Abo
  • Services:
Anzeige
Die Daten zahlreicher OKCupid-Nutzer wurden veröffentlicht.
Die Daten zahlreicher OKCupid-Nutzer wurden veröffentlicht. (Bild: Screenshot Golem.de)

Unethische Forschung: Wissenschaftler veröffentlichen 70.000 OKCupid-Profile

Die Daten zahlreicher OKCupid-Nutzer wurden veröffentlicht.
Die Daten zahlreicher OKCupid-Nutzer wurden veröffentlicht. (Bild: Screenshot Golem.de)

Wissenschaftler aus Dänemark haben Profile von rund 70.000 OKCupid-Nutzern analysiert und veröffentlicht. Den beteiligten Herren ist ein Ethik-Seminar dringend zu empfehlen.

Wissenschaftler der Universität Aarhus in Dänemark haben sich mit der Veröffentlichung von 70.000 Datensätzen von Nutzern der Datingplattform OKCupid viel Kritik ausgesetzt. Zur Aggregation der Daten wurden diese per Screen-Scraping von der Seite heruntergeladen und später in die Open-Science-Datenbank gestellt. Die Wissenschaftler, die offenbar nicht im Auftrag der Universität handelten, versprechen sich von der Auswertung der detaillierten Fragen neue Erkenntnisse.

Anzeige

Wer ein vollständiges Profil bei OKCupid anlegen will, muss mehrere hundert Fragen beantworten. Diese Fragen betreffen extrem intime Bereich des Lebens wie sexuelle Vorlieben, politische Einstellungen oder Angaben zur Treue zum Partner. Die Datensätze wurden vor der Veröffentlichung um Klarnamen und Profilbilder bereinigt. Das reicht aber nicht aus, um eine tatsächliche Anonymisierung herzustellen. Allein die Nutzernamen können, wenn sie mehrfach verwendet wurden, zu einer Identifizierung führen. Aber auch sekundäre Erkenntnisse aus den Fragebögen können zur Identifizierung beitragen.

Keine Erlaubnis eingeholt

Die Forscher haben keine Erlaubnis für das Sammeln der Daten eingeholt. Weder der Plattformbetreiber noch die Nutzer wurden nach ihrem Einverständnis gefragt. Forscher Emil Kirkegaard ist sich der Tragweite der von ihm angestoßenen Veröffentlichungen offenbar nicht bewusst. Auf Twitter kommentierte er die Frage, ob OKCupid gefragt wurde, salopp mit: "Weiß ich nicht. Nicht gefragt :)" Die Daten seien ja auf der Seite ohnehin öffentlich zugänglich.

Auch wenn es richtig ist, dass die Daten von angemeldeten Nutzern mit einfachen Mitteln abgefragt werden können, werden die Informationen hier in einem vollkommen anderen Kontext aufbereitet und zusammengeführt. Datenschutz muss immer auch den Kontext einer Veröffentlichung in den Blick nehmen, um ihre Auswirkungen absehen zu können. Das haben Kirkegaard und seine Mitstreiter ganz offensichtlich nicht getan.

OKCupid erwägt rechtliche Schritte

OKCupid kritisiert die Veröffentlichungen daher auch. In einem Statement auf der Seite Vox.com sagte ein Vertreter: "Das ist ein klarer Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen - und gegen den Computer Fraud and Abuse Act - wir denken über rechtliche Schritte nach."

Immer wieder sorgen Forschungsprojekte auf sozialen Netzwerken und Online-Plattformen für solche oder ähnliche Diskussionen. Auch auf Facebook wurden schon Studien mit Nutzern durchgeführt, ohne dass diese zuvor darüber informiert wurden. Auch Dating-Seiten wurden schon auf ähnliche Weise abgefragt. Ein Projekt wollte auf das freiwillige Teilen privater Daten aufmerksam machen und veröffentlichte dazu ein Tinder-Suchtool. Komischerweise kostete jede Abfrage Geld - der gute Zweck darf also bezweifelt werden.


eye home zur Startseite
M. 17. Mai 2016

... was nichts daran aendert, dass die Daten oeffentlich sind, wenn jeder ohne eine...

