Urheberechtsdebatte Piratenpartei legt Zehnpunktekatalog vor

Die Piraten erklären, sie wollten trotz eines Rechts auf Privatkopie und DRM-Abschaffung "weiterhin eine faire und angemessene Vergütung für Urheber gewährleisten".

Anzeige

In der laufenden Urheberechtsdebatte hat die Piratenpartei einen Zehnpunktekatalog vorgelegt, der auf dem Programm der Internetpartei basiert. Ziel der Änderungen sei es, das Urheberrecht an die Informationsgesellschaft anzupassen.

Vorgeschlagen wird, die Schutzfristen auf zehn Jahre nach dem Tod des Urhebers zu verkürzen. Die aktuellen Schutzfristen über 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers nutzten in erster Linie den Rechteinhabern, so die Piratenpartei. Viele Werke würden nicht neu aufgelegt oder neu vermarktet und seien trotzdem nicht freigegeben.

Weiter erklären die Piraten: "Wir wollen die Rechte der Urheber gegenüber den Rechteinhabern stärken. So sollen Rechte bei Nichtausübung der Rechteinhaber schneller auf den Urheber zurückfallen und die Vergabe ausschließlicher Nutzungsrechte auf maximal 25 Jahre beschränkt werden."

Für öffentliche Bildungseinrichtungen soll jegliche Mediennutzung von Werken frei von weiteren Urheberrechtsabgaben jenseits der regulären Anschaffung sein. Neue Geschäftsmodelle auf Basis freier Lizenzen seien zu prüfen.

Bibliotheken müsste es erlaubt sein, Werke digital zu archivieren, um die freie Verfügbarkeit zu Bildungszwecken zu gewährleisten.

Privates Filesharing entkriminalisieren

"Das Recht auf Privatkopie soll ausformuliert und festgeschrieben sowie die Erstellung von 'Remixes' und 'Mashups' erleichtert werden. Kopierschutzmaßnahmen und digitale Rechteverwaltung (DRM) wollen wir abschaffen", erklären die Piraten. Auch sollten Urheber mehr Mitspracherechte gegenüber Rechteverwertern erhalten. Das Abmahnwesen für Verletzungen des Urheberrechtes durch Privatpersonen müsse beendet sowie die Störerhaftung zugunsten freier WLAN-Netze abgeschafft werden.

"Das private, direkte, nichtkommerzielle Filesharing und die Weitergabe von Werken soll entkriminalisiert werden." Filesharer seien die besseren Kunden und das Bedürfnis des Ausprobierens vor dem Kauf sei berechtigt.

Neue Geschäftsmodelle seien zu erproben, darunter alle bisher funktionierenden Methoden sowie neue Möglichkeiten wie Micro Payment, Crowdfunding und -investing, aber auch Pauschalabgaben, die dem Urheber zugutekämen.

Bei Pauschalabgaben müssten der Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer ausreichend geschützt werden. Die Piraten wollten "weiterhin eine faire und angemessene Vergütung für Urheber gewährleisten. Auf gegenseitiges Vertrauen zu setzen, ist hier jedoch ein ebenso wichtiger Bestandteil, wie auf funktionierende und neue Vertriebswege zu setzen." Das Urheberrecht müsse den Anforderungen des modernen medienkompetenten Nutzers gerecht werden und dürfe diese in ihrer kreativen Nutzung nicht beschränken.


pholem 30. Mai 2012

Das ist ja schön, dass DU diese Ansicht hast, aber wie in aller Welt rechtfertigst du es...

DerKeks 22. Mai 2012

Na klar gibt es solche Leute, bin doch nich blöde. Nur die generation die hier...

Trollfeeder 22. Mai 2012

Meine Rede, deshalb verstehe ich ja die Künstler nicht die sich hier teilweise...

Ampel 22. Mai 2012

Zitat aus dem Bericht : Filesharer seien die besseren Kunden und das Bedürfnis des...

jack-jack-jack 22. Mai 2012

das Gegenmodell ist die GEZ die GEZ will im Monat für TV und Radio 17,28 ¤ (was ich enorm...

Kommentieren


Berliner Film-Blog des BAF e.V. / 22. Mai 2012

Aktionstag „Wert der Kreativität" am 21. Mai 2012



Anzeige

  1. Senior Softwareentwickler (m/w) Java EE
    Faktor Zehn AG, München und Köln
  2. Softwareentwickler (m/w)
    SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal
  3. Business Intelligence Experte (m/w)
    Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH, Berlin
  4. Netzwerk Administrator (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, keine Angabe

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  2. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  3. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  4. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  5. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  6. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java

  7. Cyanogenmod-Smartphone

    Oneplus One kann nur auf Einladung bestellt werden

  8. Heartbleed-Bug

    Strato und BSI warnen Nutzer

  9. Gameface Labs Mark IV

    Virtuelle, drahtlose Android-Realität mit 1440p

  10. Verbraucherwarnung

    Nokia ruft Netzteile des Lumia 2520 zurück



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

Vorratsdatenspeicherung: Totgesagte speichern länger
Vorratsdatenspeicherung
Totgesagte speichern länger

Die Interpretationen des EuGH-Urteils zur Vorratsdatenspeicherung gehen weit auseinander. Für einen endgültigen Abgesang auf die anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten ist es aber noch zu früh.

  1. Bundesregierung Vorerst kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
  2. Innenministertreffen Keine schnelle Neuregelung zur Vorratsdatenspeicherung
  3. Urteil zu Vorratsdatenspeicherung Regierung uneins über neues Gesetz

Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel