Abo
  • Services:
Anzeige
Lawrence Lessig
Lawrence Lessig (Bild: Neilson Barnard/Getty Images)

Urheberrecht: "Copyright soll Autoren helfen, nicht Verlagen"

Lawrence Lessig
Lawrence Lessig (Bild: Neilson Barnard/Getty Images)

Professor Lawrence Lessig kämpft für ein einfaches Urheberrecht. Wie er zwischen kommerzieller und privater Nutzung von Inhalten unterscheiden will, sagt er im Interview.

Rechtsprofessor Lawrence Lessig lehrt an der Harvard Law School. Er ist Gründer des Center for Internet and Society in Stanford und Mitbegründer der Initiative Creative Commons für alternative Verwertungslizenzen. Der Autor mehrerer Bücher und Anhänger der Open-Source- sowie der Free-Software-Bewegung gilt als Gegner des Urheberrechts in seiner heutigen, restriktiven Ausprägung und plädiert immer wieder für eine Anpassung an das digitale Zeitalter.

Anzeige

Zeit Online: Bei der Diskussion um Urheberrecht geht es, glaube ich, vor allem um Angst - um die Angst, Geld zu verlieren. Was sagen Sie beispielsweise Verlegern, die fürchten, durch eine Änderung der Struktur des Urheberrechts ihr Geschäftsmodell zu verlieren?

Lawrence Lessig: Beim Urheberrecht ging es ursprünglich nicht um Verlage, es ging um Autoren und Kreative. Ich weiß nicht, ob eine Veränderung der Urheberrechtsmodelle für Verleger bedeuten wird, weniger Geld zu verdienen. Aber das heißt doch nicht, dass das Modell versagt, solange es genug für Künstler und Autoren bringt. Selbstverständlich bedeutet es für Vermittler und Agenten eine Veränderung. Ihre Rolle wird sich ändern, abgeschafft werden sie aber in der Zukunft sicher nicht.

Diese Veränderung ist auch längst im Gange. Früher war derjenige Verleger, dem die Druckerpresse gehörte. Heute haben Verlage keine Druckereien mehr. Was tun sie also? Sie sind zu Agenten der Autoren geworden, die eine gewisse Qualität sicherstellen. Aber dafür brauchen wir Verleger nicht mehr. Wir können Qualität heute anhand anderer Kriterien finden, indem wir beispielsweise im Ranking von Amazon oder Google sehen, was anderen gefiel, indem wir anhand von Zitierungen sehen, was andere genutzt haben - und so die besten Werke finden.

Zeit Online: Aber selbst Autoren sagen, wir brauchen Verlage, um die Qualität unserer Werke sicherzustellen...

Lessig: ...nun, dann lassen wir doch die Autoren entscheiden. Und wenn die Autoren sich dafür entscheiden, die bisherige Struktur zu unterstützen, dann ist das völlig in Ordnung. Aber meiner Meinung nach ist es die Aufgabe des Urheberrechts, ein Marktversagen im Sinne der Autoren zu verhindern - und nicht im Sinne der Verleger.

Zeit Online: Aber müssten Sie nicht, um ein solches neues Recht durchzusetzen, zuerst einmal alle Verleger abschaffen?

Lessig: Das habe ich nicht gesagt. Aber ich würde ihnen auch nicht eine ewig währende Unterstützung zukommen lassen.

Zeit Online: Was ist mit Journalismus, wie passt Journalismus, der ja eine gesellschaftliche Aufgabe hat, in das Bild? Wie kann der finanziert werden?

Lessig: Ich finde die Idee von Subventionen nicht schlecht. Die Post war, nachdem sie in den USA gegründet worden war, viele Jahre lang der größte Posten im Etat der amerikanischen Regierung. Das hatte seinen Grund: Die Post sollte es erleichtern und überhaupt erst möglich machen, dass sich Informationen verbreiten. Es ging darum, freie Rede zu fördern. Und das tat sie. Im Zuge dessen gründeten sich beispielsweise viele Zeitungen.

Historisch gesehen hat die Regierung also schon einmal Informationsverbreitung subventioniert. Und das System ist neutral, es zensiert nicht, welche Inhalte verbreitet werden. Die Sorge, damit staatlichem Einfluss zu unterliegen, ist also unbegründet.

'Eigentum meint teilen, nicht etwas zu behalten' 

eye home zur Startseite
leomar 24. Okt 2012

Coole Idee, dann werd ich schon mal ins Microfon furzen, das ganze auf youtube stellen...

Bankai 23. Okt 2012

Vielleicht liegt das an der Interpretation der Aussage des guten Herren? Ich würde...

gandalfmitfahrk... 23. Okt 2012

man kann geistiges nicht besitzen, man kann aber z.b. musik machen und dann angst um das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Robert Half Technology, Berlin
  2. PTA GmbH, München
  3. Executives Online Deutschland GmbH, München
  4. T-Systems International GmbH, Bonn, Leinfelden-Echterdingen, Frankfurt am Main, München


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€
  2. 54,85€

Folgen Sie uns
       


  1. NBase-T alias IEEE 802.3bz

    Schnelle und doch sparsame Kabelverbindungen

  2. Autonomes Fahren

    Komatsu baut Schwerlaster ohne Führerstand

  3. 500-Millionen-Hack

    Yahoo sparte an der Sicherheit

  4. Advertising Standards Authority

    No Man's Sky wird auf irreführende Werbung untersucht

  5. Container

    Canonical veröffentlicht Kubernetes-Distribution

  6. Amazon

    Fire TV erhält neuartigen Startbildschirm

  7. Musikstreaming

    Soundcloud könnte bald Spotify gehören

  8. Online- oder Handyfahrschein

    Ausweiszwang bei der Bahn

  9. Elektroauto

    Volkswagen ID soll bis zu 600 km elektrisch fahren

  10. Sicherheitsrisiko Baustellenampeln

    Grüne Welle auf Knopfdruck



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mi Notebook Air im Test: Xiaomis geglückte Notebook-Premiere
Mi Notebook Air im Test
Xiaomis geglückte Notebook-Premiere
  1. Mi Notebook Air Xiaomi steigt mit Kampfpreisen ins Notebook-Geschäft ein
  2. Xiaomi Mi Band 2 im Hands on Fitness-Preisbrecher mit Hack-App
  3. Xiaomi Hugo Barra verkündet Premium-Smartphone

Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
Rocketlab
Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
  1. Osiris Rex Asteroid Bennu, wir kommen!
  2. Raumfahrt Erster Apollo-Bordcomputer aus dem Schrott gerettet
  3. Startups Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren

Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
Recruiting
Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
  1. Friends Conrad vermittelt Studenten für Serviceleistungen
  2. IT-Jobs Bayerische Firmen finden nicht genügend Programmierer
  3. Fest angestellt Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

  1. Re: BlackBerry 10

    DetlevCM | 11:58

  2. Re: Wurde der Trailer bei Steam geändert?

    germanTHXX | 11:58

  3. Re: Ab 30'700 oder ab 40'000¤? (Ergänzung)

    sebbje | 11:58

  4. Re: Tja, das war's dann mit den meisten Bahnfahrten

    Eheran | 11:57

  5. Re: Ich hatte meinen Spaß

    germanTHXX | 11:56


  1. 11:59

  2. 11:35

  3. 11:20

  4. 11:03

  5. 10:46

  6. 09:17

  7. 07:45

  8. 07:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel