US-Kommission: Rootkits gegen Diebstahl geistigen Eigentums
Mit Hilfe von Software nach Vorbild des Bundestrojaners will eine US-Kommission Datenspione fangen. (Bild: ODD ANDERSEN/AFP/Getty Images)

US-Kommission Rootkits gegen Diebstahl geistigen Eigentums

Eine US-Kommission aus ehemaligen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Militärangehörigen und dem Ex-Intel-Chef empfiehlt den Einsatz von Rootkits und Ransomware, um den Diebstahl geistigen Eigentums zu unterbinden. Notfalls sollen Zugriffe auf Fremdrechner legalisiert werden.

Anzeige

Mit einer Reihe drakonischer Maßnahmen will eine US-Kommission gegen den Diebstahl geistigen Eigentums vorgehen. Unter anderem will sie, dass mit Rootkits gegen "Hacker" vorgegangen wird und im Zweifel damit auch deren "Netzwerk und Rechner zerstört" werden. Die "Commission on the Theft of American Intellectual Property" hat vor allem China als Hauptschuldigen ausgemacht.

Die Rootkits sollen Inhalte auf Rechnern potenzieller Datendiebe überwachen. Nach dem Vorbild von Ransomware sollten Inhalte dann im Zweifel gesperrt werden. Das Passwort zur Entschlüsselung der Daten müsste der vermeintliche Datendieb dann bei den Strafverfolgungsbehörden anfordern. Das sei nach bisherigem Recht nicht illegal, schreiben die Verfasser des Empfehlungspapiers.

Zugriff auf Fremdrechner legalisieren

Für andere Maßnahmen will die Kommission hingegen die bestehenden Gesetze ändern: Sie möchte, dass es legal wird, in die Netzwerke vermeintlicher Täter eindringen, um "aktive gestohlene Informationen zu sichern oder sie sogar zu zerstören. Zudem soll es möglich werden, den Hacker mit seiner eigenen Webcam zu fotografieren, Malware einzuschleusen oder seinen Computer und sein Netzwerk zu zerstören."

Die Kommission besteht aus mehreren ehemaligen Regierungsmitgliedern und hochrangigen Militärangehörigen, darunter Dennis Blair, der ehemalige Vorsitzende des Nationalen Nachrichtendienstes, Jon Huntsman, ehemaliger Botschafter in China und Gouverneur von Utah, sowie der ehemalige CEO von Intel, Craig Barrett.

Beschlagnahme und Aufklärung

Die Maßnahmen gegen den Datenklau aus dem Ausland soll künftig der ranghohe National Security Advisor koordinieren, der dem US-Präsident direkt unterstellt ist und sich mit Fragen der nationalen Sicherheit beschäftigt. Den akuten Handlungsbedarf unterstreicht die Kommission mit weiteren Empfehlungen: Die International Trade Commission (ITC) soll importierte Waren bereits bei Verdacht auf Schutzbriefverletzungen beschlagnahmen können. Das Gesetz gegen Wirtschaftsspionage (Economic Espionage Act) von 1996 soll so ausgeweitet werden, dass es auch von privaten Firmen genutzt werden kann. Überführte Datendiebe sollen in dem USA keinen Zugriff mehr auf dortige Finanzinstitute bekommen. Und die USA soll in "Ländern, die für geistigen Diebstahl bekannt sind," Aufklärungszentren errichten.

Ob und wann die Legislative in den USA über die Vorschläge beraten wird, steht noch nicht fest.


Th3Dan 29. Mai 2013

100%? Der Linuxkernel hat 1 Fehler pro 2000 Zeilen und ist damit weit unter dem üblichen...

NeverDefeated 29. Mai 2013

Vor lauter Lachen wäre ich gerade fast erstickt. Wenn man den von ihrer Regierung in...

kungfoo 28. Mai 2013

... und wieder einmal eine falsche Verwendung des Begriffes Hacker. Ich bin Hacker und...

Aerouge 28. Mai 2013

Nein, ich glaube was oben angesprochen war ist die neue Regelung zum Krieg gegen...

EisenSheng 28. Mai 2013

+1 Solche Aussagen sollte man als Verzicht auf die eigene Privatsphäre werten und im...

Kommentieren



Anzeige

  1. Consultant / Projektmanager (m/w) im Geo-IT-Umfeld
    con terra GmbH, Münster
  2. Software Lead Architekt (m/w) - Group Electronics & Motors -
    WILO SE, Dortmund
  3. IT-Manager (m/w) im Bereich Projektmanagement/IT Architektur und Qualitätssicherung
    Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH DEW21, Dortmund
  4. Product Manager User Interface Design (m/w)
    ATOSS Software AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Oculus Rift

    Development Kit 2 ist da

  2. Android

    Zertifikatskette wird nicht geprüft

  3. Spielemesse

    Gamescom fast ausverkauft

  4. Secusmart

    Blackberry übernimmt Merkel-Handy-Hersteller

  5. NSA-Affäre

    Bundesjustizminister wegen Empfehlung an Snowden kritisiert

  6. Playstation 4

    Firmware-Update ermöglicht 3D-Blu-ray

  7. Terraform

    Infrastruktur über Code verwalten

  8. Test The Last of Us Remastered

    Endzeit in 60 fps

  9. Security

    Antivirenscanner machen Rechner unsicher

  10. Samsung

    Update für Galaxy Note 3 erreicht Geräte in Deutschland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

Programmcode: Ist das Kunst?
Programmcode
Ist das Kunst?
  1. Translate Community Nutzer sollen Google-Übersetzungen verbessern
  2. Google-Suchergebnisse EU-Datenschützer verlangen weltweite Löschung
  3. Google Apps for Business Sprint steigt bei Googles App-Programm ein

    •  / 
    Zum Artikel