Urheberrecht Abmahnanwälte verteidigen Pornopranger im Internet

Die Namen von bis zu 150.000 Menschen, die mutmaßlich Urheberrechte der Pornobranche verletzt haben, will die Regensburger Kanzlei U+C am 1. September 2012 veröffentlichen. Internetrechtsexperte Solmecke hält dies für strafbare Nötigung.

Anzeige

Die Regensburger Kanzlei U+C, die laut Süddeutsche Zeitung überwiegend Pornofilmproduzenten wie Magmafilm, Purzel-Video oder Videorama vertritt, verteidigt ihren Plan, die Namen ihrer Gegner in Urheberrechtsprozessen im Internet zu veröffentlichen.

In einer Stellungnahme, die Golem.de vorliegt, heißt es, die Kanzlei mahne "als anwaltliche Interessenvertretung ihrer Mandanten Inhaber von Internetanschlüssen ab, die eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Zu den Mandanten zählen unter anderem Auftraggeber aus der Erotikbranche, die ihre Urheberrechte verletzt sehen. Gegenstand der Urheberrechtsverletzung ist das unerlaubte Herunterladen eines urheberrechtlich geschützten Werkes in Verbindung mit dem gleichzeitigen Anbieten des Werkes durch Freigabe auf der Festplatte zum Download für weitere Internetnutzer."

U+C werde eine Auswahl der Gegner aus "offenen und anhängigen Mandatsverhältnissen veröffentlichen". Bei den Urheberrechtsverletzungen sei jeweils ein gewerbliches Ausmaß erreicht. Die Kanzlei werde sich bei der Veröffentlichung der Informationen an den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts orientieren, das ausgeführt habe, "dass das Stehen auf einer derartigen Liste keinen Makel darstellt." Laut dem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll ab 1. September 2012 eine Liste von bis zu 150.000 "Gegnern" online gehen.

Rechtlich bestünden erhebliche Zweifel an dieser "Anprangerung" von vermeintlichen Filesharern, so Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Beuge Solmecke. "Die Exponierung der abgemahnten Gegner aus offenen und anhängigen Mandatsverhältnissen stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kanzlei vor allem für die Abmahnung wegen des illegalen Downloads pornografischer Filme bekannt ist, liegt meiner Ansicht nach ein schwerer Eingriff in das Persönlichkeitsrecht vor, dessen Schweregrad in der Verletzung von Privat- und Intimsphäre zu verorten ist", sagte er.

Der vorliegende Fall sei nicht mit der benannten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vergleichbar. Im Gegensatz zu dem Beschluss handele es sich hier nicht um namhafte Unternehmen, sondern um Privatpersonen. "Den Abgemahnten wird dadurch indirekt mit einer öffentlichen Anprangerung als 'Porno-Konsumenten' gedroht. " Den Betroffenen stehe ein Unterlassungsanspruch sowie Schadensersatzansprüche zu. Sogar eine Strafbarkeit wegen Nötigung sei "in diesem Zusammenhang nicht fernliegend", so Solmecke.


Der Held vom... 23. Aug 2012

Deine Spezies scheint sich zumindest in Sachen Sexualität nicht sehr von uns Homo...

/mecki78 23. Aug 2012

Soweit ich weiß können sich beliebige viele Leute zusammen tun und gemeinsam gegen etwas...

Raumzeitkrümmer 22. Aug 2012

Bei Sprache wird das, so habe ich das mal gehört, gerne gemacht. Auf Highspeed...

BLi8819 22. Aug 2012

Wieso verstehen die Leute hier es einfach nicht: Es ist scheiß egal, ob es hier um Pornos...

BLi8819 22. Aug 2012

Die haben auch irgendwie 10 verschiedene Moralvorstellung.

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior System Architect (m/w)
    PAYBACK GmbH, Munich
  2. Senior Softwareentwickler (m/w) Java EE
    Faktor Zehn AG, München und Köln
  3. Business Intelligence / Data Warehouse Engineer (m/w)
    Loyalty Partner GmbH, München
  4. IT-Spezialist (m/w) für Anwendungsentwicklung
    Versicherungskammer Bayern, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MPAA und RIAA

    Film- und Musikindustrie nutzte Megaupload intensiv

  2. F-Secure

    David Hasselhoff spricht auf der Re:publica in Berlin

  3. "Leicht zu verdauen"

    SAP bietet Ratenkauf und kündigt vereinfachte GUI an

  4. Test The Elder Scrolls Online

    Skyrim meets Standard-MMORPG

  5. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  6. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  7. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  8. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  9. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  10. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Bleichenbacher-Angriff TLS-Probleme in Java
  2. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  3. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel