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Tor: EU gibt Blockade von Anonymisierungsservern auf
(Bild: Tor-Netzwerk)

Tor: EU gibt Blockade von Anonymisierungsservern auf

Tor: EU gibt Blockade von Anonymisierungsservern auf
(Bild: Tor-Netzwerk)

Die EU hat ihre Praxis aufgegeben, im Internet Nutzer von Anonymisierungsservern mit einer gefälschten "Server overloaded"-Meldung abzuweisen. Angeblich seien Hacker schuld, die "typischerweise das Tor-Netzwerk nutzen".

Die EU-Kommission hat nach Beschwerden die heimliche Sperrung von IP-Adressen beendet, die zu Anonymisierungsdiensten gehören. Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) hatte dies kritisiert. Nutzer von Anonymisierungsdiensten bekamen eine Fehlermeldung, wenn sie das Internetangebot der Europäischen Union ansteuerten. Angezeigt wurde eine Warnung: "Network Error (gateway_error). Server overloaded. The gateway may be temporarily unavailable, or there could be a network problem" (Netzwerkfehler. Server überlastet. Das Gateway ist nicht zu erreichen oder es besteht ein Netzwerkproblem).

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Padeluun von der Bürgerrechtsorganisation Foebud, der einen Tor-Server betreibt, betonte: "Neben dem öffentlichen und ehrenamtlich betriebenen Tor-Netzwerk wurden auch kommerzielle Anbieter gezielt ausgesperrt. Über einige Dienste war der Zugriff auf ausgewählte Internetseiten überhaupt nicht möglich."

"Cyberangreifer nutzen typischerweise Tor-Netzwerke"

Ein Information Security Officer der EU-Kommission hatte Breyer erklärt, dass Nutzer von Anonymisierungsdiensten blockiert würden, weil "Cyberangreifer typischerweise das Tor-Netzwerk nutzen". Um das Onlineangebot der EU "für alle Bürger verfügbar zu halten", sei diese Sicherheitsmaßnahme nötig.

Dagegen hatte das Bundeskriminalamt am 26. September 2011 erklärt: "Heutzutage spielen Anonymisierungsdienste für die Ausführung von DoS- beziehungsweise DDoS-Angriffen keine Rolle mehr." Das BKA hatte bei einem eingesetzten Proxy-Server in der Grundkonfiguration des Reverse-Proxys bestimmte Adressbereiche aus dem Tor-Netzwerk gesperrt. Dabei habe es sich um eine Default-Einstellung des Herstellers gehandelt.

"Die Aussperrung von Anonymisierungsdiensten ist ein fatales Signal für die Freiheit im Netz", sagte Katharina Nocun vom AK Vorrat. "Die Bürger müssen weiterhin die Möglichkeit haben, anonym auf Internetseiten von Behörden zuzugreifen." Anonymisierungsdienste seien insbesondere in Ländern, die durch Zensur, Internetfilter und Vorratsdatenspeicherung die Internetnutzung überwachten, für die Gewährleistung der Presse- und Meinungsfreiheit unerlässlich.


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