Ryanair-Chef Michael O'Leary im März 2012
Ryanair-Chef Michael O'Leary im März 2012 (Bild: Francois Lenoir/Reuters)

Computer Bild kritisiert auch Ryanair

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Doch Computer Bild kritisiert auch Ryanair: "Dass die Abwicklung und Einsicht all dieser Buchungen unter einer einzigen E-Mail-Adresse überhaupt möglich ist, spricht nicht für die Qualitätssicherung bei der Airline."

Zum Fall Ryanair erklärte Urlaubstours: "Einsehbar waren im Reservierungssystem von Ryanair wenige Daten für Reisende, die bei Urlaubstours in einem bestimmten Zeitraum eine Ryanair-Reise gebucht hatten. Falsch sind Medienberichte, wonach alle Daten von allen einsehbar gewesen wären. Betroffen war nur eine geringe Anzahl an Buchungen für einen kurzen Zeitraum."

Tui, der größte Touristikkonzern Europas, hatte die Verträge mit dem Leipziger Unternehmen Unister im Dezember 2012 fristlos gekündigt. Laut Tui-Sprecher Mario Köpers ist der Grund, dass Unister im Verdacht der Steuerhinterziehung steht. Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Versicherungssteuer zu entrichten. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer. Der Steuerschaden soll ein Volumen von rund 1 Million Euro haben. Mit den staatsanwaltlichen Ermittlungen sei "nun das Maß voll", so Köpers. Eine Zusammenarbeit mit einem solchen Anbieter komme für Tui nicht länger infrage, sagte Köpers.

Der Chef der Unister-Gruppe Thomas Wagner (34) wolle seinen Posten räumen. Tatsächlich ist Wagner aber bislang von keinem Posten zurückgetreten. Vielmehr hat er nur angeboten und angekündigt, von dem Posten des Geschäftsführers der Unister Holding GmbH sowie der Unister GmbH zurückzutreten. Die Banken haben dies zur Kenntnis genommen und begrüßt.

Das Magazin Computer Bild hatte in einem früheren Enthüllungsbericht bereits umfangreiche Vorwürfe gegen Unister erhoben, die das Unternehmen juristisch zu unterbinden versuchte. So behauptete Computer Bild unter anderem: "Unister kassiert oder kassierte mit frei erfundenen Preisreduzierungen, heimlich aufgeschlagenen Servicegeldern, Klickfallen bei Urlaubsbuchungen und weiteren Schwindeleien." Durchgestrichene Altpreise gaukelten Sonderangebote vor, die frei erfunden seien. Bei Fluege.de sei ein Umbuchungsservice für 5 bis 15 Euro voreingestellt. Bei der Reiseschutzversicherung müsse der Kunde zum Verzicht extra ein Häkchen setzen. Wer dies nicht tue, erhalte ein Reiseschutzabo, das sich im Folgejahr automatisch zu deutlich höheren Kosten verlängere.

Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de und Billigfluege.de, die Onlinereisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment.

Nachtrag vom 14. März 2013, 15:39 Uhr

Die ursprüngliche Darstellung, "Unister soll Versicherungsprodukte illegal vertrieben haben, ohne Steuern dafür zu zahlen.", war missverständlich. Gemeint war, Unister hat keine Versicherungssteuer entrichtet. Nach eigenen Angaben hat Unister für die Produkte Umsatzsteuer bezahlt, nicht aber Versicherungssteuer.

Nachtrag vom 14. März 2013, 16:29 Uhr

Ursprünglich hatten wir in diesem Artikel die Darstellung der Leipziger Volkszeitung wiedergegeben, Thomas Wagner sei auf Druck von Banken zurückgetreten, nachdem diese mit der Kündigung von Krediten über 28 Millionen Euro gedroht hatten. Das stimmt nicht, der Artikel wurde entsprechend geändert.

 Urlaubstours: Unister räumt Datenschwachstelle bei Flugbuchungen ein

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