Anzeige
Nicht so leicht abzuhören: eine mechanische Schreibmaschine
Nicht so leicht abzuhören: eine mechanische Schreibmaschine (Bild: Maximilian Schönherr/Lizenz: Public Domain)

Überwachung: NSA-Ausschuss erwägt Einsatz mechanischer Schreibmaschinen

Die Spähattacken der Geheimdienste führen offenbar zu einem Comeback der Schreibmaschine. Auch der Untersuchungsausschuss will auf antiquierte Technik zurückgreifen. "Lächerlich", findet ein SPD-Ausschussmitglied.

Anzeige

Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages erwägt aus Sicherheitsgründen einen zum Teil kompletten Ausstieg aus der elektronischen Kommunikation. Der Ausschuss denke über den Einsatz einer nichtelektronischen Schreibmaschine nach, sagte der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg (CDU) am Montag im ARD-Morgenmagazin. Darüber hinaus versuche der Ausschuss, mit verschlüsselten E-Mails und Kryptotelefonen seine interne Kommunikation abzusichern. Zudem wolle sich der Ausschuss für wichtige Besprechungen in Zukunft in einem abhörsicheren Raum treffen. Der russische Geheimdienst FSO soll nach den ersten Enthüllungen von Edward Snowden bereits 20 mechanische Schreibmaschinen angeschafft haben.

Sensburg begründete den Sicherheitsaufwand mit dem Thema des Ausschusses: "Anders als andere Untersuchungsausschüsse untersuchen wir einen laufenden Sachverhalt. Nachrichtendienstliche Tätigkeit läuft noch, findet statt", sagte der CDU-Politiker. Er kündigte an, dass er sein Smartphone noch am Montag auf mögliche Sicherheitslücken und Spähprogramme hin prüfen lassen wolle. "Ich werde auch die anderen Obleute und Ausschussmitglieder auffordern, ihre Telefone einmal checken zu lassen", sagte Sensburg. Am Wochenende hatten mehrere Medien berichtet, dass die Abgeordneten zunehmend besorgt über die Ausspähung ihrer Kommunikation seien.

Mit Blick auf die Spannungen zwischen Deutschland und den USA nach dem Rauswurf eines US-Geheimdienstvertreters sagte Sensburg: "Es muss sich etwas ändern. Das was wir hier erleben, kann nicht weiter so stattfinden. Man muss freundschaftlich miteinander umgehen und dazu gehört nicht, dass man sich gegenseitig die Bürgerinnen und Bürger bis hin zur Bundeskanzlerin ausspäht." Nach der Enttarnung eines mutmaßlichen CIA-Spions im BND hatte die Bundesregierung dem CIA-Chef in Deutschland die Abreise nahegelegt. Die USA regierten darauf verärgert. "Staaten mit hochentwickelten Nachrichtenagenturen wie die USA und Deutschland wissen, was Spionageaktivitäten und Zusammenarbeit mit sich bringen", sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest am Freitag. Solche Vorfälle sollten aber über die diplomatischen Kanäle und nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden.

Der oberste Geheimdienstrepräsentant der USA in Deutschland hat das Land bislang jedoch noch nicht verlassen. Eine Außenamtssprecherin sagte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, ihr Ministerium habe bisher keine Kenntnis von einer Ausreise. Sobald der Amerikaner Deutschland verlassen habe, werde die US-Botschaft das dem Auswärtigen Amt mitteilen. Sollte die Ausreise noch länger auf sich warten lassen, könnte die Bundesregierung den Diplomaten zur Persona non grata erklären und die Ausreise innerhalb einer bestimmten Frist erzwingen.

