VMware ESXi: Angriffe auf den Hypervisor
James Forshaw demonstriert mit CANape zahlreiche Schwachstellen in VMwares Kommunikationsprotokollen. (Bild: FEM 29C3)

VMware ESXi Angriffe auf den Hypervisor

Mit der Software CANape lässt sich der Netzwerkverkehr zwischen VMwares Hypervisor ESXi und den Clients nicht nur überwachen, sondern auch manipulieren. Für die Kommunikation nutzt VMwares Verwaltungssoftware beispielsweise HTTPS aber auch binäre Protokolle.

Anzeige

Auf dem 29. Chaos Communication Congress (29C3) hat Sicherheitsexperte James Forshaw die Software CANape vorgestellt, mit der sich auch binäre Protokolle im Netz überwachen lassen. Der Entwickler demonstrierte am Beispiel des ESXi-Hypervisors von VMware, wie der Datenverkehr zwischen Hypervisor und Client nicht nur abgegriffen und aufgezeichnet werden kann, sondern auch so manipuliert werden kann, dass er beispielsweise Tastatureingaben an Clients versendet. Mit der CANape deckte er zahlreiche Fehler auf, die VMware reparieren will oder bereits korrigiert hat.

CANape klinkt sich als Socks-Proxy in die Kommunikation zwischen Clients und dem ESXi-Hypervisor ein. Mit zahlreichen Plugins kann die Software die verschiedenen Protokolle interpretieren, die VMwares Verwaltungssoftware für die Kommunikation mit dem Hypervisor nutzt, darunter VMwares Network-File-Copy- (NFC) oder RD-Protokoll. Anders als Wireshark beschränkt sich CANape auf weniger gängige oder kaum dokumentierte Protokolle. Mit CANape lässt sich der Datenverkehr in virtuellen Umgebungen von Citrix auslesen.

Datenverkehr entschlüsselt

VMwares ESXi nutzt seine eigenen CA-Zertifikate für das SSL-Protokoll, die es auch weitergibt. Zwar können eigene Zertifikate genutzt werden, dann stürzt der Client hin und wieder ab. ESXi aber gültige und funktionierende Zertifikate mitzugeben, sei jedoch mit wenig Aufwand möglich, sagte Forshaw. Zwar weise der Hypervisor einmalig darauf hin, dass es sich möglicherweise um ein gefälschtes Zertifikat handelt, die Meldung lässt sich mit einem Klick aber übergehen. Nach dem Import des Zertifikats konnte Forshaw den mit SSL verschlüsselten Datenverkehr offenlegen.

Danach ließ sich schnell herausfinden, wie Tastatureingaben an virtuelle Maschinen übergeben werden können. Forshaw las dazu über VNC abgegebene Pakete an den Hypervisor aus und entdeckte die übermittelten Tastaturbefehle. Er zeichnete sie auf und sandte sie später erneut an ESXi, startete beispielsweise eine Linux-Distribution am Bootprompt einer virtuellen Maschine.

Fuzzing und Speicherüberläufe

Außerdem demonstrierte Forshaw Fuzzing-Angriffe und das Versenden von manipulierten Dateien über VMwares NFC-Protokoll, die unter anderem einen Absturz des Hypervisors zur Folge hatten. Insgesamt habe er mit CANape fünf Speicherüberläufe in den Protokollen entdeckt. Außerdem konnte er zwei unbehandelte Ausnahmen, zwei uninitialisierte Zeiger und eine Schwachstelle bei freigegebenem Speicher nachweisen. Er habe seine Befunde bereits an VMware geschickt.

CANape ist modular aufgebaut, wurde in .NET umgesetzt und bietet Schnittstellen zu Ironpython und Ironruby oder C#. Das besondere an CANape sei seine Benutzerschnittstelle, sagte Forshaw. Bestimmte Angriffsszenarien lassen sich per Drag-and-Drop schnell zusammenstellen und konfigurieren. Gegenwärtig ist Version 1.1 von CANape vom Frühjahr 2012 kostenlos erhältlich. In wenigen Tagen soll eine neue Version von der Webseite des Sicherheitsunternehmens zum Download bereitstehen.


Kommentieren



Anzeige

  1. Consultant / Projektmanager (m/w) im Geo-IT-Umfeld
    con terra GmbH, Münster
  2. Software Lead Architekt (m/w) - Group Electronics & Motors -
    WILO SE, Dortmund
  3. IT-Manager (m/w) im Bereich Projektmanagement/IT Architektur und Qualitätssicherung
    Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH DEW21, Dortmund
  4. Product Manager User Interface Design (m/w)
    ATOSS Software AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Oculus Rift

    Development Kit 2 ist da

  2. Android

    Zertifikatskette wird nicht geprüft

  3. Spielemesse

    Gamescom fast ausverkauft

  4. Secusmart

    Blackberry übernimmt Merkel-Handy-Hersteller

  5. NSA-Affäre

    Bundesjustizminister wegen Empfehlung an Snowden kritisiert

  6. Playstation 4

    Firmware-Update ermöglicht 3D-Blu-ray

  7. Terraform

    Infrastruktur über Code verwalten

  8. Test The Last of Us Remastered

    Endzeit in 60 fps

  9. Security

    Antivirenscanner machen Rechner unsicher

  10. Samsung

    Update für Galaxy Note 3 erreicht Geräte in Deutschland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Samsung Galaxy Tab S im Test: Flaches, poppig buntes Leichtgewicht
Samsung Galaxy Tab S im Test
Flaches, poppig buntes Leichtgewicht
  1. Samsung Neue Galaxy Tabs ab 200 Euro erhältlich

Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

    •  / 
    Zum Artikel