Lacie Little Big Disk mit Thunderbolt im Februar 2011
Lacie Little Big Disk mit Thunderbolt im Februar 2011 (Bild: Stephen Lam/Reuters)

Verwertungsgesellschaft Drei Prozent Festplattenplatz für Musik reicht für Erhöhung

Externe Festplatten werden nur zu drei Prozent für legale Kopien von Musik genutzt. Doch das reicht völlig aus, um eine höhere Abgabe für die Verwertungsgesellschaften zu rechtfertigen.

Anzeige

Die Verwertungsgesellschaften haben im Gespräch mit Golem.de ihre Forderungen für eine höhere Vergütung von externen Festplatten verteidigt. Eine Studie des IT-Branchenverbands Bitkom hatte ergeben, dass nur 3 Prozent des Speicherplatzes auf diesen Datenträgern für Musik und Videos genutzt würden.

Dazu erklärte die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ), mit seiner Kritik an den neuen Tarifen helfe der Bitkom ungewollt den Verwertern. "Die Studie des Bitkom zum Nutzungsumfang von Festplatten ist ein Beleg für die Angemessenheit der von den Verwertungsgesellschaften veröffentlichten Tarife, nicht aber für das Gegenteil", sagte ein Sprecher.

Maßgebend für die Höhe der Vergütung für private Vervielfältigung sei der Umfang, in dem die vergütungspflichtigen Geräte und Speichermedien zur privaten Vervielfältigung genutzt würden. "Der Bundesgerichtshof hat erst vor kurzem am Beispiel von PCs klargestellt, dass es hierbei nicht auf den relativen Anteil von Privatkopien an der Gesamtnutzung ankommt, sondern auf die absolute Zahl der angefertigten Kopien (I ZR 59/10). Die vom Bitkom herausgestellten Angaben, in welchem prozentualen Umfang eine Festplatte zu vergütungspflichtigen Zwecken genutzt wird, sei somit für die Frage der Höhe der Vergütung in rechtlicher Hinsicht irrelevant", erklärte der Sprecher.

Tatsächlich zeige die Studie des Bitkom höchst anschaulich, dass der absolute Umfang der mit Festplatten vorgenommenen vergütungspflichtigen Vervielfältigungen hoch sei. Vorausgesetzt, dass die Angaben der Studie stimmen, würden durchschnittlich 3 Prozent der Speicherkapazität externer Festplatten in vergütungspflichtiger Weise genutzt. Der Sprecher: "Dies entspricht 18 GByte pro Festplatte. Diese Menge an Speicherplatz reicht aus, um große Mengen geschützter Werke, insbesondere Musik-, Text- und Bildwerke, privat zu vervielfältigen. Bereits hierfür ist die von den Verwertungsgesellschaften als Tarif veröffentlichte Vergütung angemessen." Berücksichtigt werden müsse darüber hinaus, dass die Vergütungspflicht weiterer Vervielfältigungen umstritten sei, die der Bitkom jedoch zu seinen Gunsten unberücksichtigt gelassen habe. "So wird deutlich, dass die Pressemitteilung des Bitkom irreführend ist", sagte der Sprecher.

Aus Sicht der Rechteinhaber sei nicht verständlich, dass der Bitkom die Frage des Nutzungsumfangs von externen Festplatten viereinhalb Jahre nach Inkrafttreten des neuen Urheberrechts mit dem sogenannten zweiten Korb immer noch nicht verbindlich habe klären lassen. Der Bitkom, in dem Importeure und Hersteller von Festplatten organisiert sind, hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt, gegen die Verwertungsgesellschaften ein auf Abschluss eines Gesamtvertrages gerichtetes Verfahren bei der Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt einzuleiten. Damit hätte die Klärung des Nutzungsumfangs und damit auch eine Entscheidung über die Vergütungshöhe erfolgen können. Das könne nur der Herstellerverband, nicht aber die Verwerter: "Eine derartige Möglichkeit sieht das Gesetz für Verwertungsgesellschaften jedoch nicht vor. Entsprechende Überlegungen gelten für die Vergütungshöhe von Smartphones, zu denen der Bitkom bis heute jede Verhandlung abgelehnt hat", betonte der Sprecher.

Mit seinem Verhalten werde der Bitkom der ihm vom Gesetzgeber zugedachten Rolle bei der Festlegung der Vergütungen für private Vervielfältigung nach den Urheberechtsgesetz nicht gerecht. "Nicht das seit Jahrzehnten bewährte System der Pauschalabgaben gehört auf den Prüfstand, sondern das Verhalten der Verbände, namentlich des Bitkom. Die Auseinandersetzung macht deutlich, dass das gesetzliche Verfahren der Tariffindung einer Verbesserung bedarf, damit die Rechteinhaber nicht jahrelang auf die ihnen zustehenden Vergütungen für private Vervielfältigung warten müssen", sagte er.


StefanKehrer 20. Jul 2012

Ich habe ja auch nicht behauptet das es diesen Einheitspreis gibt. Es ist aber auch...

Lala Satalin... 18. Jul 2012

Für Gruppe A und B sollte man die MwSt auf 900 000% erhöhen.

spambox 18. Jul 2012

Die Geschäftsgebaren und das öffentliche Auftreten der sog. "Verwerter" erinnern eher an...

spambox 18. Jul 2012

In den News und Artikeln im Internet ist immer von "den Verwertungsgesellschaften" die...

ZeroSama 18. Jul 2012

Also 25 FLAC-Alben empfinde ich jetzt auch nicht unbedingt als "große Mengen"..

Kommentieren




Anzeige

  1. Java EE-Entwickler (Jee / J2ee) (m/w)
    Topcart GmbH, Wiesbaden
  2. Systembetreuer (m/w) Spielsystem
    LOTTO Hamburg GmbH, Hamburg
  3. IT-Ingenieurinnen/IT-Ingenie- ure für Betreute Lokale Netze an beruflichen Schulen
    Landeshauptstadt München, München
  4. Software-Tester (m/w)
    Transcat PLM GmbH, Karlsruhe

 

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. NEU: Samsung Galaxy S6 und S6 Edge im Preisvergleich
    ab 699,00€
  2. MSI-Cashback-Aktion: Ausgewählte Grafikkarte und Mainboard kaufen
  3. Amazon Fire TV
    89,00€ statt 99,00€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Epic Games

    Unreal Engine mit Quellcode jetzt kostenlos

  2. Projekt Nova

    Google bestätigt Planung eigener Mobilfunktarife

  3. Screamride im Test

    Achterbahn mit Zerstörungsdrang

  4. Sofia und Cherry Trail

    Intels neue Atom-x-Modelle bieten eine dicke Grafikeinheit

  5. Geplante Obsoleszenz

    Ein Viertel aller Flat-TVs wird wegen Defekt ausgetauscht

  6. Europa

    Telekom stellt pro Woche 100.000 Anschlüsse auf All-IP um

  7. Zend

    Experimentelle JIT-Engine für PHP veröffentlicht

  8. Jolla Tablet im Hands on

    Sailfish OS funktioniert auch auf dem Tablet

  9. Imagination Technologies

    Winzige Wearable-GPU und H.265-Einheiten für Smartphones

  10. Biometrie

    Fujitsu zeigt Iris-Scanner mit NIR-Licht für Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Galaxy S6 und Edge-Variante: Samsungs neue Top-Smartphones im Glaskleid
Galaxy S6 und Edge-Variante
Samsungs neue Top-Smartphones im Glaskleid
  1. Exynos 7 Octa Schneller Prozessor des Galaxy S6 wird in 14 nm gefertigt
  2. Qualcomm-Prozessor LG widerspricht Hitzeproblemen beim Snapdragon 810
  3. Hitzeprobleme Galaxy S6 erscheint ohne Qualcomms Snapdragon 810

Test USB 3.1 mit Stecker Typ C: Die Alleskönner-Schnittstelle
Test USB 3.1 mit Stecker Typ C
Die Alleskönner-Schnittstelle
  1. Mit Stecker Typ C Asrock stattet Intel-Mainboards mit USB-3.1-Karte aus
  2. Datentransfer Forscher schicken 100 GBit/s per Lichtstrahl durch die Luft
  3. USB 3.1 Richtig schnelle Mangelware

Nachruf: Dif-tor heh smusma, Mr. Spock!
Nachruf
Dif-tor heh smusma, Mr. Spock!
  1. Leonard Nimoys Mr. Spock Der außerirdische Nerd
  2. Virtuelle Realität Oculus VR kauft Ingenieure fürs Holodeck

  1. Re: 550 Euro für 32 GB

    George99 | 21:36

  2. Re: Flut von Shovelware

    Prypjat | 21:35

  3. Re: und jetzt...

    Michael H. | 21:35

  4. Re: von wegen nur 200GB

    fokka | 21:34

  5. Re: Wo bleiben die 4:3 Tablets??

    AndyMt | 21:32


  1. 18:44

  2. 18:40

  3. 18:01

  4. 17:49

  5. 16:40

  6. 16:08

  7. 15:58

  8. 15:57


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel