Anzeige
Vernetzung: Internet of Bockmist
(Bild: Digitsole & Zhor-Tech)

Vernetzung: Internet of Bockmist

Vernetzung: Internet of Bockmist
(Bild: Digitsole & Zhor-Tech)

Ein Safe mit WLAN. Schuhe, die per App zugemacht werden. Schalter, die nach Druck auf einen Smartphone-Button einen anderen Schalter betätigen. Willkommen im Jahr 2016.

Da hat man es eilig und muss schnell aus dem Haus, und dann das: Die App zum Schließen der Schuhe verlangt ein Update, der Trinkflaschen-Akku muss aufgeladen werden und der Navigations-Hut passt nicht zum Mantel.

Anzeige

Wer kennt das nicht?

Na gut, noch kennt das glücklicherweise niemand. Aber das wird sich möglicherweise bald ändern. Denn diese Dinge existieren bereits. Der GPS-Zylinderhut ist zwar nur ein Projekt von Studenten der Cornell University. Der App-gesteuerte Smart-Schuh von Zhor Tech und die Wasserflasche mit Bildschirm von LifeFuels jedoch werden gerade auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas gezeigt. Irgendwann soll irgendjemand sie kaufen.

Das inoffizielle Motto der CES lautet nicht erst seit diesem Jahr: Alle Gegenstände müssen smart werden. Wobei smart in diesem Kontext heißt: Sie brauchen Internetzugang, einen Haufen Sensoren oder im besten Fall beides. Was nicht bei drei auf dem Baum ist, wird vernetzt. Das ist das Internet der Dinge, im Branchenjargon kurz IoT für Internet of Things. Ganzjährig zu beobachten ist das Phänomen auch auf Crowdfunding-Plattformen wie Indiegogo und Kickstarter.

Smart muss nicht schlau sein

Mit smart im Sinne von klug hat das nichts zu tun, im Gegenteil. Zwei Fragen nämlich drängen sich selbst dem technophilen Beobachter immer wieder auf: Wozu soll das gut sein? Und was wird erfahrungsgemäß schiefgehen?

Warum etwa sollte jemand seine Schuhe mit dem Smartphone zumachen oder ein Live-Kamerabild aus seinem Kühlschrank aufs iPad streamen wollen? Warum sollte man auf seinem Smartphone einen Button drücken, der einen Schalter auslöst, der dann einen anderen Schalter betätigt? Und wie sicher ist wohl ein batteriebetriebener Safe mit WLAN und Bluetooth, der sich per iPhone-App und Touch ID öffnen lässt?

Wenn es nach Sean DuBravac geht, dem Chefökonom des CES-Veranstalters CTA, erleben wir gerade erst den Anfang des IoT. Als das erste iPhone vor neun Jahren auf den Markt kam, habe ein Beschleunigungssensor noch sieben Dollar gekostet, jetzt seien es weniger als 50 Cent, sagte er zu Beginn der Messe. Deshalb könnten nun immer mehr Geräte kostengünstig mit Sensoren ausgestattet und vernetzt werden. "Noch leben wir fast komplett in einer analogen Welt", sagte DuBravac. Die Menschen seien zwar von digitalen Geräten umgeben, aber den gesamten Alltag hätten diese noch nicht durchdrungen.

Probleme lösen, die niemand hat

Dieses "noch" war als Versprechen gemeint, ist nach derzeitigem Stand aber eher eine Drohung. Denn das IoT hat ein Imageproblem, und zwar zu Recht. Das liegt an der mangelnden Kompatibilität vieler Geräte, weil die Hersteller sich nicht auf gemeinsame Standards einigen können oder wollen. Es liegt an gehackten Barbie-Puppen, Schusswaffen und Kloschüsseln, weil viele Unternehmen, die jetzt anfangen, smarte Dinge auf den Markt zu bringen, das Thema Sicherheit für nachrangig halten. Vor allem aber liegt es an den unzähligen unausgegorenen bis schwachsinnigen Versuchen, beliebige Gegenstände mit dem Internet zu verbinden, nur weil es möglich ist.

Diese Zeilen sind nicht als Kreuzzug gegen Vernetzung und Sensoren zu verstehen. Der Autor ist immer noch begeistert und beeindruckt davon, wie das Internet, wie Software, Prozessoren und Sensoren in wenigen Jahren die weltweite Kommunikation und den Zugang zu Informationen verändert haben. Aber in gewisser Weise ist er auch Traditionalist: Wenn jemand ein Problem erkennt und eine technische Lösung dafür entwickelt, ist das großartig. Wenn jemand eine technische Lösung entwickelt und anschließend ein passendes Problem herbeifantasiert, das niemand hat - und im schlimmsten Fall nebenbei ein neues erschafft, das er nicht löst -, dann ist das Bockmist.

Welcher Mensch mit Verstand sollte sich also den smarten Schuh von Zhor Tech oder den WLAN-Safe der Firma First Alert kaufen? Oder anders gefragt: Wie stellt sich die erweiterte Technikbranche auf Messen wie der CES ihre Zielgruppe vor? Nun ja, man kann Idiot nicht ohne I-o-T buchstabieren.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


eye home zur Startseite
Köln 19. Jan 2016

Ja da machen sie aber auch Sinn (zumindest zur Anzeige welches Gerät gerade selektiert...

Köln 19. Jan 2016

Ist doch egal wie viele Leser diese Meinung teilen. Es handelt sich um einen Kommentar...

ThadMiller 18. Jan 2016

Ja, mann könnte sie vielleicht "Slipper" nennen...

interlingueX 16. Jan 2016

Ah, die Premium-Version. Die gibt's aber erst zu Weihnachten :)

Jossele 12. Jan 2016

Ein ziemlich genialer Film: Vordergründig eine niedliche Geschichte in dem Roboter...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Qualitätsmanager (m/w)
    Automotive Lighting Reutlingen GmbH, Reutlingen
  2. IT-Administrator (m/w)
    über expertalis GmbH, zwischen Stuttgart und Karlsruhe
  3. Abteilungsleiter IT (m/w)
    GAG Immobilien AG, Köln
  4. Softwareentwickler / Programmierer (m/w)
    PROJECT Immobilien Wohnen AG, Nürnberg

Detailsuche



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. NEU: 6 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Der Hobbit, Der Herr der Ringe, Departed, Conjuring, Gran Torino)
  2. VORBESTELLBAR: Warcraft: The Beginning (+ Blu-ray)
    27,99€
  3. NEU: Blu-rays zum Sonderpreis

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Weltraumteleskop

    Nasa verlängert Hubble-Mission

  2. Freedom 251

    3,30-Euro-Smartphone soll am 30. Juni kommen

  3. Mobiles Internet

    Telefónica schaltet LTE-Netz im Untergrund zusammen

  4. Videostreaming

    Fire TV spielt Amazons Videos wieder mit Mehrkanalklang

  5. Markenrechte

    Comodo will keine Rechte an Let's Encrypt

  6. Machine Games

    Kostenlose neue Episode für Quake

  7. Pixel-Smartphone

    Google soll an komplett eigenem Smartphone arbeiten

  8. Prozessor

    Den einen Core M gibt es nicht

  9. Intel Security

    Intel will McAfee verkaufen

  10. Le Eco

    Faraday Future plant autonomes Elektroauto



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wireless-HDMI im Test: Achtung Signalstörung!
Wireless-HDMI im Test
Achtung Signalstörung!
  1. Die Woche im Video E3, Oneplus Three und Apple ohne X

Zenbook 3 im Hands on: Kleiner, leichter und schneller als das Macbook
Zenbook 3 im Hands on
Kleiner, leichter und schneller als das Macbook
  1. 8x Asus ROG 180-Hz-Display, Project Avalon, SLI-WaKü-Notebook & mehr
  2. Transformer 3 (Pro) Asus zeigt Detachable mit Kaby Lake
  3. Asus Zenbook Flip kommt für fast 800 Euro in den Handel

Android Wear 2.0 im Hands on: Googles Aufholjagd mit Komplikationen
Android Wear 2.0 im Hands on
Googles Aufholjagd mit Komplikationen
  1. Android Wear 2.0 Google etabliert Fragmentierung bei Smartwatches
  2. Microsoft Outlook-Watch-Face für Android-Smartwatches
  3. Samsung Keine neuen Smartwatches mit Android Wear geplant

  1. Re: Dann kauft halt kein iPhone!

    AllDayPiano | 11:26

  2. Münchner U-Bahn

    _j_b_ | 11:26

  3. Re: nein Danke

    der-dicky | 11:25

  4. Re: Weg mit dem alten Schrott

    Phreeze | 11:24

  5. Re: Was, nur 200Mbit??

    neocron | 11:24


  1. 11:27

  2. 11:21

  3. 10:56

  4. 10:37

  5. 10:31

  6. 10:16

  7. 09:10

  8. 09:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel