Raubkopierer wollen Erde zerstören
Zeit Online: Und Sie glauben, damit wären die Zeiten des illegalen Filesharings beendet?
Reid: In solch einem Szenario ist Filesharing sinnlos, weil Dateien sinnlos werden. 80 Gigabyte Musikdateien über verschiedene Geräte zu synchronisieren und zu organisieren wird bald so unsinnig sein wie das Herumtragen eines Wasserkanisters in einer Stadt mit normaler Wasserversorgung. An die Stelle des Filesharings wird das Empfehlen von Musik an Freunde oder größere Kreise treten.
Zeit Online: Anwälte kommen in Ihrem Buch besser weg als die Manager der Plattenfirmen. Warum eigentlich?
Reid: Meiner Meinung nach ist das Urheberrechtsproblem nur eine von vielen Manifestationen des alles erstickenden Einflusses, den Anwälte und Rechtsstreitigkeiten auf unsere Gesellschaft haben. In einer perfekten Welt ist das Gesetz so notwendig, sauber und unaufdringlich wie ein Team von guten Schiedsrichtern im Profisport. Leider kann es diese ideale Welt nicht geben, denn wenn ein Anwalt gute Arbeit leistet, schafft er damit immer Arbeit für andere Anwälte. Einer klagt, ein anderer verteidigt. Ein Anwalt mit einer unternehmerischen Ader wird eher neue Kategorien von Gesetzen, Regulierungen oder Sammelklagen vorantreiben, als ein produktives Unternehmen zu gründen.
Zeit Online: Sie haben also sogar Respekt vor Abmahnanwälten?
Reid: Das soll jetzt nicht nach einer Verschwörungstheorie klingen. Was ich eben beschrieben habe, ist nur ein natürlicher Nebeneffekt eines wachsenden Systems, so wie ein Teich, der an Algenbewuchs erstickt. Die Algen kommunizieren nicht untereinander. Sie machen nur ihr Algending, und eines davon ist, mehr Algen zu produzieren. Gesetze, Klagen und Anwälte produzieren mehr Klagen und Anwälte. Der Wahnsinn unseres Urheberrechtssystems ist nur eine Art Alge im Teich.
Der Unternehmer, Investor und Autor Rob Reid ist Gründer des Streamingdienstes Rhapsody. Es war der erste Service, der seinen Mitgliedern für knapp 10 US-Dollar im Monat den legalen Onlinezugriff auf Millionen von Songs bot. Reid hat bislang zwei Bücher veröffentlicht: "Architects of the Web" handelt vom Silicon Valley, "Year One" von seiner Zeit an der Harvard Business School. Sein drittes Buch, die Science-Fiction-Satire "Year Zero", ist am 10. Juli 2012 bei Del Rey/Random House erschienen, allerdings zunächst nur in englischer Sprache.
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Und meinen Schellack-Plattenspieler befühle ich womit? Wer weiterhin Dateien haben...
Wir werden alle STÖÖÖÖÖRBEN. Hoffentlich erlebe ich vorher noch die omnipräsente...
Interessant ist ja irgendwie, dass scheinbar 99% der Hörer erzählen, dass 99% der Musik...
http://www.ted.com/talks/rob_reid_the_8_billion_ipod.html Deutsche Untertitel aktivieren...
Das denke ich mir auch immer und immer wieder.
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