Vitess Google will MySQL beschleunigen

Google hat mit Vitess ein Projekt gestartet, das MySQL in typischen Webszenarien beschleunigen und so eine Alternative zu NoSQL-Systemen darstellen soll. Mit Vitess soll MySQL besser skalieren.

Anzeige

Es muss nicht immer NoSQL sein, wenn sehr große Datenbanken in Webapplikationen zu verarbeiten sind, meint Google und macht sich mit dem Projekt Vitess (vitesse - französisch für Geschwindigkeit) daran, MySQL für den Einsatz in solchen Szenarien fit zu machen.

Vitess arbeitet wie eine Art Proxy, bildet aber nur ein vereinfachtes SQL-Interface ab und bündelt MySQL-Verbindungen. Selbst verzichtet Vitess auf Sessions, so dass sich Verbindungen schneller aufbauen lassen.

Vitess verzichtet auch auf die ACID-Kriterien Atomicity und Consistency. Atomarität werde für die meisten Webanwendungen nicht benötigt. Stattdessen garantiert Vitess die Atomarität nur für einzelne Entitäten anhand eines Schlüssels, was es beispielsweise ermöglicht, Daten anhand von User-IDs auf mehrere Server zu verteilen. Zudem ist Vitess nur "Eventually Consistent", wie man es von vielen NoSQL-Datenbanken kennt. Dadurch lassen sich Lesezugriffe leichter auf viele Systeme verteilen. Es ist aber möglich, Daten explizit vom Master-Server abzufragen, wenn es auf Konsistenz ankommt.

Für einen schnell Zugriff auf einzelne Zeilen soll ein Row-Cache sorgen. MySQLs Buffer-Cache ist hingegen eher für Situationen geeignet, in denen Indizes und Tabellen durchsucht werden sollen. Der Zeilencache von Vitess erlaubte es, bestimmte Tabellen für einen schnellen Random-Zugriff auszuwählen.

Sharding vereinfacht

Das Sharding, bei dem eine Datenbank anhand eines Schlüssel auf mehrere Server verteilt wird, soll Vitess vereinfachen. Dazu werden alle Tabellen anhand mehrerer Schlüssel indexiert und so entsteht eine logische Repräsentation der gesamten Datenbank. Die Shard-Map kann so durch einen einfachen In-Memory-Aufruf gelesen werden. Erhält ein Shard zu viele Anfragen, kann Vitess ihn in zwei Shards aufsplitten. Zudem kann Vitess Shards zusammenführen.

Administratoren können dabei einen Replikationsfaktor für einen Keyspace angeben. Vitess sorgt dann dafür, dass ausreichend viele Replikationen der Master-Datenbank vorliegen. Vitess unterstützt auch Setups, die sich über mehrere Rechenzentren erstrecken, wobei alle Master-Datenbanken in einem Rechenzentrum stehen müssen. Bei Ausfällen oder Wartungsarbeiten kann Vitess automatisch einen neuen Master bestimmen.

Vitess wurde in Googles Programmiersprache Go umgesetzt und steht unter der BSD-Lizenz. Der Code des Projekts findet sich auf Github.


Kommentieren



Anzeige

  1. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  2. Java Entwickler (m/w)
    Siemens AG, Erfurt
  3. IT-Leiter/in
    Silvretta Montafon Bergbahnen AG über TCI Consult GmbH, St. Gallenkirch (Österreich)
  4. Entwicklungsingenieur/in Hands Free Akustik
    Daimler AG, Sindelfingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  2. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  3. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  4. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  5. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  6. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  7. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  8. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  9. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  10. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test Hitman Go: Auftragskiller to go
Test Hitman Go
Auftragskiller to go

Knobeln statt knebeln: In Hitman Go verrichtet Agent 47 sein ebenso lautloses wie blutiges Handwerk auf ungewohnte Art und Weise: Statt Schleich-Action ist Denksport angesagt. Der Titel bleibt dem Kern der Hitman-Reihe trotzdem treu - und macht schnell süchtig.

  1. Square Enix Kernzielgruppe statt globales Massenpublikum

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel