Twitter Bezahlen mit Hashtag statt mit Euro

American Express und Twitter testen ein neues Bezahlsystem: Um etwas zu kaufen, muss man nur ein bestimmtes Schlagwort twittern. Das ist auch ein Datenschutz-Experiment.

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Besitzer einer American-Express-Kreditkarte können nun auch über Twitter einkaufen, ohne dass dabei jedes Mal Daten übertragen werden. Dazu müssen sie zunächst ihre Kreditkarte mit ihrem Twitter-Konto verbinden. Anschließend können sie eine Reihe von Produkten kaufen, die über Twitter angeboten werden.

Das funktioniert folgendermaßen: Die Kunden loggen sich auf einer bestimmten Website mit ihren Twitter-Zugangsdaten ein und hinterlassen dort ihre Kreditkarten-Informationen. Die sind damit dem Twitter-Konto zugeordnet. Die Seite sei sicher, sagt American Express, und die Daten würden auch nicht weitergegeben. Sie wird vom Kreditkarten-Unternehmen betrieben; die Daten dürften also besser gesichert sein, als das bei Twitter der Fall wäre.

American Express veröffentlicht dann auf seinem Twitter-Konto einen sogenannten Hashtag für ein bestimmtes Produkt - ein Schlagwort, das mit einem #-Zeichen gekennzeichnet ist. Den jeweiligen Hashtag muss dann der Kunde twittern, wenn er das Angebot in Anspruch nehmen möchte. Er bekommt anschließend via Twitter einen Bestätigungs-Hashtag mitgeteilt, den er innerhalb von 15 Minuten selbst noch einmal twittern muss, der Verkauf ist damit erledigt. Je nach Angebot wird das gekaufte Produkt dann per Post verschickt oder muss in einem Laden abgeholt werden.

Die ersten Produkte, die sich so kaufen lassen, sollen das Tablet Kindle Fire von Amazon sein, die Spielekonsole Xbox 360 von Microsoft und eine Kamera von Sony.

Das Ganze ist zunächst ein Test, wie gut Twitter als Werbe- und Verkaufsplattform funktioniert: Verknüpfen Menschen ihr Profil im sozialen Netzwerk freiwillig mit ihren Kreditkartendaten? Nehmen sie anschließend die Angebote bei Twitter wahr oder gehen diese in der Flut der täglichen Nachrichten unter? Bestätigen die Nutzer öffentlich sichtbar ihre Kaufabsichten und machen damit gleichzeitig Werbung für das Produkt?

Es wäre "wertvolle" Werbung, weil sie vor allem diejenigen erreichen kann, die dem Nutzer folgen, ihn also interessant finden. Ähnlich wie in den "gesponserten Meldungen" von Facebook werden dabei Marken mit Freunden und Bekannten verknüpft. Die Botschaft, dass ein Freund ein bestimmtes Produkt gekauft hat, wird also bestenfalls als Empfehlung wahrgenommen.

Gleichzeitig könnte man es auch als Datenschutz-Experiment betrachten: Wie viele Menschen haben kein Problem damit, ihre Einkäufe öffentlich zu tätigen? Ab welchem Preisnachlass ist die Hemmschwelle überwunden? Wem wäre unwohl, wenn die Schufa ihm auf Twitter folgen würde, um seine Konsumgewohnheiten zu beobachten? (Einen Twitter-Account hat die Schufa, sie folgt bislang aber niemandem.)

Funktioniert der Verkauf über die Plattform, könnte Twitter künftig einen Anteil des Verkaufspreises als Provision einbehalten. Wie Twitter zu Beginn von der neuen Bezahlfunktion profitiert, wollte aber keiner der Beteiligten sagen.

American Express scheint an den Erfolg des Modells zu glauben. Laut Wall Street Journal hat das Unternehmen ähnliche Deals auch mit Facebook, Foursquare und dem Microsoft-Dienst Xbox Live abgeschlossen.


Baron Münchhausen. 13. Feb 2013

Nett gemeint von Dir, aber golem.de weiß das auch selber. Sind kluge Leute da. Deshalb...

ji (Golem.de) 12. Feb 2013

Das nennt man einfach Zusammenarbeit zweier Redaktionen die sich gegenseitig schätzen...

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