Medienminister Thomas Kreuzer und die Professorin Gudrun Klinker in der TU München
Medienminister Thomas Kreuzer und die Professorin Gudrun Klinker in der TU München (Bild: Golem.de)

TU München Die Spiele-Ingenieure an der Exzellenzuni

Garagenprogrammierer waren gestern: Seit gut einem Jahr bildet die Technische Universität in München Games Engineers aus. Nun wird ein Master-Studiengang geplant, wie die Hochschule bei einer erste Bilanz mit dem bayerischen Medienminister Thomas Kreuzer gesagt hat.

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John Carmack und Tim Sweeney haben als geradezu klassische Garagenprogrammierer angefangen. Die Yerli-Brüder von Crytek haben ihren Vorläufer der Cryengine noch selbst gebastelt, und ihn dann Spielejournalisten auf kleinen deutschen Messen und Branchentreffen vorgestellt. Lange ist es her - inzwischen hat sich die Branche professionalisiert. Inzwischen beschäftigen id Software, Epic Games und Crytek bestens ausgebildete Informatiker und Engine-Spezialisten in ihren Stäben. Es könnte sein, dass in ein paar Jahren auch Absolventen der Technischen Universität München dazu stoßen. Die international renommierte Hochschule - eine von elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland - bietet seit gut einem Jahr den Studiengang Games Engineering an und hat jetzt bei einem Treffen mit dem bayerischen Medienminister Thomas Kreuzer ein erstes Fazit gezogen.

Das Bachelor-Studium bietet in einer Linie eine "technische Ausbildung", so Gudrun Klinker, die als Spezialistin für Augmented-Reality den Studiengang maßgeblich mit aufgebaut hat und als Professorin dort lehrt. Andere für die Entwicklung von Spielen relevante Themen wie Design, Grafik und Animation sind zwar ebenfalls wichtig, sie "stehen aber eben nicht im Fokus". Stattdessen stehen Game Engine Design, Social Gaming, Mensch-Maschine-Interaktion, Sensorik und Künstliche Intelligenz auf dem Stundenplan, dazu kommt eine Ausbildung im Kernbereich der Informatik. Das soll unter anderem dafür sorgen, dass die Absolventen später eine gewisse "Flexibilität bei der Berufswahl" haben, so Klinker. Mögliche Arbeitgeber sind nicht nur klassische Entwicklerstudios und Publisher, sondern auch Unternehmen mit Schwerpunkten wie Serious Games oder Anwendungsprogrammierung.

Der Minister darfs ausprobieren

Was den Professoren wichtig ist und auch bei den Studenten gut ankommt: der hohe Praxisanteil. In den vorgesehenen sechs Semestern der Regelstudienzeit stehen viele praktische Aufgaben an. Medienminister Kreuzer durfte bereits selbst Anwendungen wie eine Multimonitor-Bewegungssteuerung ausprobieren und einen Blick auf eine innerhalb des ersten Jahres programmierte Engine werfen. Bewährt habe sich außerdem ein frühzeitiger Austausch mit anderen Bildungseinrichtungen wie der Hochschule für Film und Fernsehen und mit Firmen wie Nvidia und Crytek, außerdem mit der Universität Stockholm, die wiederum eng mit Dice (Battlefield 3) zusammenarbeitet.

Vor einem Jahr haben sich rund 310 Studenten beworben, rund 180 sind dann tatsächlich angetreten. Die meisten sind laut der TU noch mit dabei - auch, weil an der Hochschule viel Wert auf kleine Lerngruppen und individuelle Betreuung gelegt wird. Für das kommende Semester liegen 265 Bewerbungen vor. Einen Numerus Clausus oder ähnliche Vorgaben gibt es nicht. Stattdessen entscheidet die Uni individuell, wer sich für das Games Engineering eignet - und nimmt nach eigener Darstellung dann auch alle geeigneten Kandidaten auf.

Zum Wintersemester 2014/15 will die TU München einen Master-Studiengang anbieten, in den vor allem die Games-Engineering-Bachelorabsolventen nahtlos wechseln könnten - jedenfalls die, die nicht erst mal Erfahrungen in der Praxis sammeln möchten. Rüdiger Westermann ist bereits jetzt mit den Vorbereitungen beschäftigt, den Angaben des Professors zufolge sollen die vier Hauptdisziplinen Games Art, Game Production, Game Programming und Game Design im Mittelpunkt stehen. Es gehe außerdem darum, Kommunikations- und Managementfähigkeiten einzuüben, um mit Designern und anderen Kreativen im Team arbeiten zu können - Westermann spricht dabei von einer im Studium "erzwungenen Interdisziplinarität". Die spielt eventuell sogar bei der Abschlussarbeit eine Rolle: Möglicherweise müssen die Master-Spieleingenieure im Team ein eigenes Spiel entwickeln.

Medienminister Kreuzer hat bei dem Treffen an der TU München betont, dass der Freistaat Bayern das Konzept des Games Engineering stark weiter unterstützt. Er hofft darauf, dass viele der Absolventen in der Region bleiben und beispielsweise eigene Entwicklerstudios gründen und damit Arbeitsplätze im Medienbereich schaffen - für John Carmack und Tim Sweeney wäre das natürlich nicht so schön.


Drizzt 26. Jul 2012

Guck dir doch mal alte Handys an (nein ich mein mit alt NICHT das erste iPhone)... Die...

Drizzt 26. Jul 2012

Ich denke mal du meinst First-Person-Shooter... Wieso nicht? Abseits der intellektuellen...

TheHugeManatee 26. Jul 2012

als student des betreffenden studiengangs will ich jetzt auch mal was kompetentes...

Thaodan 24. Jul 2012

Stimmt, ich meinte damit nur das man sich nicht auf einem Ausruht der nur in der Windows...

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