Claudia Roth im November 2012
Claudia Roth im November 2012 (Bild: Reuters/Tobias Schwarz)

Twitter #Candystorm für Claudia Roth

Bei der Urwahl wurde Grünen-Chefin Claudia Roth von den Parteimitgliedern abgewatscht, auf Twitter wird sie von Sympathisanten mit Lob und guten Wünschen überschüttet - und ein Parteifreund hat sogar ein neues Wort für die Solidarität im Netz erfunden.

Anzeige

So viel Zuneigung hat sie bereits länger nicht mehr erfahren. Nachdem Claudia Roths klägliches Scheitern bei der Grünen-Urwahl publik wurde, meldeten sich nach der üblichen Hämewelle im Netz die Sympathisanten lautstark zu Wort. Ihr Tenor: Die Parteichefin macht gute Arbeit. Ihre Mission: Roth vom Rückzug aus dem Parteivorsitz abhalten.

"Besonders berührt hat mich etwas, was ich bislang nicht kannte: ein Candystorm", sagte Roth bei ihrem Auftritt vor der Presse am Montagmorgen. Bereits kurz, nachdem die Ergebnisse der Urwahl feststanden, hatten erste Twitter-Nutzer ihre Solidarität mit der Grünen-Chefin bekundet. Am Sonntagabend rief dann der Parlamentarische Geschäftsführer Volker Beck zur Unterstützung seiner Parteifreundin auf.

Flauschstorm, Lovestorm?

"Wie nennt man das Gegenteil eines Shitstorms?", fragte der aktive Twitter-Nutzer auf der Internet-Plattform. Wenige Minuten später hatte er sich für #candystorm entschieden - der Vorschlag gefalle ihm besser als #lovestorm und #flauschstorm. Letzterer ist eine Anspielung auf den Begriff Flausch, eine Wortschöpfung, mit der die Piratenpartei Nettigkeiten in sozialen Netzwerken bezeichnet.

Versehen mit Schlagwörtern wie #claudiatwomoreyears oder #claudiamussbleiben wurde in den folgenden Stunden fleißig Unterstützung für die Parteichefin getwittert. "Dass Claudia Roth nicht zum Spitzenkandidaten gewählt wurde, heisst doch lange nicht, dass sie keine gute Parteivorsitzende ist", schrieb der Nutzer @gradunski. "#Claudiamussbleiben, ansonsten wird diese Partei noch mehr öder Einheitsbrei, als er jetzt schon ist", orakelte @JDoubleK. Der Nutzer @sacralo ging sogar noch weiter und versprach: "Wenn Claudia weiter macht, trete ich den Grünen bei."

Ein Versprechen, das er nun einlösen kann. Am Montagmorgen verkündete Roth ihren Entschluss, wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren - und lobte die Aktion ausdrücklich. Dementsprechend begeistert wurde die Nachricht in ihrer Online-Fangemeinde aufgenommen: "#ClaudiaRoth kandidiert wieder als Parteichefin - ein guter Tag! Die Frau hat Charakter und eckt auch mal an, sowas brauchen wir!", schrieb @Thranky.

Neben Candy auch Shit

Neben all dem #candy wurde natürlich auch etwas #shit verbreitet. Einige Nutzer der Online-Plattform sahen in der Niederlage bei der Urwahl ein deutliches Zeichen für die Inkompetenz der Parteichefin. "Ach Claudia Roth - wie süß schmeckt doch die Macht, auch als Ökosozialistin und - auch wenn Dich keiner wegen Unfähigkeit mehr haben will", hieß es da zum Beispiel, oder "Bloß keine schlechte Arbeit eingestehen! Trotz Urwahl-Desaster - Roth will Grünen-Chefin bleiben."

Ein überraschend großer Teil der Twitter-Gemeinde stellte sich jedoch auf die Seite der Grünen-Führung. Auch diese hatte am Wochenende ihre Solidarität mit Roth bekundet. Jürgen Trittin lobte sie dafür, die Partei über Jahre hinweg gut geführt und zusammengehalten zu haben. Die designierte Spitzenkandidatin Göring-Eckardt sagte der Bild am Sonntag: "Ich wünsche mir, dass Claudia Roth ein gutes Ergebnis beim Parteitag bekommt."

Für Roth, die nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Urwahl von "Zweifeln und großer Zerrissenheit" spricht, war die öffentlich bekundete Solidarität nach eigener Aussage wichtig, um sich wieder für den Parteivorsitz zu bewerben. Dass sie den #Candystorm bei ihrer Rede am Montagmorgen extra erwähnte, könnte ein Zeichen sein - dafür, dass sie sich womöglich selbst bald einen Twitter-Account zulegen wird.


Anonymouse 14. Nov 2012

Habe mich jetzt mal auf die Suche nach dem Zitat gemacht. Laut Quellen kam das in der...

Karl-Heinz 13. Nov 2012

Das ist doch diese SPD mit der Blume im Logo.

Remy 13. Nov 2012

Bei diesen Argumenten muss ich einknicken.

Guardian 13. Nov 2012

Zum Thema antideutsch: Ja ich weiß was es heißt. ja die sind die Letzten. Warum? Gro...

miauwww 12. Nov 2012

Sie hat 26% bekommen. Das ist so wenig noch nicht. Und es war erstmal die Urwahl, was ein...

Kommentieren



Anzeige

  1. Berater IP Netze mit Fokus Unified Communication (m/w)
    IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Dresden oder Berlin
  2. Projektleiter Automotive (m/w)
    KSE GmbH, Ingolstadt
  3. Implementation Consultant (m/w)
    Dennemeyer, Howald (Luxembourg)
  4. IT-Consultant HP PPM (m/w)
    Media-Saturn IT Services GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Pantelligent

    Die funkende Bratpfanne

  2. Mitsubishi i-MiEV

    Elektroauto verliert nach kurzer Zeit 17 Prozent Akkukapazität

  3. Nick Hayek

    Swatch-Chef hat keine Angst vor der Apple Watch

  4. Hdmyboy

    HDMI-Ausgang für den ersten grauen Gameboy

  5. Merkel-Handy

    NSA-Ausschuss kritisiert Stopp von Ermittlungen

  6. Unitymedia

    Liberty Global schafft Marke KabelBW ab

  7. NSA-Ausschuss

    BND trickst bei Auslandsüberwachung in Deutschland

  8. IT-Anwalt

    "Facebook geht bei neuen AGB illegal vor"

  9. Erbgut

    DNA überlebt Ausflug ins All

  10. Windows-Nachbau

    ReactOS bekommt neuen Explorer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test: Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
Panasonic Lumix DMC-LX100 im Test
Kamera zum Begeistern und zum Verzweifeln
  1. Systemkamera Sony Alpha 7 II mit 5-Achsen-Bildstabilisierung
  2. Canon PowerShot G7 X im Test Canons Konkurrenz zu Sonys 1-Zoll-Kamera
  3. Interne Dokumente Neuer Sony-Sensor könnte Kameras kraftvoller machen

Crowdfunding für Games: Der Goldrausch auf Kickstarter ist vorbei
Crowdfunding für Games
Der Goldrausch auf Kickstarter ist vorbei
  1. Pono Neil Youngs Highres-Player kommt auch ohne Kickstarter
  2. The Flame in the Flood Reise am prozedural generierten Fluss
  3. Jolt Schnurloses Laden für die Gopro

Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

    •  / 
    Zum Artikel