Untreue: Deutschlands Google-Verkaufschef angeklagt
(Bild: Andreas Donath/Golem.de)

Untreue Deutschlands Google-Verkaufschef angeklagt

Weil er eine halbe Million Euro mit einer Scheinrechnung in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll, ist gegen Google-Deutschland-Verkaufschef Stefan Tweraser Anklage erhoben worden. Die Vorwürfe sollen jedoch in keinem Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für Google stehen.

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Einer der wichtigsten Google-Manager in Deutschland ist wegen Untreue angeklagt worden. Stefan Tweraser soll mit Hilfe einer Werbeagentur mehr als eine halbe Million Euro mit einer Scheinrechnung in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Laut Anklage hat er noch in seiner Funktion als Telekom-Austria-Marketingchef Geld der Firma illegal eingenommen.

Nach den bestätigten Informationen des österreichischen Wirtschaftsmagazins Format wird Tweraser von der Wiener Staatsanwaltschaft wegen Untreue angeklagt. Sie beantragte dem Bericht zufolge eine Hauptverhandlung vor dem Landesgericht für Strafsachen in Wien. "Wir kommentieren generell keine privaten Angelegenheiten unserer Mitarbeiter", sagte ein Google-Sprecher auf Anfrage. Eine mit der Sache vertraute Person sagte aber, die Vorwürfe stünden in keinerlei Zusammenhang mit Twerasers aktueller beruflichen Tätigkeit.

Tweraser sei zusammen mit drei weiteren Personen von der Werbeagentur Euro-RSCG, die sich inzwischen in Havas Worldwide umbenannt hat, wegen des "Verbrechens der Untreue" angeklagt worden, zitiert Format die Anklageschrift vom 4. Dezember 2012. Auf 16 Seiten werde beschrieben, wie Tweraser zusammen mit den Mitangeklagten mehr als eine halbe Million Euro von der Telekom Austria in die eigene Tasche gewirtschaftet habe.

Der österreichische Manager Gernot Schieszler, der bereits Kronzeuge der Telekom-Affäre in Österreich war, soll Tweraser laut Format belastet haben. Schieszler hatte als Zeuge umfangreich über möglicherweise strafrechtlich relevante Entscheidungen des Managements der Telekom Austria berichtet, die während der Regierungszeit von Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) zwischen 2000 und 2006 passiert sein sollen. Dabei geht es unter anderem um möglicherweise illegale Kursmanipulationen, die Bonuszahlungen in die Höhe treiben sollten, und die Finanzierung von Wahlkämpfen der rechtspopulistischen Partei FPÖ.

"Im Rahmen seiner Vertragsauflösung 2007 einigte er sich mit Schieszler auf eine zusätzliche Abfertigung von zwei Jahresgehältern. Die freiwillige Treueprämie, die ihm offiziell nicht zustand, sollte über eine Drittfirma, nämlich die Euro-RSCG, fließen", berichtet Format. Im Folgenden soll Telekom Austria eine Scheinrechnung in Höhe von 585.600 Euro gestellt worden sein. Die Angeklagten bestätigten dem Bericht zufolge zwar die Geldflüsse, hielten diese aber für nicht strafbar. Selbst der Leiter der RSCG-Mutter soll eingeweiht gewesen sein. Format zitiert seine Aussage folgendermaßen: "Ihr Österreicher seid verrückt, macht, was ihr glaubt, machen zu müssen."

Tweraser zeigt laut dem Bericht Reue und will das Geld zurückzahlen. "Die geständige Verantwortung von Tweraser wird - in Verbindung mit seinem ernstlichen Bemühen um Gutmachung des Schadens - als maßgeblicher Milderungsgrund zu beurteilen sein", heißt es laut Format in dem Bericht der Wiener Staatsanwaltschaft. Tweraser selbst war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

Stefan Tweraser studierte Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach seiner Promotion stieg er als Management Consultant bei McKinsey & Company ein und arbeitete dort vor allem an Marketing- und Vertriebsprojekten für Telekom-, Handels- und Konsumgüterunternehmen. Später wechselte er als Bereichsleiter Retail zur Telekom Austria und verantwortete dort Produktmanagement, Marktkommunikation und die Internetaktivitäten. Seit 2008 leitet er den Direktvertrieb der Google Germany GmbH.

Der Originalartikel erschien auf Wall Street Journal Deutschland.


quantummongo 11. Jan 2013

Wenn es sich bewahrheitet, stellt den keiner mehr in so einer Position ein. Der Typ hat...

Emulex 11. Jan 2013

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier...

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