Provider sollen nicht den Stecker ziehen, aber bremsen.
Provider sollen nicht den Stecker ziehen, aber bremsen. (Bild: Kacper Pempel/Reuters)

USA Copyright-Alarm soll Ende November starten

Manche Internetnutzer in den USA könnten bald fluchen, wenn ihre Lieblingswebseiten nicht mehr funktionieren. Das Copyright Alert System soll Ende November starten, wie torrentfreak.com berichtet.

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US-Nutzer von Tauschbörsen könnten demnächst erste Warnhinweise wegen Urheberrechtsverstößen erhalten. Wie torrentfreak.com aus einem internen Dokument des US-Providers AT&T zitiert, soll das neue Copyright Alert System (auch Six-Strikes-System genannt) am 28. November starten. Ursprünglich wollten Entertainment-Industrie und Internetprovider bereits am 1. Juli mit den Maßnahmen gegen die Internetpiraterie beginnen.

Das Modell sieht mehrere Stufen vor. Die Rechteinhaber teilen den Providern zunächst IP-Adressen mit, von denen aus Inhalte unerlaubt heruntergeladen wurden. Die Provider verschicken dann an die entsprechenden Nutzer Warnhinweise. Ab der fünften Verwarnung sollen die Provider den Rechteinhabern mitteilen, dass die Hinweise im Fall einer bestimmten IP-Adresse nicht fruchten. Die Rechteinhaber können dann gerichtlich die Herausgabe der entsprechenden Nutzerdaten verlangen und rechtliche Schritte gegen die Betroffenen einleiten.

Häufig besuchte Webseiten werden blockiert

Zugleich sollen die Provider den Internetzugang nach einer erfolglosen vierten Verwarnung einschränken. Dabei können sie unter verschiedenen Mitteln wählen und beispielsweise die Verbindungsgeschwindigkeit drosseln. AT&T will torrentfreak.com zufolge allerdings die Nutzer nicht generell ausbremsen, sondern "häufig besuchte" Webseiten blockieren. Der Nutzer kann die Blockade nur aufheben, wenn er ein Online-Tutorial zum Thema Copyright absolviert. Welche Belehrungen zu erwarten sind, bleibt offen.

Bei dem Copyright Alert System kooperieren die großen US-Zugangsprovider (AT&T, Cablevision, Comcast, Time Warner Cable, Verizon) mit den Verbänden der US-Film- und Musikindustrie.

Kritik an externer Einflussnahme auf Providerdienste

Umstritten bleibt, ob Beschränkungen der Internetnutzung legitim und angemessen sind. Eine Sprecherin des zuständigen Center for Copyright Information (CCI) versuchte im Juli gegenüber iRights.info zu beschwichtigen. "Wesentliche Funktionen" wie der Notruf, Voice-over-IP-Dienste (Internettelefonie) und E-Mail seien nicht betroffen. Provider würden nicht verpflichtet, diese Dienste "abzuschalten".

Auch am Erfolg des Warnsystems gibt es Zweifel. Wie torrentfreak.com ebenfalls berichtet, setzen immer mehr Tauschbörsennutzer auf ein 'Virtual Private Network' (VPN), um ihre Identität zu verschleiern und dem Six-Strike-System zu entgehen. Bürgerrechtsorganisationen kritisieren immer wieder externe Einflussnahmen auf Providerdienste. Jüngst scheiterte die US-Initiative Electronic Frontier Foundation (EFF) mit einer Klage gegen AT&T wegen Verstößen gegen den Datenschutz. Das Unternehmen hatte sich an Überwachungsprogrammen staatlicher Behörden wie der National Security Agency (NSA) beteiligt, weswegen es dem Obersten Gerichtshof der USA zufolge aber nicht belangt werden kann.


thecrew 18. Okt 2012

"ich versteh auch nicht, wieso man nicht ernsthaft gegen die betreiber von warez-seiten...

phex 18. Okt 2012

Es gibt aber auch Telefonanschlüsse, die über die Leitungen der Provider laufen. Daher...

phex 18. Okt 2012

Nutzer dafür zu bestrafen, dass sie Seiten aufrufen auf denen es AUCH urheberrechtlich...

sofias 18. Okt 2012

ja, naja, aber es ist jetzt nicht wirklich zu erwarten das usanische server zensiert...

spambox 17. Okt 2012

Die Provider werden verpflichtet, viele Fantastilliarden USD in eine...

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