Die Hacker Pascal Turbing und Hendrik Schmidt demonstrierten die Übernahme des ESXi-Hypervisors von VMware.
Die Hacker Pascal Turbing und Hendrik Schmidt demonstrierten die Übernahme des ESXi-Hypervisors von VMware. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

VMware ESXi 5 Übernahme des Hypervisors über ein Gastsystem

Deepsec 2012 Mit modifizierter Firmware können Hacker mit einer Root-Shell auf den ESXi-5-Hypervisor von VMware zugreifen. Das haben die beiden Sicherheitsexperten Pascal Turbing und Hendrik Schmidt auf der Deepsec 2012 demonstriert.

Anzeige

Ohne großen Aufwand können Angreifer auf den Hypervisor von VMware zugreifen. Sie können dazu weitgehend unbekannte Parameter in den Beschreibungsdateien der virtuellen Festplatten für Gastsysteme nutzen, um sich schreibenden Zugriff auf das Root-Dateisystem des Hypervisors zu verschaffen. Da der Zugriff auf die virtuelle Infrastruktur in entfernten Systemen weitgehend vom Provider ungeprüft erfolgt, werten die Sicherheitsexperten Pascal Turbing und Hendrik Schmidt diese Lücke als gravierend. Sie demonstrierten auf der Deepsec 2012 erstmals auch einen Zugriff auf den Hypervisor mit einer Root-Shell.

Zunächst fiel den Sicherheitsexperten auf, dass sie mit eigenen Parametern im Abschnitt Disk Descriptor aus Gastsystemen heraus auf die Lodgdateien des Hypervisors zugreifen können. Dazu reicht beispielsweise der Eintrag VMFS "/scratch/log/vmkernel1.0.gz". Danach kann die Logdatei als Loopback-Device mit dem Befehl losetup in das Linux-Gastsystem eingebunden werden.

Erst Logdateien, dann ganze Verzeichnisse

Turbing und Schmidt gingen noch ein Schritt weiter. Mit dem Zugriff auf die Logdateien ließen sich auch weitere Informationen der virtuellen Umgebung auslesen, etwa der Name der von dem Hypervisor verwendeten Festplatten. Diese konnten sie dann mit dem Konfigurationseintrag RW 0 VMFSRAW "/dev/disk/Diskname" ebenfalls ins Gastsystem einbinden.

Das funktioniert auch deshalb, weil Linux Geräte als Dateien behandelt. Das Einbinden einzelner Verzeichnisse ist ebenfalls möglich. Lediglich Dateien in der Ramdisk des Hypervisors konnten sie zunächst nicht einbinden, denn sie wird dynamisch während des Starts des Hypervisors erzeugt und mit den Parametern aus der Bootbank-Partition gefüttert, aus der das Root-Dateisystem des Hypervisors generiert wird.

Zugriff auf die Konfigurationsdateien des Hypervisors

Also galt es, Zugriff auf das Bootbank-Verzeichnis zu erhalten. Es wurde wie bereits erwähnt mit Schreibzugriff im Gastsystem eingebunden. Die dort abgelegten Dateien sind mit einem speziellen Tar-Gz-Format gepackt. Sie können nur mit der Binärdatei Vmtar und der Bibliothek Libvmlibs.so erstellt werden, die jeder VMware-Installation beiliegen und in das Gastsystem kopiert werden können.

Die Hacker konnten so eine modifizierte Firewall-Konfigurationsdatei im Bootbank-Verzeichnis ablegen und beispielsweise per DoS-Angriff einen Neustart des Hypervisors erzwingen. Danach konnte sie sich in die Shell des Hypervisors einloggen.

Unbefugte Nutzer fernhalten

Ein solcher Angriff kann unter folgenden Voraussetzungen erfolgen: Das präparierte Gastsystem muss über das von VMware bereitgestellte API ohne Änderungen oder Verifizierung auf das System mit dem Hypervisor ESXi 5 übertragen werden. Die Dateien des Gastsystems müssen auf einer eigenständigen Partition liegen, die nicht vom Hypervisor genutzt wird.

