Bundestag beschließt Gesetz über Bestandsdaten
Bundestag beschließt Gesetz über Bestandsdaten (Bild: Deutscher Bundestag / Schüring)

Überwachung Bundestag erlaubt Polizei Abfrage von PIN und Passwörtern

Der Bundestag hat das Gesetz über Bestandsdaten verabschiedet. Patrick Breyer klagte erfolgreich gegen das erste Gesetz dazu. Er will nun auch gegen das neue klagen.

Anzeige

Der Bundestag hat am Donnerstagabend die sogenannte Bestandsdatenauskunft beschlossen - beziehungsweise eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes, in der diese nun neu geregelt wird. Das bedeutet, dass Polizei und Geheimdienste künftig sehr persönliche Informationen von Mobiltelefonbesitzern abrufen dürfen und das automatisiert und ohne größere rechtliche Hürden.

Die dabei übersandten Informationen heißen zwar recht harmlos Bestandsdaten. Doch sind sie der Zugang zum Privatleben. Es werden nicht nur Name, Adresse und Kontoverbindung an die Polizei geschickt. Sondern auch die PIN des Handys, Passwörter von E-Mail-Postfächern und Diensten wie Dropbox und dynamische IP-Adressen. Mit denen lässt sich letztlich nachvollziehen, was der Handybesitzer im Netz getan hat.

Die Neuregelung des Gesetzes war notwendig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht die alte Norm für verfassungswidrig hält. Den ersten Entwurf bewerteten Kritiker als völlig unzureichend, da er die Vorgaben des ursprünglichen Gesetzes sogar noch erweiterte. Die Koalition hatte sich daraufhin auf Nachbesserungen verständigt.

Patrick Breyer, der die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht angestrengt hatte, will nun auch gegen das neue Gesetz klagen. "Ich werde auf jeden Fall wieder klagen", sagte er. Er ist überzeugt, dass auch die nun verabschiedete Fassung gegen die Verfassung und gegen das Urteil der Verfassungsrichter verstößt.

"Das neue Gesetz ist verfassungswidrig"

"Der Gesetzentwurf ist in mindestens sechs Punkten verfassungswidrig", sagte Breyer. Beispielsweise weil er die Datenübermittlung schon erlaubt, wenn die Polizei nur wegen einer Ordnungswidrigkeit ermittelt. "Das geht gar nicht." Auch dass bei jeder Kleinigkeit die IP-Adresse herausgegeben und so Internetnutzer identifiziert werden könnten, sei ein Verstoß. Die Beschränkungen für die Geheimdienste seien sogar noch laxer.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, bei dem der Amtsrichter und Piraten-Politiker Breyer Mitglied ist, schreibt dazu: "Entgegen den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts soll die Identifizierung von Internetnutzern durch Geheimdienste keine tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer konkreten Gefahr voraussetzen."

Der Arbeitskreis ist mit dieser Meinung nicht allein. Nach Meinung der Kritiker sollten PIN, Passwörter und IP-Adressen überhaupt nur herausgegeben werden, wenn wegen einer schweren Straftat ermittelt wird. Schließlich seien diese Informationen so sensibel wie der Schlüssel zur Wohnung der Betroffenen. Diesen automatisch und nahezu unkontrolliert herauszugeben, sei nicht hinnehmbar. "Die Voraussetzungen, wann die Daten übermittelt werden dürfen, sind völlig unzulässig."

Breyer ist sich daher sicher, dass auch das neue Gesetz vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden wird. "Die Politiker im Bundestag können nicht ernsthaft glauben, dass es vor dem Gericht Bestand hat."

Er hofft, dass es soweit gar nicht kommt. Das Gesetz ist zustimmungspflichtig, der Bundesrat muss darüber abstimmen, bevor es in Kraft treten kann. "Es ist ein realistisches Ziel, dass die Bundesländer den Vermittlungsausschuss anrufen und es dort Nachbesserungen geben wird", sagte Breyer. Wer gegen das Gesetz sei, solle also ruhig an seinen Landesinnenminister schreiben.


jizzlenizzle 15. Feb 2014

Ich nutze seit längerem Shellfire VPN. Die haben einen kostenlosen Free Service der...

Karmuue 25. Mär 2013

Das ist seit gestern verboten.

Prypjat 25. Mär 2013

Liebe Kindliche Kaiserin, Sie sollen nichts hinterfragen! Sie sollen Mutantenstadl...

Prypjat 25. Mär 2013

Ich habe am Wochenende auf ARTE eine Doku über Syrien gesehen und dort wird wirklich auf...

Prypjat 25. Mär 2013

So ist es doch immer und überall! Und es ist letztlich egal welche Regierungsform gerade...

Kommentieren



Anzeige

  1. Quality- & Service-Manager/in SAP-Entwicklung
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Engineer (m/w) Signal Processing
    Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen
  3. Ingenieur/in für Software- und Systemtests
    Schaeffler Engineering GmbH, Herzogenaurach (Raum Nürnberg)
  4. Project Analyst LCCS (Local Custody and Control System) (m/w)
    State Street Bank GmbH, Munich, Frankfurt

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TIPP: 3 Blu-rays für 20 EUR
    (u. a. World War Z, Gesetz der Rache, Star Trek, True Grit, Parker)
  2. TIPP: Oster-Schnäppchen auf Blu-ray
    (u. a. Edge of Tomorrow 7,97€, Godzilla 7,97€, Casino 5,99€, Ghostbusters 1+2 für 9,97€)
  3. TIPP: 10 Blu-rays für 50 EUR - nur 5€ pro Film!
    (u. a. Gravity, Inception, The Dark Knight Rises, Project X, Sieben, The Lego Movie, Kill the Boss)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Khronos Group

    Grafik-API Vulkan erscheint für die Playstation 4

  2. Mobilfunk

    Gericht untersagt verändertes SIM-Karten-Pfand

  3. League of Legends & Co

    Moba-Spieler investieren 24,92 US-Dollar in ihr Aussehen

  4. Stellenanzeige

    Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit

  5. Studie

    Spracherkennungs-Apps am Steuer erhöhen die Unfallgefahr

  6. Minister

    Keine Förderung mehr unter 50 MBit/s

  7. Onion Omega

    Preiswertes Bastelboard für OpenWrt

  8. Noki

    Intelligentes Türschloss ohne Umbauten installierbar

  9. Samsung 850 Evo

    M.2- und mSATA-Kärtchen erhalten mehr Cache

  10. Mozilla

    Firefox 37 bringt Zertifikatsperren und Nutzerfeedback



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Bloodborne im Test: Das Festival der tausend Tode
Bloodborne im Test
Das Festival der tausend Tode
  1. Bloodborne Patch und PC-Petition
  2. Bloodborne angespielt Angsthase oder Nichtsnutz

Jugendliche und soziale Netzwerke: Geh sterben, Facebook!
Jugendliche und soziale Netzwerke
Geh sterben, Facebook!
  1. Nuclide Facebook stellt quelloffene IDE vor
  2. 360-Grad-Videos und neuer Messenger Facebook zeigt seinen Nutzern Rundumvideos
  3. Urheberrecht Bild-Fotograf zieht Abmahnung zum Facebook-Button zurück

Raspberry Pi 2: Die Feierabend-Maschine
Raspberry Pi 2
Die Feierabend-Maschine
  1. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster
  2. Raspberry Pi 2 Fotografieren nur ohne Blitz
  3. Internet der Dinge Windows 10 läuft kostenlos auf dem Raspberry Pi 2

  1. Re: 1. April?

    Bassa | 11:15

  2. Re: sinn des ganzen?

    Prinzeumel | 11:15

  3. Re: Solidarität am Arsch.

    Bassa | 11:14

  4. Re: 2. Auschreibung?

    der_wahre_hannes | 11:14

  5. Re: Erfahrungsbericht

    ZyRa | 11:13


  1. 10:41

  2. 10:35

  3. 10:21

  4. 10:05

  5. 09:15

  6. 09:10

  7. 07:46

  8. 07:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel