UEFI Secure Boot: Fedora 18 mit Microsoft-Signatur
Mit Matthew Garretts Vorschlag wird sich Secure-Boot mit Fedora einfach nutzten lassen. (Bild: Microsoft)

UEFI Secure Boot Fedora 18 mit Microsoft-Signatur

Ein kleines Stück Software, das noch vor Grub geladen wird, soll von Microsoft signiert werden. Alles andere möchte das Fedora-Team selbst signieren und so Secure-Boot in Fedora 18 für alle nutzbar machen.

Anzeige

Auch wenn es nicht unbedingt die attraktivste Lösung sei, wird das Fedora-Team den Secure-Boot-Signierdienst von Microsoft in Anspruch nehmen, schreibt Matthew Garrett in seinem Blog. So soll sich Fedora 18 leicht auf Hardware installieren lassen, die für Windows 8 zertifiziert ist und entsprechend Secure-Boot einsetzt.

Zwar gäbe es Alternativen, etwa die Möglichkeit, Fedora-Schlüssel an Hardwarehersteller zu verteilen oder einen Schlüssel für alle Linux-Distributionen zu erzeugen, diese seien Garrett zufolge jedoch wenig praktikabel. Außerdem führe das Signieren von Microsoft dazu, dass Fedora "auf einer möglichst großen Anzahl von Hardware läuft".

Bootloader zwischen UEFI und Grub

Geplant ist ein minimaler Bootloader, der von Microsoft signiert werden soll. Einziger Zweck dieser Software ist es, den eigentlichen Bootloader, Grub2, zu starten. Außerdem soll die Software die Grub2-Signatur überprüfen, welche von Fedora zur Verfügung gestellt wird.

Dadurch kann das Team einerseits einfach Grub2 aktualisieren, da es mit dem Fedora-eigenen Schlüssel signiert ist. Andererseits sollte das Release-Team keine Probleme haben, den zwischengelagerten Bootloader signieren zu lassen. Garrett geht davon aus, dass dieser höchstens einmal pro Release-Zyklus aktualisiert werden muss.

Secure-Boot in Fedora

Damit die Kette von signiertem Code beim Boot bis zur grafischen Oberfläche nicht unterbrochen werden kann, müssen die Entwickler jedoch noch einige Funktionen beschränken. So sollen Nutzer künftig etwa keine Module mehr in Grub2 laden können und die Kommandozeile für den Kernel soll keine Befehle mehr entgegennehmen können, die Angreifer ausnutzen könnten.

Auch werde der Linux-Kernel selbst eingeschränkt, schreibt Garrett. So müssen etwa sämtliche verwendeten Treiber signiert sein und in den Kernel geladen werden. Der Umgang mit Modulen, die das Fedora-Team nicht selbst anbietet, wird also schwieriger.

Selbst signieren oder ausschalten

Anwender, die einen selbst gebauten Kernel oder spezielle Module, etwa binäre Grafikkartentreiber, nutzen möchten, haben hauptsächlich zwei Optionen: Zum einen könnten sie gänzlich auf Secure-Boot verzichten, indem die Funktion in der Firmware abgeschaltet wird.

Die zweite Möglichkeit ist, einen eigenen Schlüssel zu erzeugen. Garrett schreibt, das Fedora-Team wird "sämtliche Werkzeuge zum Signieren von Binärdateien" zur Verfügung stellen. Die Schlüssel können in der Firmware hinterlegt werden, und Fedora wird diese akzeptieren.

Die nun von Garrett vorgestellte Strategie ist allerdings noch nicht endgültig. Garrett schreibt, "es gibt immer die Möglichkeit, dass wir etwas übersehen haben oder eine neue Idee aufkommt". Die angestrebte Lösung scheint jedoch die einfachste für alle Beteiligten und Nutzer zu sein.

Eine erste Version des zwischengelagerten Bootloaders ist bereits bei Github im Quellcode verfügbar.


robinx999 02. Jun 2012

Aber Firmware klingt nach dem Bios Nachfolger UEFI, oder verstehe ich das Falsch? Und ist...

Ampel 01. Jun 2012

Secure Boot ist nicht wichtig und kein wesendlicher Bestandteil zur funktionalität eines...

bstea 31. Mai 2012

Dann signierst du selbst. Entscheidend ist, dass Board muss dich kennen.

robinx999 31. Mai 2012

Im Artikel steht ja "[..]Garrett schreibt, das Fedora-Team wird "sämtliche Werkzeuge zum...

malachi54 31. Mai 2012

ich glaube nicht, dass redhat dafür etwas zahlt. die entfernen doch nicht aus jux und...

Kommentieren



Anzeige

  1. Integration Developer / Architect (m/w)
    evosoft GmbH, Nürnberg
  2. PHP Web Entwickler/-in (m/w)
    mediawave internet solutions GmbH, München
  3. Leiter Business Solutions (m/w)
    Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe
  4. Principal Research Manager (Engineering) (m/w)
    Microsoft Deutschland GmbH, Munich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Systemkamera

    Fujifilm will Teleobjektive erst Ende 2015 bauen

  2. DIY-Handy

    Fab Lab plant Handyfabrik in Hamburg

  3. Quartalsbericht

    Amazon erwirtschaftet Verlust von 126 Millionen US-Dollar

  4. Apple verkraftet Ansturm nicht

    OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

  5. Erfundene Waren

    Ebay-Betrüger muss für 7 Jahre in Haft

  6. Uber und Wundercar

    Deutsche haben großes Interesse an Taxi-Alternativen

  7. Bundesnetzagentur

    In Deutschland sind weiter rund 30 Wimax-Anbieter aktiv

  8. Allview Viva H7

    7-Zoll-Tablet mit UMTS-Modem für 120 Euro

  9. Echtzeit-Überwachung

    BND prüft angeblich Einsatz von SAPs Hana-Datenbank

  10. Xiaomi

    Design des Mi4 von Apple "inspiriert"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

Destiny angespielt: Schöne Grüße vom Master Chief
Destiny angespielt
Schöne Grüße vom Master Chief
  1. Bungie Drei Betakeys für Destiny
  2. Activison Destiny ungeschnitten "ab 16" und mit US-Tonspur
  3. Bungie Destiny läuft auch auf der Xbox One in 1080p mit 30 fps

    •  / 
    Zum Artikel