Überwachung Gegen Megaupload wurde Prism eingesetzt

Laut neuseeländischen Polizeiunterlagen wurde gegen die Betreiber von Megaupload mit Prism ermittelt. E-Mails wurden so überwacht und nach Suchbegriffen (Selectors) durchsucht.

Anzeige

Polizeidokumente über die Durchsuchung der Villa von Kim Dotcom belegen, dass die neuseeländische Polizei bei dem Vorgehen gegen Megaupload offenbar Zugang zu Prism-Daten hatte. Das berichten Keith Ng, der die Informationen in seinem Blog On Point online gestellt hat, und das australische Magazin ITNews.

Das Unified Targeting Tool (UTT) wird auf verschiedenen Folien zum Prism-Programm erwähnt und steht am Beginn eines Rechercheprozesses. In die Software muss der NSA-Mitarbeiter die Suchbegriffe (Selectors) eingeben. Nachdem das FBI die Rechtmäßigkeit der Abfrage geprüft und bestätigt hat, leitet UTT sie an das Tool Printaura weiter, das den Workflow der Abfrage steuert. In dem neuseeländischen Material ist auch von Selectors die Rede, mit dem die E-Mails des Megaupload Gründers Dotcom, seiner Frau Mona, und der Mitbegründer Bram van der Kolk und Sven Echternach durchsucht wurden. Auch die Bezeichnungen von E-Mail-Proxy-Servern, die die Überwachten genutzt hatten, finden sich in den Dokumenten.

Die Überwachungsdaten erhielt die OFCANZ (Organised and Financial Crime Agency of New Zealand) von dem neuseeländischen Geheimdienst GCSB (Government Communications Security Bureau).

Dotcom und vier seiner Mitarbeiter wurden im Januar 2012 verhaftet und warten auf ein Auslieferungsverfahren. Dotcoms Villa wurde durchsucht, Rechner und Speicher beschlagnahmt und die Plattform Megaupload offline genommen. Dotcom ist auf Kaution frei, sein Vermögen wurde eingefroren und anschließend teilweise wieder freigegeben. Dem 40-Jährigen droht eine Strafe von maximal 20 Jahren wegen krimineller Geschäfte und Geldwäsche.

Ein neuseeländisches Gericht hat am 6. Dezember 2012 entschieden, dass Dotcom den GCSB und die Polizei auf Schadensersatz verklagen darf. Der GCSB musste Dotcom auch die Überwachungsprotokolle, die über ihn angefertigt wurden, aushändigen. Dies war illegal, denn der Geheimdienst darf keine neuseeländischen Bürger oder Menschen, die ihren Wohnsitz in dem Inselstaat im südlichen Pazifik haben, ausspionieren. Auch muss der GCSB seine Beteiligung an der Durchsuchung der Villa von Dotcom offenlegen.


Kay Macke 26. Aug 2013

Weil er der Goldfinger/Gert Fröbe des 21.Jahrunderts sein will. Darum. Und weil es bei...

User2 25. Aug 2013

dann flieg mal in die USA, solche Menschen gibt es viel mehr als man hier in den Medien...

spambox 25. Aug 2013

Prism ist ein Werkzeug, mit dessen Hilfe Straftaten gegen mehrere Hundert Millionen...

Charles Marlow 24. Aug 2013

Amerikaner natürlich. Kimble war ideal, weil weder US-Bürger, noch in einem Land...

Tourist 24. Aug 2013

Genau und wenn man nachdenkt, wieso wurden z.B. die LIBOR Manipulationen, die milliarden...

Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker/in
    Lechwerke AG, Augsburg
  2. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  3. Referent (m/w) Lernmanagementsysteme mit Schwerpunkt IT-Fachkonzeption
    Gothaer Finanzholding AG, Köln
  4. SAP Inhouse Berater BI (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  2. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  3. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  4. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  5. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  6. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  7. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  8. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da

  9. Linux 3.13

    Canonical übernimmt erneut Kernel-Langzeitpflege

  10. Klötzchen

    Dänemark in Minecraft nachgebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Techniktagebuch auf Tumblr: "Das Scheitern ist viel interessanter"
Techniktagebuch auf Tumblr
"Das Scheitern ist viel interessanter"

Im Techniktagebuch schreiben zwei Dutzend Autoren über den Alltag mit Computern, Handys und anderen Geräten. Im Gespräch mit Golem.de erläutert die Initiatorin Kathrin Passig, warum nicht jeder Artikel eine Pointe und nicht jeder Autor ein hohe Technikkompetenz haben muss.


Ubuntu 14.04 LTS im Test: Canonical in der Konvergenz-Falle
Ubuntu 14.04 LTS im Test
Canonical in der Konvergenz-Falle

Ubuntu soll künftig auch auf Tablets und PCs laufen, weshalb die Entwicklung des Unity-Desktops derzeit offenbar feststeckt. Die wenigen neuen Funktionen könnten gut für die lange Support-Dauer sein, zeigen aber auch einige interne Probleme auf.

  1. Canonical Ubuntu One wird beendet
  2. Canonical Mir in Ubuntu abermals verschoben
  3. Trusty Tahr Erste Beta der Ubuntu-Derivate verfügbar

25 Jahre Gameboy: Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste
25 Jahre Gameboy
Nintendos kultisch verehrte Daddelkiste

Der Gameboy ist gut gealtert - heute wird mit der Konsole Musik gemacht, und selbst Spieleprogrammierer werden beim Anblick des grauen 8-Bit-Klotzes nostalgisch.

  1. Satoru Iwata Nintendo will Handhelds und stationäre Konsolen vereinen
  2. Nintendo Yamauchi-Clan will Anteile abstoßen
  3. Mario Nintendo macht Apps und gesund

    •  / 
    Zum Artikel