US-Bundesbehörden: Beschaffungsverbot für Apple-Rechner droht
Der fest verklebte Akku des Macbook Pro Retina macht Recycling schwer. (Bild: Andreas Donath/Golem.de)

US-Bundesbehörden Beschaffungsverbot für Apple-Rechner droht

Apple kündigte freiwillig den Rückzug aus einem US-Umweltsiegelprogramm an. Bundesbehörden dürfen im Rahmen des Green-IT-Programms in der Regel Computer aber nur beschaffen, wenn sie dieses Zertifikat tragen.

Anzeige

Apples Rückzug aus dem sogenannten Electronic Product Environmental Assessment Tool (EPEAT) kam freiwillig und überraschend. EPEAT beurteilt die Produkte in acht Kategorien unter anderem hinsichtlich ihrer Lebensdauer, der Verwendung giftiger Materialien und der Recyclingfähigkeit ihrer Komponenten und Verpackungen.

Apple erhielt nach Angaben der Website iFixit seit 2007 das Goldzertifikat von EPEAT für alle seine Produkte und bewarb dieses Siegel auch intensiv. Seit Juni 2007 hatten sich nach Informationen von iFixit insgesamt 19 große Elektronikfirmen bei EPEAT registriert.

Der Rückzug aus der EPEAT-Zertifizierung betrifft sämtliche Apple-Rechner und die Peripheriegeräte. IPhones und iPads sind nach den Kriterien des Programms nie zertifizierungsfähig gewesen.

Bundesbehörden vor Beschaffungsproblemen

US-Präsident George Bush hatte Anfang 2007 verfügt, dass Bundesbehörden 95 Prozent ihrer Computer mit EPEAT-Siegel beschaffen sollen, es sei denn, es gibt kein Produkt, das diese Kriterien erfüllt.

Flaches Design kontra Umweltschutz

Die recylingunfreundliche Konstruktion des Macbook Pro Retina würde den Bestimmungen vermutlich nicht genügen. Dort heißt es, dass sich Gehäuse und elektronische Baugruppen mit landläufig erhältlichen Werkzeugen oder mit der Hand trennen lassen sollten. Beim Recyceln ist es aus Feuerschutzgründen erforderlich, dass der Akku entfernt wird, wenn das Gehäuse geshreddert wird, bemerkte iFixit.

Das flache Notebook ließ sich im Versuch von iFixit nur schwer auseinandernehmen. Der verklebte Akku wurde bei den Versuchen beschädigt und lief aus, als die Bastler versuchten, ihn herauszulösen. Apple bietet den Austausch des Akkus für rund 200 Euro an. Es ist also technisch durchaus möglich, ihn zu entfernen. Die Entscheidung für den Rückzug auf der EPEAT-Zertifizierung kam praktisch zeitgleich zur Vorstellung des Macbook Pro Retina.

Nach Angaben des Wall Street Journals waren bislang 39 Produkte von Apple auf der Liste der EPEAT-zertifizierten Geräte. Große Unternehmen, Schulen und andere Bildungseinrichtungen würden auf die Siegel achten, schreibt das Wall Street Journal. Eventuell wird Apple ein eigenes Siegel entwickeln, glaubt Analyst Shaw Wu von der Brokerfirma Sterne Agee. Bis dahin würden Apple-Produkte von den Unternehmen wohl weiter gekauft, die sich an dem EPEAT-Siegel orientieren.


flasher395 09. Jul 2012

So what, Apple ist halt einfach nur genauso unweltunfreundlich wie jeder andere...

neocron 09. Jul 2012

die ist Aktiviert ... bereits in der Ueberschrift steht US-Bundesbehoerde ... oder hast...

neocron 09. Jul 2012

nein, da Apple nutzer sich FREIWILLIG dafuer entscheiden im gegensatz zu den Bewohnern...

samy 09. Jul 2012

Das beste ist noch der Satz danach. Unternehmen die sich an dem Siegel orientieren dass...

Schnapsbrenner 09. Jul 2012

Ist immer wieder schön zu sehen, wie die Appleanhänger den Apfel verteidigen. Wenn ich so...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Auditor IT (m/w)
    Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh
  2. Leiter(in) Stabsstelle Architekturmanagement
    Toll Collect GmbH, Berlin
  3. IT-Infrastruktur Security Spezialist (m/w)
    NRW.BANK, Düsseldorf
  4. SAP QM Business Analyst (m/w)
    Novartis Vaccines, Marburg on the Lahn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Anonymisierung

    Tor könnte bald in jedem Firefox-Browser stecken

  2. Gutscheincodes

    Taxi-Unternehmer halten auch Ubertaxi für illegal

  3. Chris Roberts

    "Star Citizen ist heute besser als ich es mir erträumte"

  4. Leistungsschutzrecht

    Google keilt gegen Springer und Burda

  5. Onlinehändler

    Zalando geht an die Börse

  6. Panoramafreiheit

    Wikimedia erreicht Copyright-Änderungen in Russland

  7. OPNFV

    Linux Foundation gründet Plattform für virtualisierte Netze

  8. Eve Online

    Überarbeitete Wurmlöcher

  9. Samsung

    Smartwatch Gear S mit Telefonfunktion wird teuer

  10. Telefónica und E-Plus

    E-Plus wird hundertprozentige Telefónica-Tochter



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Elektromagnetik: Der Dietrich für den Dieb von heute
Elektromagnetik
Der Dietrich für den Dieb von heute

In eigener Sache: Golem.de sucht Videoredakteur/-in
In eigener Sache
Golem.de sucht Videoredakteur/-in
  1. Golem pur Golem.de startet werbefreies Abomodell
  2. In eigener Sache Golem.de definiert sich selbst

Mittelerde Mordors Schatten: 6 GByte VRAM für scharfe Ultra-Texturen notwendig
Mittelerde Mordors Schatten
6 GByte VRAM für scharfe Ultra-Texturen notwendig
  1. Mordors Schatten Zerstörte Ork-Karrieren in Mittelerde

    •  / 
    Zum Artikel