US-Bundesbehörden Beschaffungsverbot für Apple-Rechner droht

Apple kündigte freiwillig den Rückzug aus einem US-Umweltsiegelprogramm an. Bundesbehörden dürfen im Rahmen des Green-IT-Programms in der Regel Computer aber nur beschaffen, wenn sie dieses Zertifikat tragen.

Anzeige

Apples Rückzug aus dem sogenannten Electronic Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) kam freiwillig und überraschend. EPEAT beurteilt die Produkte in acht Kategorien unter anderem hinsichtlich ihrer Lebensdauer, der Verwendung giftiger Materialien und der Recyclingfähigkeit ihrer Komponenten und Verpackungen.

Apple erhielt nach Angaben der Website iFixit seit 2007 das Goldzertifikat von EPEAT für alle seine Produkte und bewarb dieses Siegel auch intensiv. Seit Juni 2007 hatten sich nach Informationen von iFixit insgesamt 19 große Elektronikfirmen bei EPEAT registriert.

Der Rückzug aus der EPEAT-Zertifizierung betrifft sämtliche Apple-Rechner und die Peripheriegeräte. IPhones und iPads sind nach den Kriterien des Programms nie zertifizierungsfähig gewesen.

Bundesbehörden vor Beschaffungsproblemen

US-Präsident George Bush hatte Anfang 2007 verfügt, dass Bundesbehörden 95 Prozent ihrer Computer mit EPEAT-Siegel beschaffen sollen, es sei denn, es gibt kein Produkt, das diese Kriterien erfüllt.

Flaches Design kontra Umweltschutz

Die recylingunfreundliche Konstruktion des Macbook Pro Retina würde den Bestimmungen vermutlich nicht genügen. Dort heißt es, dass sich Gehäuse und elektronische Baugruppen mit landläufig erhältlichen Werkzeugen oder mit der Hand trennen lassen sollten. Beim Recyceln ist es aus Feuerschutzgründen erforderlich, dass der Akku entfernt wird, wenn das Gehäuse geshreddert wird, bemerkte iFixit.

Das flache Notebook ließ sich im Versuch von iFixit nur schwer auseinandernehmen. Der verklebte Akku wurde bei den Versuchen beschädigt und lief aus, als die Bastler versuchten, ihn herauszulösen. Apple bietet den Austausch des Akkus für rund 200 Euro an. Es ist also technisch durchaus möglich, ihn zu entfernen. Die Entscheidung für den Rückzug auf der EPEAT-Zertifizierung kam praktisch zeitgleich zur Vorstellung des Macbook Pro Retina.

Nach Angaben des Wall Street Journals waren bislang 39 Produkte von Apple auf der Liste der EPEAT-zertifizierten Geräte. Große Unternehmen, Schulen und andere Bildungseinrichtungen würden auf die Siegel achten, schreibt das Wall Street Journal. Eventuell wird Apple ein eigenes Siegel entwickeln, glaubt Analyst Shaw Wu von der Brokerfirma Sterne Agee. Bis dahin würden Apple-Produkte von den Unternehmen wohl weiter gekauft, die sich an dem EPEAT-Siegel orientieren.


flasher395 09. Jul 2012

So what, Apple ist halt einfach nur genauso unweltunfreundlich wie jeder andere...

neocron 09. Jul 2012

die ist Aktiviert ... bereits in der Ueberschrift steht US-Bundesbehoerde ... oder hast...

neocron 09. Jul 2012

nein, da Apple nutzer sich FREIWILLIG dafuer entscheiden im gegensatz zu den Bewohnern...

samy 09. Jul 2012

Das beste ist noch der Satz danach. Unternehmen die sich an dem Siegel orientieren dass...

Schnapsbrenner 09. Jul 2012

Ist immer wieder schön zu sehen, wie die Appleanhänger den Apfel verteidigen. Wenn ich so...

Kommentieren




Anzeige
  1. Softwareentwickler (m/w) Echtzeit-Betriebssystem für NC-Steuerungen
    DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut
  2. Software-Entwickler (m/w) für Embedded Systeme
    Ultratronik GmbH, Gilching
  3. Softwareentwickler (m/w)
    DAK-Gesundheit, Bocholt
  4. EDV Koordinator/in im Bereich Versorgungswesen / Fachkraft Qualitätsmanagement (m/w)
    Bayerische Versorgungskammer, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Prism-Skandal

    Edward Snowden will Asyl in Island

  2. ICS

    Kaspersky will sicheres eigenes OS für Industrieanlagen

  3. Neuland Internet

    Merkel macht sich zum Gespött der Netzgemeinde

  4. Satoru Iwata

    Nintendo schließt Preissenkung für Wii U aus

  5. Video

    John McAfee ruft zum Deinstallieren der McAfee-Software auf

  6. Merkel zu Prism

    "Das Internet ist für uns alle Neuland"

  7. Flutkatastrophe

    Ein Spendenkonzert, die Gema und das Prinzip

  8. Load Impact

    Lasttests ganz einfach

  9. Butterfly S

    HTC verbessert sein erstes 5-Zoll-Smartphone

  10. Neue Rennspiele

    Forza 5, Drive Club und Gran Turismo 6 angespielt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Golem.de öffnet sich für Autoren
In eigener Sache
Golem.de öffnet sich für Autoren

Wir erweitern für Blogger und andere Autoren die Möglichkeit, ihre Inhalte hier auf Golem.de zu veröffentlichen und so von unserer Reichweite und unseren Finanzierungsmöglichkeiten zu profitieren. Es geht uns darum, ein neues, zeitgemäßes Modell des Publizierens zu etablieren und unseren Lesern noch mehr relevante Inhalte zu bieten.

  1. #Blognetz Deutsche Blogger, vereinigt euch

Opt-out-Zwang: Großbritannien führt ab 2014 Pornofilter für alle ein
Opt-out-Zwang
Großbritannien führt ab 2014 Pornofilter für alle ein

Was erst nur für Neukunden galt, bekommen jetzt alle Kunden von Internet Service Providern und Nutzer öffentlicher WLANs: Pornofilter. Doch sie lassen sich (noch) ausschalten.

  1. Eco EU streicht Mittel für Bekämpfung von Kinderpornografie
  2. Urheberrecht Schweizer Rechteinhaber wollen Websites sperren
  3. Filesharing Schweiz will Internetsperren auf das Urheberrecht ausweiten

Test The Last of Us: Meisterwerk der Playstation-3-Endzeit
Test The Last of Us
Meisterwerk der Playstation-3-Endzeit

Auf der gerade zu Ende gegangenen E3 2013 hat sich Sony mit überwiegend positivem Presseecho für die nächste Konsolengeneration in Stellung gebracht. The Last of Us lässt uns trotzdem für einen Augenblick vergessen, dass die Zeit der Playstation 3 schon bald vorbei sein soll.

  1. The Last of Us angespielt Überleben für Fortgeschrittene

Zum Artikel