Volksverhetzung Twitter sperrt Neonazis in Deutschland aus

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat erstmals einen Account in nur einem Land gesperrt. Der Zugang der verbotenen Neonazigruppe Besseres Hannover sei in Deutschland nicht mehr verfügbar, teilte der Anwalt des Microbloggingdienstes mit. Die Sperre lässt sich aber leicht umgehen.

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Im Januar dieses Jahres hat Twitter angekündigt, Accounts und Nachrichten in einzelnen Ländern zu sperren, wenn sie gegen die Gesetzgebung des jeweiligen Landes verstoßen - jetzt hat der Kurznachrichtendienst erstmals Gebrauch davon gemacht: Der Account der Neonazi-Gruppe Besseres Hannover sei in Deutschland nicht mehr verfügbar, teilte Twitter-Anwalt Alex Macgillivray in einem Tweet mit. In anderen Ländern ist der Account weiterhin sichtbar.

Am 25. September hatte sich die Polizeidirektion Hannover mit einem Schreiben an den Microbloggingdienst gewandt. Darin teilte die Behörde mit, dass die Vereinigung Besseres Hannover durch das niedersächsische Innenministerium verboten worden war.

Auch die Schließung sämtlicher Benutzerkonten der Gruppe in allen sozialen Netzwerken sei angeordnet worden. Darum werde Twitter aufgefordert, den Account @hannoverticker "umgehend und ersatzlos zu schließen".

Die Neonazi-Gruppe war wegen Volksverhetzung und Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda verboten worden. Gegen Mitglieder der Vereinigung laufen Verfahren unter anderem wegen Körperverletzung und Bedrohung.

Als Twitter seine Richtlinien zum Löschen von Accounts und Nachrichten mit bedenklichem Inhalt bekanntgab, sahen Kritiker die Meinungsfreiheit gefährdet. Der Kurznachrichtendienst betonte aber, dass Respekt vor der Meinung jedes einzelnen Nutzers zu den Grundsätzen des Unternehmens gehöre. Es wolle versuchen, jederzeit Transparenz gegenüber den Nutzern herzustellen. Tweets würden nur blockiert werden, wenn es eine "rechtlich gültige Anfrage" gebe.

Nachtrag vom 18. Oktober 2012, 15:45 Uhr

Der Account der Neonazi-Gruppe ist zwar in Deutschland gesperrt, lässt sich aber trotzdem leicht einsehen. Dazu reicht es, in den eigenen Einstellungen ein anderes Land auszuwählen. Netzwertig hatte sich im Januar bei Twitter erkundigt. Bei der regionalen Sperre verzichte das Unternehmen auf IP-Geoblocking, hatte der Dienst geantwortet.


CommonSense 31. Okt 2012

Am schlimmsten ist eigentlich deine undifferenzierte Schwarz Weiss Aussage :) Drum ist...

Charles Marlow 22. Okt 2012

Mein Posting gelesen? Mein Kommentar galt nicht Twitter im Besonderen. Heisst das dann...

elgooG 22. Okt 2012

/+1 Davon abgesehen war es schon immer ein Fehler jemanden mundtod zu machen. Man mag...

theWhip 19. Okt 2012

Papiertiger Twitter!!

Fizze 19. Okt 2012

"In anderen Ländern ist der Account weiterhin sichtbar." Auch Google macht das jetzt bei...

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