Ununtrium Wer hat's gefunden?

Eine Gruppe japanischer Forscher hat nach eigenen Angaben ein neues Element mit der Ordnungszahl 113 erschaffen. Ein russisch-amerikanisches Team erklärt, das Element ebenfalls entdeckt zu haben.

Anzeige

Japanische Wissenschaftler haben ein neues Element geschaffen: Sie hätten ein Atom erzeugt, dessen Kern aus 113 Protonen und 165 Neutronen bestehe, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of the Physical Society of Japan. Allerdings erheben auch andere Forscher Anspruch auf die Entdeckung.

Seit 2003 arbeiten die Forscher vom Riken Nishina Center for Accelerator-Based Science in Wako in der Nähe von Tokio daran, das Element herzustellen. Dazu hätten sie eine Schicht aus Wismut-209 mit Zink-70-Kernen beschossen, wobei das Element 113, Ununtrium genannt, entstanden sei, erklärten die Forscher um Kosuke Morita.

Instabil

Ein Element mit einer solchen Massenzahl ist jedoch nicht stabil - es zerfällt in Sekundenbruchteilen. Deshalb lässt es sich nicht direkt nachweisen, sondern nur über seine Zerfallsprodukte. Nach Angaben der Wissenschaftler ist das Ununtrium-278 durch sechs Alpha-Zerfälle in das ebenfalls synthetische Element Mendelevium-254 umgewandelt worden. Bei diesem Vorgang gibt ein Kern ein Alpha-Teilchen ab, das aus zwei Protonen und zwei Neutronen besteht. Mendelevium hat 101 Protonen und 155 Neutronen.

Die japanischen Forscher hatten 2004 und 2005 bereits Hinweise auf das Element 113 entdeckt, es aber nicht nachweisen können. Im August 2012 sei ihnen jedoch der Beweis der Zerfallskette gelungen, erklären sie. Damit wären sie die Entdecker des Elements 113 und hätten das Recht, ihm einen Namen zu geben. Derzeit trägt es nur den Arbeitstitel Ununtrium, nach seiner lateinischen Ordnungszahl: unus (eins) und tri (drei).

Russisch-amerikanische Konkurrenz

Allerdings sind die Japaner nicht die einzigen, die Ununtrium für sich in Anspruch nehmen: Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Lawrence Livermore National Laboratory in Livermore im US-Bundesstaat Kalifornien und des Vereinigten Instituts für Kernforschung in Dubna nahe Moskau sehen sich ebenfalls als die Entdecker des Elements. Das Team ist bereits bestätigt als Entdecker der Elemente mit den Ordnungszahlen 114 und 116 alias Ununquadium (abgeleitet von lateinisch: unus [eins] und quattuor [vier]) und Ununhexium (abgeleitet von lateinisch: unus [eins] und griechisch: hex [sechs]). Seit Ende Mai tragen sie die Namen Flerovium, nach dem russischen Physiker und ehemaligen Dubna-Direktor Georgi Fljorow, und Livermorium.

Wer letztlich als Entdecker von Element 113 anerkannt wird, obliegt zwei Gremien, der Internationalen Union für reine und angewandte Chemie (International Union of Pure and Applied Chemistry, IUPAC) und der Internationalen Union für reine und angewandte Physik (International Union of Pure and Applied Physics, IUPAP). Die von den Teams bislang vorgelegten Beweise hätten die Gremien noch nicht überzeugt, berichtet die britische Fachzeitschrift Nature. Möglicherweise gelingt das jetzt den Forschern um Morita.


chrulri 03. Okt 2012

Ich dachte Herr Jobs sei durch Krebs und nicht durch Diabetes von uns gegangen.

__destruct() 02. Okt 2012

Wieso hat Heinrich Hertz damals mit irgendwelchen nutzlosen elektromagnetischen Wellen...

Groundhog Day 02. Okt 2012

Nein, es ist schon eher ein "Erfinden" - die ganzen Elemente ab Einsteinium sind...

wp (Golem.de) 02. Okt 2012

Ist ergänzt. Danke für den Hinweis. wp (Golem.de)

hubie 01. Okt 2012

Die Schweizer!

Kommentieren




Anzeige
  1. Applikationsadministrator/-in
    Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  2. Webentwickler (m/w)
    Global Group Dialog Solutions AG, Idstein
  3. Teamleiter (m/w) Projektmanagement
    DEXINA AG, Raum Stuttgart
  4. Junior Softwareentwickler (m/w) mit Schwerpunkt iOS
    TeamViewer GmbH, Stuttgart-Vaihingen, Göppingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Antifeatures

    Freie Software gegen Bevormundung

  2. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  3. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  4. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  5. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  6. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  7. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  8. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  9. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  10. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Dying Light: Einsamer Kampf in großer Stadt
Dying Light
Einsamer Kampf in großer Stadt

Tagsüber sammelt der Spieler Vorräte und Waffen, nachts kämpft er gegen Zombies: Das ist das Grundkonzept von Dying Light, das Techland unter anderem für Playstation 4 und Xbox One produziert.

  1. Flying Wild Hog Der Shadow Warrior kämpft wieder
  2. Homosexualität in Spielen Bug oder Feature?
  3. Strategiespiel HTML5-Version von Freeciv veröffentlicht

München: Limux bleibt technisch anspruchsvoll
München
Limux bleibt technisch anspruchsvoll

Linuxtag 2013 Das Limux-Projekt geht in den Regelbetrieb über. Viel Arbeit fällt bei der Umstellung der Münchner Stadtverwaltung auf Linux trotzdem noch an - für die Techniker und die Stadtverwaltung, die eine Strategie für den Umgang mit Open-Source-Projekten erarbeiten muss.

  1. Clark Asay Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
  2. Adobes CFF Engine Bessere Schriftdarstellung für Android, iOS und Linux
  3. Entwicklerplatinen Spark Core mit WLAN und Cortex-M3-Prozessor

Zum Artikel