Nachtrag vom 14. Juli 2014, 14:43 Uhr

Innerhalb des Ausschusses kamen die Überlegungen Sensburgs nicht so gut an. "Man kann die Arbeit des UA auch mit der Forderung nach mechanischen Schreibmaschinen ins Lächerliche ziehen", twitterte der SPD-Ausschussobmann Christian Flisek. Spionageabwehr gehe anders. Die Ausschuss-Obfrau der Linke, Martina Renner, meinte: "Bevor ich Schreibmaschine nutze, Zettelchen nach dem Lesen verbrenne, schaffe ich lieber die Geheimdienste ab."


eye home zur Startseite
Boris.Henkel 12. Aug 2014

Wie wäre es einfach mal einen Computer ohne Netzwerkverbindungen zu nutzen. Das heißt...

M.P. 25. Jul 2014

Wieviel Prozent der IT-Firmen sind einem Arbeitgeberverband angeschlossen?

Spaghetticode 15. Jul 2014

http://www.der-postillon.com/2014/07/umstellung-auf-schreibmaschinen-in-nsa.html

IchBinFanboyVon... 15. Jul 2014

Also wenn die Ammis es so weit kommen lassen... Dann muss ich Schäuble recht geben: Das...

IchBinFanboyVon... 15. Jul 2014

Hehe wohl war. Die wären sicher auch ein super Team für die Untersuchung. Die wissen wie...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektmanager (m/w)
    T-Systems International GmbH, Berlin, Bonn, Darmstadt, München, Münster
  2. Consultant (m/w) Business Intelligence (Reporting)
    T-Systems on site services GmbH, Nürnberg
  3. Webentwickler/-in
    ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG, Hard (Österreich)
  4. Einkäufer IT (m/w) Workplace Services
    über HRM CONSULTING GmbH, Nürnberg

Detailsuche



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. TIPP: Amazon-Sale
    (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. NUR NOCH BIS DIENSTAG: Gratis Roccat Lua Tri-Button Maus + Kanga Cloth Mousepad Bundle bei Kauf einer ausgewählten Gainward-Grafikkarte
  3. VORBESTELLBAR: ASUS GeForce GTX 1080 Founders Edition
    789,00€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Section Control

    Bremsen vor Blitzern soll nicht mehr vor Bußgeld schützen

  2. Beam

    ISS-Modul erfolgreich aufgeblasen

  3. Arbeitsbedingungen

    Apple-Store-Mitarbeiterin gewährt Blick hinter die Kulissen

  4. Modulares Smartphone

    Project-Ara-Ideengeber hat von Google mehr erwartet

  5. Telekom-Konzernchef

    "Vectoring schafft Wettbewerb"

  6. Model S

    Teslas Autopilot verursacht Auffahrunfall

  7. Security

    Microsoft will Passwort 'Passwort' verbieten

  8. Boston Dynamics

    Google will Roboterfirma an Toyota verkaufen

  9. Oracle-Anwältin nach Niederlage

    "Google hat die GPL getötet"

  10. Selbstvermessung

    Jawbone steigt offenbar aus Fitnesstracker-Geschäft aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Darknet: Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
Darknet
Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
  1. Privatsphäre 1 Million Menschen nutzen Facebook über Tor
  2. Security Tor-Nutzer über Mausrad identifizieren

Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. Hack von Rüstungskonzern Schweizer Cert gibt Security-Tipps für Unternehmen
  2. APT28 Hackergruppe soll CDU angegriffen haben
  3. Veröffentlichung privater Daten AfD sucht mit Kopfgeld nach "Datendieb"

Traceroute: Wann ist ein Nerd ein Nerd?
Traceroute
Wann ist ein Nerd ein Nerd?

  1. Re: Hätte den Totalschaden meines Wagens verhindert

    crazypsycho | 04:44

  2. Re: Kann also höchstens noch 10 Jahre dauern

    WonderGoal | 03:45

  3. Re: Erschreckend

    picaschaf | 03:33

  4. Re: Der Telekom Fressesprecher informiert: Wir...

    Rulf | 03:32

  5. Re: Tesla kann auch nix

    picaschaf | 03:30


  1. 12:45

  2. 12:12

  3. 11:19

  4. 09:44

  5. 14:15

  6. 13:47

  7. 13:00

  8. 12:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel