Tracking: Krieg der Cookies
Mozilla versetzt Werbewirtschaft in Panik. (Bild: Katrin Morenz/CC BY-SA 2.0)

Tracking Krieg der Cookies

Mit einer kleinen Änderung in Firefox versetzt Mozilla Onlinewerber in Panik. Sie warnt, viele kleine Websites stünden vor dem Aus, Nutzer würden entrechtet. Das Problem aber sitzt tiefer und ist nur zu lösen, wenn die Werbewirtschaft lernt, Maß zu halten.

Anzeige

Mozilla macht mit seiner Ankündigung Ernst, sogenannte Third-Party-Cookies ab Firefox 22 weitgehend zu blockieren. Ein entsprechender Patch wurde jetzt in die Entwicklerversion von Firefox 22 integriert. Was nach einer kleinen Änderung klingt, versetzt Onlinewerber in Alarmstimmung. Tausenden kleinen Unternehmen, die mit ihren Websites für die große Vielfalt im Netz sorgen, drohe das Aus, warnt Randall Rothenberg, Chef des Interactive Advertising Bureau (IAB). Das ist sicherlich übertrieben, zumal Tracking vor allem großen Anbietern hilft. Zudem gibt es technische Alternativen zu Cookies. Das eigentliche Problem ist ein anderes: die geringe Akzeptanz von Tracking im Speziellen und von Werbung im Allgemeinen.

Worum geht es eigentlich?

Bei den Third-Party-Cookies, die Firefox ab Juni 2013 weitgehend blockieren soll, handelt es sich um Cookies, die von Dritten gesetzt werden, deren Inhalte in eine Website eingebunden sind. Die Cookies werden zumeist über die in Webseiten eingebundene Werbung oder Widgets wie Social-Buttons gesetzt.

Damit lässt sich eine wichtige Einschränkung von Cookies umgehen: Eigentlich kann jeder Server nur seine eigenen Cookies auslesen. Wenn aber ein Dritter Third-Party-Cookies auf mehreren Webseiten platzieren kann, ist es ihm möglich, einen Nutzer auf all diesen Seiten wiederzuerkennen. Das wird als Tracking bezeichnet.

Firefox soll nun solche Third-Party-Cookies mit einer Ausnahme standardmäßig blockieren: Hat ein Nutzer die Seite des Dritten zuvor direkt besucht, darf dieser Dritte auf anderen Seiten später auch Third-Party-Cookies setzen. Andernfalls werden Third-Party-Cookies blockiert.

Mozilla will das Web besser machen

Für Mozilla sind die neuen Cookie-Regeln ein notwendiger Schritt, um das Web besser zu machen und Firefox den Wünschen seiner Nutzer anzupassen. Angesichts der wachsenden Zahl an Firmen, die Cookies zu Tracking-Zwecken einsetzen, reagiere Mozilla mit dem Blockieren von Third-Party-Cookies auf die Bedenken der eigenen Nutzer in Sachen Tracking, schreibt Alex Fowler, der bei Mozilla für das Thema Datenschutz zuständig ist.

Fowler zeigt im Selbstversuch, welcher Unterschied sich mit der Änderung ergibt: Er hat alle Cookies gelöscht und anschließend vier Websites besucht, eine mit Wetterdaten, eine mit lokalen Nachrichten, eine überregionale Nachrichten-Website und eine mit Techniknachrichten. Mit dem Patch landeten 75 First-Party-Cookies und kein Third-Party-Cookie in seinem Browser, ohne den Patch waren es 385 First- und Third-Party-Cookies.

Apple macht das schon länger

Mozilla verweist auch auf Apples Browser Safari, der Third-Party-Cookies schon länger blockiert. Für die Onlinewerbewirtschaft ist Mozillas Plan, Third-Party-Cookies ebenfalls weitgehend zu blockieren, nun aber ein großes Problem. Hat Apples Browser Safari unter den Desktopbrowsern weltweit nur einen vergleichsweise kleinen Marktanteil von rund 5 Prozent, gehört Firefox mit einem Marktanteil von gut 20 Prozent global zu den drei am häufigsten genutzten Browsern. In Deutschland ist Firefox nach wie vor der am häufigsten genutzte Browser mit einem Marktanteil von rund 35 Prozent. Mozillas Bedeutung für den Markt ist also deutlich größer.

Und wo liegt jetzt das Problem? 

daazrael 03. Jun 2013

Ich hatte den Adblocker nun wirklich lange aus, aber nun sehe ich täglich mehrmals diese...

Levantiner 13. Mai 2013

Mich stört Web-Werbung ungemein und lenkt mich vom eigentlichen Ziel ab, nämlich einen...

kockott 13. Mai 2013

das sehe ich auch so, bei unserem Wohnblock gibt es genormte "keine Werbung" Aufkleber...

mnementh 02. Apr 2013

Kapitalismus funktioniert sogar komplett ohne bezahlte Werbung. Werbung hat nichts aber...

mnementh 02. Apr 2013

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, halte ich 5 Euro pro Monat für Werbefreiheit...

Kommentieren




Anzeige

  1. Java-Entwickler/in Systemintegration IT-Organisation und Softwareentwicklung
    HESSISCHER RUNDFUNK, Frankfurt
  2. Technischer Kundenbetreuer (m/w) am Service-Desk für Videokommunikation
    MVC Mobile VideoCommunication GmbH, Kronberg (bei Frankfurt am Main)
  3. Junior-Berater / Junior-Software-Ingenieur (m/w) IT-Lösungen im Bereich Automotive / Customer Management
    Capgemini Deutschland GmbH, Stuttgart, Frankfurt am Main
  4. System Administrator (m/w)
    hmmh multimediahaus AG, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Age of Wonders 3

    Erweiterung Golden Realms mit Halblingen

  2. Programmierschnittstelle

    Nvidias Cuda 6.5 für mehr Tempo und ARM64

  3. Laufzeitumgebung

    Teile von Unity werden quelloffen

  4. Megaupload

    Kim Dotcoms Vermögen bleibt weiter eingefroren

  5. Router

    AVM schließt Sicherheitslücke in MyFritz-App

  6. AntMe V2

    Programmieren lernen mit Ameisen

  7. Android

    Motorola arbeitet an einem 7-Zoll-Tablet

  8. Oculix

    Netflix mit Oculus Rift und Leap Motion steuern

  9. Frequenzen für Mobilfunker

    Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 soll 2016 starten

  10. Xbox One

    Microsoft bietet Reparatur oder Umtausch an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Ultimate Evil Edition: Diablo 3 zum Dritten
Test Ultimate Evil Edition
Diablo 3 zum Dritten
  1. Activision Blizzard World of Warcraft fällt auf 6,8 Millionen Abonnenten
  2. Diablo 3 auf PS4 angespielt 20 Minuten in der neuen Hölle
  3. Sacred 3 Angespielt Kein Warten beim Laden

Banana Pi im Test: Bananen sind keine Himbeeren
Banana Pi im Test
Bananen sind keine Himbeeren
  1. Eric Anholt Freier Grafiktreiber für Raspberry Pi von Broadcom
  2. Raspberry Pi Compute Module ist lieferbar
  3. PiUSV im Test Raspberry Pi per USV sauber herunterfahren

Deutschland: E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
Deutschland
E-Sport ist mehr als eine Randerscheinung
  1. Dead Island 2 angespielt Nur ein kopfloser Zombie ist ein guter Zombie
  2. Grey Goo angespielt Echtzeit-Innovation mit grauer Tentakel-Schmiere
  3. No Man's Sky Wie aus einer Telefonnummer ein Universum entsteht

    •  / 
    Zum Artikel