Urheberrecht: C3S statt Gema
Auf der Sigint 2012 wurde über eine neue Verwertungsgesellschaft diskutiert. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Urheberrecht C3S statt Gema

Ein Kompromiss zwischen Urhebern und Nutzern ist möglich, sagt Meik Michalke auf der Sigint 2012, ohne Änderung des Urheberrechts - und ohne Gema. Er will eine neue Verwertungsgesellschaft gründen: die Cultural Commons Collecting Society.

Anzeige

Auf der Sigint 2012 hat Meik Michalke vom Openmusiccontest seine Vision einer neuen Verwertungsgesellschaft vorgetragen, die bald Realität werden könnte. Unter dem Namen Cultural Commons Collecting Society - kurz C3S - will er eine neue Verwertungsgesellschaft gründen, die sowohl den Ansprüchen der Urheber als auch denen der Nutzer gerecht werden soll.

Michalke - Künstler, Organistor des Openmusicawards, jahrelanger Verfechter von Creative Commons und Nemesis der Gema - plant die C3S seit über zwei Jahren. Noch in diesem Jahr will er einen Antrag für die neue Verwertungsgesellschaft beim deutschen Patentamt vorlegen. Etwas fehlt allerdings noch: mehr Künstler, die bereit sind, zumindest Teile ihres Werks unter einer Creative-Commons-Lizenz zu veröffentlichen.

Urheberrecht lässt sich nicht ändern

Das Urheberrecht lasse sich nicht ohne weiteres so umfassend ändern, wie es beispielsweise der CCC mit seiner Kulturwertmark oder die Piratenpartei fordert, sagt Michalke. Denn allein das Kürzen der Schutzfrist auf die vom CCC geforderten 15 Jahre sei nur in einem nationalen Alleingang möglich. Aber auch Deutschland hat mit 165 weiteren Staaten einen völkerrechtlichen Vertrag unterzeichnet, der bereits 1887 Schutzfristen auf 50 Jahre nach dem Tod eines Künstlers festgelegt hat: die sogenannte Berner Übereinkunft.

Dennoch ist die Diskussion gegenwärtig zwischen Nutzern und Kunstschaffenden ziemlich festgefahren. Die einen fordern ein uneingeschränktes Recht auf Kopien, die anderen wollen sie gänzlich verbieten. Einige Nutzer wollen den vollkommenen Rechtsverzicht auf Werke, die Urheber hingegen eine weitere Rechtsverschärfung.

Kompromiss gesucht

Michalke plädiert für einen Kompromiss: Das nichtkommerzielle Tauschen, also das Recht auf eine Privatkopie, muss für Nutzer erlaubt sein. Künstler hingegen müssen angemessen vergütet werden. Das lässt sich zumindest teilweise durch Creative-Commons-Lizenzen realisieren. Die sehen vor, dass Werke Nutzern frei zur Verfügung stehen, in Abstufungen auch weiterverarbeitet werden dürfen, etwa in sogenannten Remixes. Wer die Werke hingegen kommerziell nutzen will, muss dafür zahlen. Künstler sollen selbst bestimmen können, welche Rechte sie einem Werk zuordnen, und auch eine entsprechende Vergütung bekommen, die neben einem Obolus bei kommerzieller Nutzung auch in Form eines Pauschalbetrags oder eines freiwilligen Beitrages entrichtet werden soll.

Wer in Deutschland jedoch seine Musik unter eine Creative-Commons-Lizenz stellen will, kommt mit der Gema ins Gehege. Denn Künstler, die dort als Mitglieder gelistet sind, dürfen die freien Lizenzen nicht nutzen. Ihre Werke dürfen ausschließlich von der Gema verwaltet werden, andere Lizenzen lässt der Vertrag mit der Gema nicht zu. Und das, obwohl Creative-Commons-Lizenzen Urhebern auch eine globale Rechtssicherheit bieten, denn die Lizenzen sind so gut wie irreversibel.

Gegen die Abmahnwirtschaft

Michalke weist ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass die Gema das eingenommene Geld bis auf die Verwaltungskosten an ihre Mitglieder ausschüttet. Finanzielle Nutznießer der bestehenden Abmahnwelle sind die Abmahner selbst. Und ohne Verwertungsgesellschaften müssten Künstler kommerzielle Anbieter beauftragen, ihre Ansprüche zu verwalten und durchzusetzen. Das wäre nicht im Interesse der Kunstschaffenden und schon gar nicht im Interesse der Nutzer.

C3S gegen den Nutzer-Urheber-Zwist 

mdjrosenau 13. Jul 2013

1) Die Schwelle um als Urheber zu gelten ist recht niedrig. Wer ein Logo für eine...

mdjrosenau 12. Jul 2013

Das gilt aber auch ohne CC: So glauben wahrscheinlich 90% aller Discobesitzer, sie...

kevla 24. Mai 2012

ich würde ja behaupten, dass sich da ein kleiner denkfehler eingeschlichen hat. denn die...

fratze123 21. Mai 2012

Gerade bei professioneller Produktion sollten die Kosten günstiger sein, als wenn man das...

StefanKehrer 20. Mai 2012

Das ist aber eben dann keine Festanstellung, sondern eine Projektbezogene. Das sind dann...

Kommentieren


TmoWizard's Castle / 20. Mai 2012

ACTA+VDS+Urheberrecht=totale Überwachung



Anzeige

  1. Service Manager Standard Applications (m/w) in Risk Solvency II & Application Support
    Allianz Managed Operations & Services SE, München
  2. Referent Servicemanagement Telefonie (m/w)
    CosmosDirekt, Saarbrücken
  3. Leiter Delivery IT Services (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, München, Frankfurt/Main, Hamburg oder Berlin
  4. Entwicklungsingenieur/-in Software für elektrischen Antrieb
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  2. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  3. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  4. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  5. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing

  6. Electronic Arts

    Battlefield Hardline auf Anfang 2015 verschoben

  7. Schlafmonitor

    Besser schlafen mit Sense

  8. Videostreaming

    Youtube-Problem war ein Bug bei Google

  9. Prozessor inklusive Speicher

    Kommende APUs mit Stacked Memory und mehr Bandbreite

  10. Statt Codeplex

    Typescript mit neuem Compiler auf Github



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel