Verbraucherschützer Justfab muss Kunden Geld zurückerstatten

Der Shoppingclub Justfab Deutschland muss Kunden ihr Geld zurückgeben. Das Unternehmen hatte sich bisher geweigert, Käufer, die ungewollt eine monatliche Klubmitgliedschaft abgeschlossen hatten, auszuzahlen.

Anzeige

Die Verbraucherzentrale Berlin erklärt, dass der Berliner Onlineshoppingklub Justfab seine Kunden nicht ausreichend über das Widerrufsrecht informiert hat. Daher haben die Nutzer das Recht, die Verträge zu widerrufen. Der Betreiber muss damit auch einbehaltenes Geld auszahlen.

Golem.de hatte am 6. September 2012 über Justfab berichtet und das Geschäftsmodell mit einer Abofalle verglichen. Denn wer bei Justfab Deutschland Schuhe, Kleider und Handtaschen einkauft, läuft Gefahr, ungewollt eine kostenpflichtige Klubmitgliedschaft abzuschließen, die dazu verpflichtet, monatlich für 39,95 Euro einzukaufen. Rund einen Monat nach dem ersten Einkauf als VIP-Mitglied für den Sonderpreis von 19,97 Euro bekommt der Nutzer eine E-Mail mit der Betreffzeile: "Denke daran: Bis zum 5. shoppen oder pausieren." Wer darauf nicht reagiert, dem bucht das Unternehmen 39,95 Euro vom Bankkonto ab. Wenn die Kundin nichts Weiteres kaufen möchte und das Geld zurückfordert, erklärt der Justfab-Kundendienst: "Eine Rückbuchung auf Dein Bankkonto ist nicht möglich."

Auch nachträglich: raus aus der Abofalle

Unternehmenschef Gerrit Müller sagte Golem.de, dass jeder Kunde als VIP-Mitglied einkaufen, fünf Minuten später anrufen und die Mitgliedschaft wieder kündigen könne. Daher könne nicht von einem Abo gesprochen werden. Das wissen aber viele Kundinnen nicht, wie die Facebook-Seite des Unternehmens zeigt. Nach dem Bericht von Golem.de stellte Justfab das Einkaufsklubmodell auf seiner Webseite etwas klarer dar.

Peter Lischke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin, erklärte Golem.de nach einer Prüfung des Justfab-Vertragstextes: "Die Regelung bezüglich der VIP-Mitgliedschaft ist aus unserer Sicht nicht angreifbar, allerdings wird durch das Unternehmen nicht ordnungsgemäß über das Widerrufs- und Rückgaberecht informiert. Es handelt sich hier um ein sogenanntes Fernabsatzgeschäft, bei dem Verbraucher sowohl ein Widerrufsrecht als auch ein Rückgaberecht haben. Über beide Rechte muss belehrt werden. Das ist hier insoweit unterlassen worden, dass lediglich über das Rückgaberecht belehrt wurde. Insoweit können die Verträge unabhängig von der 14-Tage-Frist widerrufen werden."

Die Verbraucher könnten auch jetzt noch nachträglich das Vertragsverhältnis widerrufen. "Die Verträge müssen rückabgewickelt werden. Sollte der Anbieter nicht reagieren, bliebe die Möglichkeit, sich in der Verbraucherzentrale beraten zu lassen", so der Experte. Die Verbraucherzentrale sei befugt, außergerichtlich vermittelnd tätig zu werden. Ansonsten bliebe laut Lischke nur der Rechtsweg, der sich bei dem Streitwert eher nicht lohnen würde. Hier könnte aber eventuell ein Mahnverfahren eine Möglichkeit sein, sagte Lischke.


Martin F. 19. Okt 2012

Urban Dictionary: fap

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler ASP.NET (m/w)
    MWG-Biotech AG, Ebersberg (Großraum München)
  2. SPS-Programmierer Steuerungen / Automatisierungslösungen (m/w)
    über CAPERA Consulting, Nordhessen
  3. Akademischer Mitarbeiter (m/w)
    Hochschule Furtwangen, Furtwangen
  4. Senior Project Manager/-in BI Plattform SAP BW
    Daimler AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Facebook macht erneut Rekordgewinn

  2. Quartalszahlen

    Apple kann Gewinn und Umsatz wieder steigern

  3. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  4. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  5. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  6. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  7. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  8. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  9. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  10. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Freedesktop-Summit Desktops erarbeiten gemeinsam Wayland und KDBus
  2. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  3. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion

First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman
  2. Festival A Maze Ist das noch Indie?
  3. Test Cut The Rope 2 für Android Grün, knuddlig und hungrig nach Geld

Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


    •  / 
    Zum Artikel