Abo
  • Services:
Anzeige
IS-Logo auf einem Smartphone
IS-Logo auf einem Smartphone (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Verschlüsselung: Die Whatsapp-Alternative des IS

IS-Logo auf einem Smartphone
IS-Logo auf einem Smartphone (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Der "Islamische Staat" verteilt angeblich einen selbst entwickelten Krypto-Messenger. Damit könnten die Terroristen staatlich angeordnete Hintertüren vermeiden.

Whatsapp und Telegram waren gestern, die Terroristen des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) haben jetzt eine eigene Krypto-App zur verschlüsselten Kommunikation. Sie heißt Alrawi. Das berichtet jedenfalls das Hackerkollektiv der Ghost Security Group, kurz GhostSec.

Anzeige

Den Angaben von GhostSec zufolge handelt es sich um eine Android-App mit Verschlüsselungsfunktionen, die im Vergleich zu denen kommerziell vertriebener Apps allerdings rudimentär erscheinen. So schrieb es die Gruppe anonymer Aktivisten in einer E-Mail an die Nachrichten-Website DefenseOne. Wobei selbst eine schwache Implementierung kryptografischer Verfahren eine automatisierte Überwachung durch Geheimdienste unmöglich machen oder zumindest deutlich erschweren würde.

Schon vor einigen Wochen will GhostSec bemerkt haben, dass IS-Sympathisanten sowohl den Messenger Telegram als auch Direktnachrichten auf Twitter benutzten, um Gleichgesinnte auf eine Website zu lotsen, von der sie sich eine App namens Amaq Agency herunterladen sollten. Diese App der gleichnamigen Gruppe mit Verbindungen zum IS war allerdings nur zur Verbreitung von IS-Propaganda gedacht.

Eine App des IS - oder der NSA?

Die entsprechende Website gebe es mittlerweile nicht mehr, berichtet DefenseOne. Stattdessen tauchten Links zur Alrawi-App auf, woraufhin die Mitglieder von GhostSec annahmen, dass es sich um eine ähnliche Anwendung handelte. Vor wenigen Tagen jedoch stellten sie fest, dass die neue App auch zum Austausch verschlüsselter Nachrichten genutzt wird.

Die App gibt es nicht im offiziellen Google Play Store. Verteilt wird sie wahrscheinlich in einschlägigen Foren, installieren lässt sie sich demnach nur per Sideload, also indem Nutzer die Installationsdatei manuell auf das Smartphone laden.

Wie zuverlässig die Angaben sind, ist unklar. DefenseOne, eine Website zu Sicherheits- und Militärthemen von Atlantic Media, ist zwar ein ernstzunehmendes Medium. Die GhostSec-Mitglieder aber sind anonym, bekannt geworden ist das Kollektiv durch Attacken auf Websites, die extremistische Inhalte verbreiten.

Außer GhostSec hat offenbar noch niemand die Alrawi-App bemerkt. Die Informationen zur Verschlüsselungstechnik in der App sind zudem äußerst dünn, weshalb es schwer zu sagen ist, ob und wie sicher sie tatsächlich die Kommunikation der Terroristen schützen kann.

Es ist allerdings auch unerheblich, ob der Bericht über die App in allen Details zutrifft. Entscheidend ist die Grundidee: Wenn der IS es schafft, eigene Krypto-Apps zu entwickeln und zu betreiben, dann werden staatlich angeordnete Hintertüren in populären Apps wie Whatsapp nur den Unschuldigen, Unbeteiligten und vielleicht ein paar Dummen schaden. Solche Hintertüren aber fordert unter anderem FBI-Direktor James Comey seit Monaten immer wieder lautstark.

Es gibt allerdings noch eine andere Theorie über die IS-App: Die westlichen Geheimdienste könnten sie selbst lanciert haben, um IS-Sympathisanten eine Spionagesoftware unterzuschieben.


eye home zur Startseite
Bigfoo29 23. Jan 2016

Es machen nur die, was sie wollen, die es sich leisten können. Lieschen Meier kann das...

bentol 19. Jan 2016

Die "besten Informatiker der Welt" müssen ja nicht direkt für den IS arbeiten. Eine...

ThadMiller 19. Jan 2016

Ständig bekommt man zu hören "absolute Sicherheit gibt es nicht". Aber die IS "frickelt...

spiderbit 18. Jan 2016

ja kann man so zusammenfassen, wobei selbst das wohl zu optimistisch ist, denn bin mir...

teck 18. Jan 2016

Sein Tod ändert nichts daran. Es ging mir nur darum, dass da ganz offen jemand...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Schwieberdingen
  2. BG-Phoenics GmbH, München
  3. über Robert Half Technology, Stuttgart
  4. ZF Friedrichshafen AG, Passau


Anzeige
Top-Angebote
  1. 4,99€
  2. 299,90€ (UVP 649,90€)
  3. und bis zu 40 Euro Sofortrabatt erhalten

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen
  2. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Xavier

    Nvidias nächster Tegra soll extrem effizient sein

  2. 5G

    Ausrüster schweigen zu Dobrindts Supernetz-Ankündigung

  3. Techbold

    Gaming-PC nach Spiel, Auflösung und Framerate auswählen

  4. Besuch bei Dedrone

    Keine Chance für unerwünschte Flugobjekte

  5. In the Robot Skies

    Drohnen drehen einen Science-Fiction-Film

  6. Corelink CMN-600

    ARMs Interconnect macht 128 Kern-Chips möglich

  7. Systemüberwachung

    Facebook veröffentlicht Osquery für Windows

  8. Onlinehandel

    Bundesweite Streiks bei Amazon und Prime Instant Video

  9. Soziale Netzwerke

    Wie ich einen Betrüger aufspürte und seine Mama kontaktierte

  10. Modulare Geräte

    Phonebloks will nicht aufgeben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Canon vs. Nikon: Superzoomer für unter 250 Euro
Canon vs. Nikon
Superzoomer für unter 250 Euro
  1. Snap Spectacles Snapchat stellt Sonnenbrille mit Kamera vor
  2. MacOS 10.12 Fujitsu warnt vor der Nutzung von Scansnap unter Sierra
  3. Bildbearbeitungs-App Prisma offiziell für Android erhältlich

DDoS: Das Internet of Things gefährdet das freie Netz
DDoS
Das Internet of Things gefährdet das freie Netz
  1. Hilfe von Google Brian Krebs' Blog ist nach DDoS-Angriff wieder erreichbar
  2. Picobrew Pico angesehen Ein Bierchen in Ehren ...
  3. Peak Smarte Lampe soll Nutzer zum Erfolg quatschen

MacOS 10.12 im Test: Sierra - Schreck mit System
MacOS 10.12 im Test
Sierra - Schreck mit System
  1. MacOS 10.12 Sierra fungiert als alleiniges Sicherheitsupdate für OS X
  2. MacOS Sierra und iOS 10 Apple schmeißt unsichere Krypto raus
  3. Kaspersky Neue Malware installiert Hintertüren auf Macs

  1. Re: Exakt selbes Problem und auch Mutter über...

    Andrej553 | 13:54

  2. Re: Sehr gute Idee!

    thecrew | 13:52

  3. Re: Link gefolgt zur Ikea Seite

    kayozz | 13:50

  4. Re: Fand solche Dienste eh etwas sinnlos

    divStar | 13:50

  5. Re: IT-News für Profis

    Lemo | 13:50


  1. 13:38

  2. 13:00

  3. 12:20

  4. 12:02

  5. 11:49

  6. 11:12

  7. 10:30

  8. 10:23


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel