolg bedroht Der Kampf ums technische Überleben

Das Team des Berliner Startups EyeEm hat schlaflose Tage und Nächte hinter sich, weil der plötzliche Erfolg die Entwickler an ihre Grenzen gebracht hat. Ein Katastrophenbericht.

Anzeige

Nashville im Oktober 2012. Spätsommer in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Tennessee und Football-Saison. Die Cheerleader an einer Highschool in dem Ort feuern ihre Mannschaft an. Die Fans jubeln auf den Tribünen. Mit ihren Smartphones machen sie Fotos vom Spiel und von den tanzenden Mädchen. Ein Fan lädt seine Bilder zu einem Fotosharing-Dienst hoch, den dort kaum jemand kennt: EyeEm. Den Link schickt er per Twitter an seine Freunde. Die laden sich die App herunter und eigene Fotos hoch. Mehr Links werden geteilt. Tennessee ist im Fotosharing-Rausch.

So ungefähr muss es gewesen sein an dem Tag im Oktober 2012, als im fast achttausend Kilometer entfernten EyeEm-Büro in Berlin ein ungewöhnlich "hoher Traffic registriert" wurde, wie Startup-Mitbegründer Ramzi Rizk es nennt. Der gebürtige Libanese benutzt Wörter wie "krass" und "big", wenn er über die Nashville-Zeit redet, "zehn, elf schlaflose Tage und Nächte", in denen sein Team alles tat, "um zu überleben".

Damals deutete sich zum ersten Mal an, was passiert, wenn sich über Nacht und unvorhersehbar der Erfolg einstellt - in seiner Plötzlichkeit gefährlich wie eine Naturkatastrophe. Aus dem 2011 von Rizk und Florian Meissner, Lorenz Aschoff und Gen Sadakane gegründeten Startup wurde ein international bekanntes Unternehmen. Nashville war nur der Anfang.

Nach Nashville ist vor Instagram

Vorweihnachtszeit. Rizk sitzt im Berliner Büro. Die Feiertage will er bei seiner Familie im Libanon verbringen. Dass Konkurrent Instagram eine Änderung seiner Datenschutzrichtlinien angekündigt hat - eine Randnotiz. Mit Instagram, das von Facebook gekauft wurde, will sich EyeEm nicht vergleichen.

Dass EyeEm von den geänderten Instagram-Datenschutzrichtlinien profitieren wird, ahnt Rizk nicht. Auch einen Tag später, als die Nutzerzahlen hochschnellen, sehen die Entwickler nicht den Zusammenhang. Rizk erinnert sich: An dem Tag "habe ich eine Mail bekommen von Gen, von einem meiner Mitbegründer. Und er meinte: 'Nashville schon wieder?' Wir gucken auf den Server und merken, okay, da passiert irgendwas, aber das ist ein bisschen krasser als Nashville."

Den Instagram-Mitgliedern passen die Neuerungen des Fotosharing-Dienstes nicht. Sie lesen heraus, dass das Unternehmen ihre Bilder verkaufen wolle. Erst jetzt wird dem EyeEm-Team der Zusammenhang bewusst. "Die haben sich dann gesagt, okay, wenn ich das sehe, dann will ich nicht mehr bei Instagram sein", sagt Rizk.

Der Nutzerandrang kommt wieder aus den USA. Wenn Nashville eine Flutwelle war, dann handelte es sich jetzt um einen mittleren Tsunami, "eine Riesenwelle", wie Rizk sagt.

Zu frühe Optimierung ist die Wurzel allen Übels 

Crass Spektakel 12. Apr 2013

Ja, das Problem Premature Optimiziation kenne ich. Erinnert mich daran daß ich mal mit...

SaSi 10. Apr 2013

2000 Jahre sind vorbei, Jesus ist out - wir leben wieder in einer Zeit, wo es viele...

r3verend 10. Apr 2013

Seitdem Smartphones Einzug gehalten haben in meinen Alltag habe ich SMS mit Facebook...

drsnuggles79 30. Mär 2013

Du hast offensichtlich noch nie richtig gearbeitet...

Christo 30. Mär 2013

Man wird zu deren Seite eyeem.com geleitet. Die Bilder sind öffentlich zugänglich...

Kommentieren



Anzeige

  1. Product Manager User Interface Design (m/w)
    ATOSS Software AG, München
  2. IT Prozessowner (m/w) für easyline und TSO Application Integration Anwendungen
    Daimler AG, Stuttgart
  3. Softwareentwickler (m/w)
    Geosecure Informatik GmbH, Bonn
  4. IT-Support Mitarbeiter (m/w)
    Dürkopp Fördertechnik GmbH, Bielefeld (Home-Office)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Gericht

    Kim Dotcom muss Filmindustrie sein Vermögen offenlegen

  2. Smartphone-Markt wächst

    Samsung verkauft weniger Smartphones

  3. Internet of Things

    Kreditkartennummern und das Passwort 1234

  4. OLED-Lampen

    Allianz in Taiwan will OLED-Licht voranbringen

  5. Libreoffice 4.3

    3D-Modelle, besseres OOXML und Monster-Absätze

  6. Arbeitsspeicher

    Erste Smartphones mit Low-Power-DDR4 erscheinen 2015

  7. Wearables

    Samsung lässt sich runde Smartwatch-Designs patentieren

  8. Tinkerforge

    Linux anpassen für ein neues Prozessorboard

  9. FTTC

    Swisscom hat bereits 200.000 Vectoring-Anschlüsse

  10. Electron

    Billigrakete für Kleinsatelliten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Liebessimulation Love Plus: "Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
Liebessimulation Love Plus
"Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
  1. PES 2015 angespielt Neuer Ball auf frischem Rasen
  2. Metal Gear Solid - The Phantom Pain Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

Bluetooth Low Energy und Websockets: Raspberry Pi als Schaltzentrale fürs Haus
Bluetooth Low Energy und Websockets
Raspberry Pi als Schaltzentrale fürs Haus
  1. Echtzeitkommunikation Socket.io 1.0 mit neuer Engine

    •  / 
    Zum Artikel