Kein Kostverächter 17. Mai 2016

Warum? Nutzungsbedingungen bedeuten, dass jemand etwas unter bestimmten Bedingungen zur...

Apfelbrot 16. Mai 2016

Nein es zeigt dass ich recht habe. Du hast einen verdrehten wirren Sinn von...

FieteMax 16. Mai 2016

https://www.youtube.com/watch?v=2P_UH--ot_0 :)

ChristianKG 16. Mai 2016

Leibniz? Hat der nicht behauptet da Gott allmächtig und allwissend ist müsstenn wir in...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Securiton GmbH Alarm- und Sicherheitssysteme, Achern
  2. BENTELER-Group, Paderborn
  3. Rimpl Consulting GmbH, Raum Köln-Bonn (Home-Office möglich)
  4. Zentrum für Informationstechnologie ZIT, Freiburg im Breisgau


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Samsung Galaxy S7 edge, Galaxy S7 oder Galaxy Tab E gratis erhalten
  2. (täglich neue Deals)
  3. (Core i7-6700HQ + GeForce GTX 1070)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Kritische Bereiche der IT-Sicherheit in Unternehmen
  2. Sicherheitskonzeption für das App-getriebene Geschäft
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Red Star OS

    Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux

  2. Elektroauto

    Porsche will 20.000 Elektrosportwagen pro Jahr verkaufen

  3. TV-Kabelnetz

    Tele Columbus will Marken abschaffen

  4. Barrierefreiheit

    Microsofts KI hilft Blinden in Office

  5. AdvanceTV

    Tele Columbus führt neue Set-Top-Box für 4K vor

  6. Oculus Touch im Test

    Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung

  7. 3D Xpoint

    Intels Optane-SSDs erscheinen nicht mehr 2016

  8. Webprogrammierung

    PHP 7.1 erweitert Nullen und das Nichts

  9. VSS Unity

    Virgin Galactic testet neues Raketenflugzeug

  10. Google, Apple und Mailaccounts

    Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Spielen mit HDR ausprobiert: In den Farbtopf gefallen
Spielen mit HDR ausprobiert
In den Farbtopf gefallen
  1. Ausgabegeräte Youtube unterstützt Videos mit High Dynamic Range
  2. HDR Wir brauchen bessere Pixel
  3. Andy Ritger Nvidia will HDR-Unterstützung unter Linux

Breath of the Wild: Spekulationen über spielbare Zelda
Breath of the Wild
Spekulationen über spielbare Zelda
  1. Konsole Nintendo gibt Produktionsende der Wii U bekannt
  2. Hybridkonsole Nintendo will im ersten Monat 2 Millionen Switch verkaufen
  3. Switch Nintendo erwartet breite Unterstützung durch Entwickler

Gear S3 im Test: Großes Display, großer Akku, große Uhr
Gear S3 im Test
Großes Display, großer Akku, große Uhr
  1. In der Zuliefererkette Samsung und Panasonic sollen Arbeiter ausgebeutet haben
  2. Vernetztes Auto Samsung kauft Harman für 8 Milliarden US-Dollar
  3. 10LPU und 14LPU Samsung mit günstigerem 10- und schnellerem 14-nm-Prozess

  1. Re: SMS unsicher?

    ClausWARE | 19:31

  2. Re: "Bestätigungscode muss nicht bei jedem Login...

    eXXogene | 19:28

  3. Re: Echt jetzt?

    kosovafan | 19:26

  4. Re: 2FA bei Passwortmanagern?

    _Sascha_ | 19:22

  5. Re: PHP ist keine Programmiersprache

    xMarwyc | 19:15


  1. 17:25

  2. 17:06

  3. 16:53

  4. 16:15

  5. 16:02

  6. 16:00

  7. 15:00

  8. 14:14


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel