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Tony Fadell, ehemaliger Chef von Nest
Tony Fadell, ehemaliger Chef von Nest (Bild: Kimberly White/Getty Images for Vanity Fair)

Tony Fadell: Nest-Gründer macht keine Omeletts mehr

Tony Fadell, ehemaliger Chef von Nest
Tony Fadell, ehemaliger Chef von Nest (Bild: Kimberly White/Getty Images for Vanity Fair)

Der umstrittene Nest-Chef Tony Fadell ist zurückgetreten. Die zu Google gehörende Firma ist vor allem für ihren selbstlernenden Heizungsregler mit Internet-Anbindung bekannt - und Fadell für seine kompromisslosen Managementmethoden.

Tony Fadell, der Gründer von Nest, verlässt die Google-Mutter Alphabet. Der 47-jährige Fadell war einst bei Apple maßgeblich an der Entwicklung des Musikplayers iPod beteiligt und gilt als einer der Stars des Silicon Valley. Nest gründete er vor sechs Jahren mit dem Technik-Experten Matt Rogers. Während es schon seit einiger Zeit keine neuen Nest-Produkte gab, geriet Fadell zuletzt wegen seines Führungsstils ins Gerede. Der Gründer des von Nest übernommenen Sicherheitskamera-Anbieters Dropcam, Gred Duffy, kritisierte ihn öffentlich scharf und schrieb, er bereue, sein Unternehmen verkauft zu haben.

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Die Runde machte unter anderem Duffys Vorwurf, Fadell verhalte sich wie ein "tyrannischer Bürokrat", der den Fortschritt zurückhalte. Fadell selbst antwortete jetzt in einem Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg auf die Frage, ob er ein Tyrann sei: "Man kann kein Omelett machen, ohne die Eier zu zerschlagen. Dieser Stil passt vielleicht nicht für jeden."

Eine nach dem Dropcam-Kauf herausgebrachte Sicherheitskamera blieb das einzige neue Nest-Gerät unter dem Dach von Google und Alphabet. Der Nest-Thermostat und der vernetzte Rauchmelder Nest Protect wurden lediglich erneuert. Beim Protect musste Nest auch noch eine der zentralen Funktionen deaktivieren, die das Gerät von herkömmlichen Rauchmeldern unterscheiden sollte - die Möglichkeit, bei einem Fehlalarm einfach vor der Kamera des Geräts zu winken, um ihn abzustellen. Bei Tests wurde festgestellt, dass auch hektische Bewegungen bei einem tatsächlichen Brand den Alarm abschalten konnten.

Laut früheren Medienberichten soll Fadell auch damit betraut worden sein, eine neue Version der gefloppten Datenbrille Google Glass zu entwickeln, doch zuletzt war nichts mehr davon zu hören. Eine von Nest erwartete große Vision für das vernetzte Zuhause, über die drei miteinander verbundenen Geräte hinaus, materialisierte sich bisher nicht.

Die Rolle von Nest innerhalb von Alphabet wurde von Branchenbeobachtern noch mehr in Zweifel gezogen, als vor wenigen Wochen der vernetzte Lautsprecher Google Home ohne Beteiligung von Nest vorgestellt wurde. Google hat eine eigene Hardware-Sparte, die vom früheren Motorola-Manager Rick Osterloh geführt wird. Fadell sagte Bloomberg, die Firma habe einen mehrjährigen Fahrplan für neue Produkte.

Die Website The Information schrieb, die Entwicklung des Nest-Geschäfts habe die Erwartungen aus Zeiten der Übernahme durch Google verfehlt. Der Konzern nennt zwar keine Zahlen, aber trotz der vielen verschiedenen Ideen unter dem Alphabet-Dach ist Google mit seinem Online-Werbegeschäft nach wie vor praktisch die einzige Geldquelle des Konzerns. Zuletzt stieg der Alphabet-Umsatz im ersten Quartal um 17 Prozent auf 20,26 Milliarden Dollar. Alle anderen Alphabet-Teile außer Google trugen dazu 166 Millionen Dollar bei. Zugleich stiegen aber auch ihre Verluste binnen eines Jahres von 633 auf 802 Millionen Dollar.

Fadell schrieb jetzt in einem Blogeintrag, sein Rückzug sei bereits seit Ende vergangenen Jahres vorbereitet worden. Er bekomme jetzt mehr Zeit und Flexibilität, um Neues in anderen Branchen zu versuchen. In den vergangenen Jahren habe er in rund 100 verschiedene Technologie-Firmen investiert, sagte Fadell Bloomberg. Erst vor wenigen Tagen trat er als Geldgeber bei Actev Motors in Erscheinung - einem Start-up, das vernetzte elektrische Karts entwickelt.

Neuer Chef von Nest wird der bisher öffentlich kaum bekannte Manager Marwan Fawaz. Er befasste sich den Großteil seiner Karriere mit Technik für die Kabel-TV-Branche. Als Motorola zeitweise zu Google gehörte, führte er die Sparte des Handy-Pioniers, die TV-Boxen herstellte. Sie wurde später verkauft.


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