Bislang weist der VMware-Hersteller lediglich darauf hin, dass grundsätzlich Unbefugten kein Zugang zum Hypervisor gewährt werden sollte. Von den vier kontaktierten Serviceprovidern, die virtuelle Umgebungen mit ESXi 5 anbieten, geben nur zwei an, die auf ihre Server hochgeladenen Dateien zu prüfen, sagten Turbing und Schmidt zu Golem.de.

Eine genaue Beschreibung des Angriffsvektors haben die Hacker in ihrem Blog veröffentlicht.


1st1 01. Dez 2012

Für Firmen, die ihre Server virtuell im eigenen Hause betreiben ist das Szenario in der...

Kommentieren



Anzeige

  1. Junior Java Software Developer (m/w) - Smart Home
    Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen
  2. Online Konzeptioner/UX-Designer
    redblue Marketing GmbH, München
  3. SAP Spezialist/in für Berechtigungen und Usermanagement
    Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG, Weil am Rhein
  4. C-Experten als Software-Entwickler (m/w)
    MVTec Software GmbH, München

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Saturn 3 - Steelbook [Blu-ray]
    17,20€ (Vorbesteller-Preisgarantie) - Release 24.09.
  2. TIPP: USB-Ventilatoren von Arctic
    ab 7,49€
  3. TIPP: PS4-Spiele reduziert
    (u. a. GTA V 42,33€, Project CARS 43,79€, Tamriel Unlimited 43,79€, Alien: Isolation Ripley...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Die Woche im Video

    Apple Music gestartet, Netzneutralität bedroht, NSA geleakt

  2. Internet.org

    Mark Zuckerberg will Daten per Laser auf die Erde übertragen

  3. TLC-Flash

    Samsung plant SSDs mit 2 und 4 TByte

  4. Liske

    Bitkom schließt Vorstandsmitglied im Streit aus

  5. Surfen im Ausland

    Apple SIM in Deutschland erhältlich

  6. Haushaltshilfe

    Rockets Helpling kauft Hassle.com

  7. Zynq Ultra Scale Plus

    Xilinx lässt erste 16-nm-Chips fertigen

  8. Apple

    iOS 8.4 soll Akku stärker belasten

  9. Soziale Netzwerke

    Reddit-Moderatoren streiken gegen Entlassung

  10. Worldwide Telescope

    Microsoft legt virtuellen Weltraum offen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Urheberrecht: Die Panoramafreiheit ist bedroht
Urheberrecht
Die Panoramafreiheit ist bedroht
  1. EU-Urheberrecht Wikipedia fürchtet Abschaffung der Panoramafreiheit
  2. Experten Filesharing-Urteil des Bundesgerichtshofs für Musikindustrie
  3. Privatkopie Österreich will Downloads von illegalen Quellen verbieten

Unity: "Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
Unity
"Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
  1. Unity Technologies 56.289 Engine-Tests in einer Nacht
  2. Engine Unity 5.1 mit neuer Rendering-Pipeline für Virtual Reality
  3. Microsoft Hololens setzt auf die Unity-Engine

Anno 2205 angespielt: Brückenbau und Mondbesiedlung
Anno 2205 angespielt
Brückenbau und Mondbesiedlung
  1. E3-Tagesrückblick im Video Crytek, Virtual Reality und ehrenhafte Krieger
  2. Ubisoft Blue Byte schickt Anno 2205 auf den Mond

  1. Re: Der langsamste Browser ever!

    Rulf | 10:25

  2. Re: Zu leise ...

    Ach | 10:22

  3. DLR hat das auch schon gemacht

    georg l | 10:19

  4. Re: Stramplerkarte und Pedale?

    Lasse Bierstrom | 10:18

  5. Re: Ein Jahr kostenlos?

    violator | 10:15


  1. 09:33

  2. 16:52

  3. 16:29

  4. 16:25

  5. 15:52

  6. 14:39

  7. 14:35

  8. 14:25


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel