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Microsoft-Chef Steve Ballmer
Microsoft-Chef Steve Ballmer (Bild: Robert Galbraith/Reuters)

Verlorenes Jahrzehnt: Was bei Microsoft schiefgelaufen ist

Microsoft-Chef Steve Ballmer
Microsoft-Chef Steve Ballmer (Bild: Robert Galbraith/Reuters)

Kurt Eichenwald hat sich für die US-Zeitschrift Vanity Fair auf Basis mehrerer Dutzend Interviews, interner Dokumente und E-Mails mit dem Niedergang von Microsoft beschäftigt und macht die Managementstruktur als Ursache vieler Probleme aus.

Vanity Fair verspricht für seine August-Ausgabe einen beispiellosen Einblick in das Leben bei Microsoft unter der Führung von Steve Ballmer. Online wurden nun vorab Auszüge aus dem Artikel des Starautors Kurt Eichenwald veröffentlicht. Eichenwald geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass heute ein einzelnes Apple-Produkt - das iPhone - mehr Umsatz generieren kann als alle Microsoft-Produkte zusammen. Denn während Microsoft für das erste Quartal 2011 einen Umsatz von 17,4 Milliarden US-Dollar vermeldete, weist Apple allein für das iPhone und damit zusammenhängende Produkte einen Umsatz von 22,69 Milliarden US-Dollar aus.

Stack Ranking verhindert Innovationen

Das als "Stack Ranking" bezeichnete Managementsystem macht Eichenwald auf Basis seiner Interviews als einen wesentlichen Faktor für "Microsofts verlorenes Jahrzehnt" aus. Das System zwingt jede Abteilung, einen festen Prozentsatz seiner Mitarbeiter als Top-Performer, gute Performer, Durchschnitt und schlecht einzuteilen. In einem Team von zehn Personen sei vom ersten Tag an klar gewesen, dass, ganz gleich, wie jeder Einzelne ist, zwei Personen eine tolle Beurteilung erhielten, sieben eine mittelmäßige und einer eine furchtbare, schreibt Eichenwald.

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Jeder aktuelle und ehemalige Microsoft-Mitarbeiter, mit dem er gesprochen habe, habe Stack Ranking als destruktivsten Prozess innerhalb von Microsoft bezeichnet. Denn das System führe dazu, dass sich die Mitarbeiter auf den Wettbewerb untereinander konzentrierten statt auf den Wettbewerb mit anderen Unternehmen.

"Es ging weniger darum, wie ich ein besserer Ingenieur werden, sondern mehr darum, wie ich meine Sichtbarkeit im Vergleich zu anderen Managern verbessern kann", sagte der ehemalige Microsoft-Ingenieur Brian Cody Eichenwald.

Ed McCahill, der 16 Jahre bei Microsoft als Marketingmanager arbeitete, verwies gegenüber Eichenwald auf Windows Phone: Man könne sich nur wundern, wie Microsoft seine Marktführerschaft mit Windows CE verschleudert hat. Microsoft sei der Konkurrenz Jahre voraus gewesen und habe es komplett in den Sand gesetzt, wegen seiner Bürokratie.

E-Reader-Prototyp von Bill Gates 1998 verworfen

Laut Eichenwald verfügte Microsoft schon 1998 über einen Prototyp für einen E-Reader. Doch Bill Gates habe das Projekt nach einer Präsentation abgelehnt, da ihm das User Interface nicht gefiel, berichtet ein beteiligter Entwickler Eichenwald. Es habe nicht nach Windows ausgesehen.

Die für den E-Reader verantwortliche Gruppe sei aus der Berichtslinie an Bill Gates herausgenommen und in eine der großen Produktgruppen für Office-Software eingegliedert worden. Statt neue Produkte zu ersinnen, sei es dann nur noch um direkte Gewinnerzielung gegangen. Der Zeitplan wurde laut Steve Stone um drei bis vier Jahre verkürzt, bereits 1999 musste ein Produkt ausgeliefert werden.

Laut einem ehemaliger Manager der Office-Division war aber nicht nur kurzfristiges Gewinnstreben die Ursache für das Aus des E-Reader-Projekts: Es passe einfach nicht zu Office, das auf die Bedienung per Tastatur und nicht per Stift oder Finger ausgelegt sei.

Loyalität zu Windows und Office schadet Microsoft

Ähnlich argumentierte auch ein anderer Microsoft-Manager. Demnach hat Microsoft Loyalität zu Windows und Office das Unternehmen wiederholt daran gehindert, sich schnell neuer Technologien anzunehmen. Ideen für mobile Geräte, die eine klarere User Experience boten als ein PC, wurden von einigen mächtigen Leuten als unwichtig abgetan.

"Einst zeigten sie mit ihrem Finger auf IBM und lachten. Heute sind sie, was sie einst verachteten", fasst der ehemalige Microsoft-Manager Bill Hill gegenüber Eichenwald zusammen.


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ledonz 26. Aug 2013

was kann windows denn nicht, was cygwin kann...? Mit Powershell und den gefühlten 1 Mrd...

idmoa 06. Jul 2012

An manchen Schulen ist das wohl so, aber normalerweise sind die Noten doch so wie der...

StefanKehrer 05. Jul 2012

Ich glaube hier sollte man klar trennen zwischen Geschäftsmodell, Image und...

Crass Spektakel 05. Jul 2012

Ne, im Ernst, die Konkurrenten sind da schlauer, die haben ein Konzept entwickelt und...

Technikfreak 05. Jul 2012

Ich glaube das siehst du, wie auch alle Blasen-Fütterer, nämlich falsch. Genau weil...



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