Abo
  • Services:
Anzeige
Ehemalige NSA-Abhöranlage auf dem Berliner Teufelsberg
Ehemalige NSA-Abhöranlage auf dem Berliner Teufelsberg (Bild: Johannes Eisele/AFP/Getty Images)

US-Geheimdienst: NSA überwacht Deutschland noch immer wegen 9/11

Ehemalige NSA-Abhöranlage auf dem Berliner Teufelsberg
Ehemalige NSA-Abhöranlage auf dem Berliner Teufelsberg (Bild: Johannes Eisele/AFP/Getty Images)

Für kein europäisches Land interessiert sich die NSA mehr als für Deutschland. Politiker glauben, das liege an der Hamburger Terroristenzelle um Mohammed Atta.

Boundless Informant, unbegrenzter Auskunftsgeber, heißt das Analysewerkzeug, mit dem der US-Auslandsgeheimdienst NSA Milliarden abgehörter Kommunikationsdaten filtert. Der Guardian berichtet, dass der Geheimdienst dank Boundless Informant sehen kann, über welches Land er am meisten weiß. Deutschland steht auf dieser Karte weit oben. Nach Ländern wie Pakistan, Afghanistan, China, Ägypten oder Indien kommt dann bald schon Deutschland. In keinem anderen europäischen Land sammeln die NSA mehr Daten als aus Deutschland. Warum?

Anzeige

"Ich finde das nicht so erstaunlich", sagt Wolfgang Wieland, Sicherheitspolitiker der Grünen im Bundestag. In Deutschland hätten die Attentäter des 11. September gelebt, hier gebe es "regen Reiseverkehr von Islamisten", Deutschland sei das stärkste Land in Europa und gleichzeitig eines, das keine Vorratsdatenspeicherung kennt und viel Wert auf Datenschutz lege.

"Möglicherweise sagen sich die USA, wenn die Deutschen das nicht selber machen und die Daten erheben, dann machen wir es eben", sagte Wieland. Er sehe das eher als ein Kompliment, "dass sie kein Vertrauen in die Überwachungsmaßnahmen hier haben".

Zumindest den ersten Punkt teilen auch andere Sicherheitspolitiker. "Sollte diese Information [des Guardian, Anm. d. Red.] zutreffend sein, kann ich mir das nur so erklären, dass wir hier bittere Erfahrungen mit Terrorismus gemacht haben", sagt Wolfgang Bosbach von der CDU. "In den vergangenen Jahren sind hier acht Anschläge fehlgeschlagen oder vereitelt worden, das bleibt natürlich auch den Amerikanern nicht verborgen."

Ob CDU, SPD, FDP oder Linke, sie alle verweisen auf die Terroristen um Mohammed Atta, die in Hamburg lebten, bevor sie in die USA flogen, um die Flugzeuge zu entführen. Aber genügt dieses Ereignis von vor zwölf Jahren als Erklärung für das nachhaltige Interesse?

Frank Rieger, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs und seit Jahren in Sicherheitskreisen unterwegs, hat eine andere Theorie zum Warum. Die Alliierten hätten kompletten Zugriff auf die Kommunikationsstruktur Westdeutschlands gehabt, sagt er. "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sich das geändert hat." Was seine Infrastruktur der Telekommunikation angeht, sei Deutschland "nicht unbedingt ein souveränes Land".

Auch wenn das mit dem Alliierten-Zugriff eher nach Verschwörungstheorie klingt, hat der Punkt souveräne Infrastruktur einen nicht zu unterschätzenden Hintergrund. Facebook, Google, Skype, Twitter - über welchen Anbieter auch immer jemand sich hierzulande im Netz unterhält, es ist häufig ein amerikanischer.

"Sie haben die Server bei sich im Land, sie haben die Möglichkeit dazu", sagt Wieland. Es sei kein Wunder, wenn der Geheimdienst das ausnutze.

Thema wird am Mittwoch im Bundestag besprochen

Mehr zum Warum hofft die Opposition am Mittwoch zu erfahren. Dann kommt das Thema im Innenausschuss des Bundestages auf den Tisch. SPD und Linkspartei haben beantragt, dass die Regierung erklärt, wie das deutsche Verhältnis zu Prism und den Überwachungen der NSA ist und welche Erkenntnisse sie darüber hat. Auch im Parlamentarischen Kontrollgremium, das hierzulande die Arbeit der Geheimdienste kontrolliert, soll das Thema angesprochen werden.

Einfach so hinnehmen wollen die meisten Parlamentarier die amerikanische Überwachung nicht. "Diese Spionage von deutschen Bürgern widerspricht ganz klar unserem Grundgesetz", erklärte Jimmy Schulz von der FDP. In Deutschland, so schreibt er, herrsche "große Empörung über die Amerikaner".

Allerdings überwachen auch der Bundesnachrichtendienst (BND), der Militärische Abschirmdienst (MAD) und das Bundesamt für Verfassungsschutz die elektronischen Kommunikationswege. Im vergangenen Jahr etwa wurde bekannt, dass die drei deutschen Geheimdienste im Jahr 2010 die Inhalte von 37 Millionen E-Mails vor allem von Bürgern aus anderen Ländern durchsucht hatten.


eye home zur Startseite
holminger 14. Jun 2013

Dann sollen die Schlapphüte mal Beweise dafür auf den Tisch legen! Aber das ist ja auch...

m9898 13. Jun 2013

???

teenriot 13. Jun 2013

Ein Schwall an falschen Behauptungen, ohne Argumente. Deswegen gibt's auch keine...

DY 13. Jun 2013

Wieso scheint? In der EU sitzen immer noch treu ergebene US-Satelitten wie GB, Polen und...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. VBL. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe
  2. beeline GmbH, Köln
  3. BRUNATA Wärmemesser GmbH & Co. KG, München
  4. Semcon Stuttgart GmbH, Sindelfingen


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. ROG Strix GTX1080-8G-Gaming, ROG Strix GTX1070-8G-Gaming u. ROG Strix Radeon RX 460 OC)
  2. 59,90€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  3. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation


  1. Verbraucherzentrale

    O2-Datenautomatik dürfte vor Bundesgerichtshof gehen

  2. TLS-Zertifikate

    Symantec verpeilt es schon wieder

  3. Werbung

    Vodafone will mit DVB-T-Abschaltung einschüchtern

  4. Dr Zaber Sentry

    Mini-ITX-Gehäuse mit 7 Litern Volumen und für 30-cm-Karten

  5. Weltraumteleskop

    Erosita soll Hinweise auf Dunkle Energie finden

  6. Anonymität

    Protonmail ist als Hidden-Service verfügbar

  7. Sicherheitsbehörde

    Zitis soll von München aus Whatsapp knacken

  8. OLG München

    Sharehoster Uploaded.net haftet nicht für Nutzerinhalte

  9. Linux

    Kernel-Maintainer brauchen ein Manifest zum Arbeiten

  10. Micro Machines Word Series

    Kleine Autos in Kampfarenen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Begnadigung: Danke, Chelsea Manning!
Begnadigung
Danke, Chelsea Manning!
  1. Verwirrung Assange will nicht in die USA - oder doch?
  2. Nach Begnadigung Mannings Assange weiter zu Auslieferung in die USA bereit
  3. Whistleblowerin Obama begnadigt Chelsea Manning

Shield TV (2017) im Test: Nvidias sonderbare Neuauflage
Shield TV (2017) im Test
Nvidias sonderbare Neuauflage
  1. Wayland Google erstellt Gamepad-Support für Android in Chrome OS
  2. Android Nougat Nvidia bringt Experience Upgrade 5.0 für Shield TV
  3. Nvidia Das Shield TV wird kleiner und kommt mit mehr Zubehör

Nintendo Switch im Hands on: Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
Nintendo Switch im Hands on
Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
  1. Nintendo Vorerst keine Videostreaming-Apps auf Switch
  2. Arms angespielt Besser boxen ohne echte Arme
  3. Nintendo Switch Eltern bekommen totale Kontrolle per App

  1. Re: Die Karte... Californien...

    JouMxyzptlk | 18:57

  2. Re: Fischers Fritze

    Elgareth | 18:56

  3. Re: !! ACHTUNG !! Reflexartiger Aufschrei erfolgt...

    mrgenie | 18:55

  4. Re: Material

    Crossfire579 | 18:53

  5. Re: Es ist einfach in meinen Augen zu teuer.

    Seasdfgas | 18:50


  1. 19:03

  2. 18:45

  3. 18:27

  4. 18:12

  5. 17:57

  6. 17:41

  7. 17:24

  8. 17:06


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel