Tonträger Telefonpionier Alexander Graham Bell spricht

Das Smithsonian Museum hat eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Mitarbeiter haben eine Tonaufnahme des Telefonpioniers Alexander Graham Bell aus dem Jahr 1885 entdeckt und digital rekonstruiert.

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Es sind Zahlen - kaum verständlich, weil fast 130 Jahre alt, aber sie stammen von einem prominenten Sprecher: Mitarbeiter des Smithsonian Museums in der US-Hauptstadt Washington haben eine Tonaufnahme dem Telefonpionier Alexander Graham Bell zuordnen können.

Die Smithsonian-Mitarbeiter hatten eine kürzlich aufgefundene Wachsplatte einem losen Blatt zugeordnet, das von Bell stammt. Es enthält das Transkript der Aufnahme, die mit den Worten endet: "In witness whereof - hear my voice, Alexander Graham Bell", sinngemäß: "Das hier ist zertifiziert meine Stimme, Alexander Graham Bell." Das Datum ist ebenfalls vermerkt: 15. April 1885.

Rekorder beim Smithsonian hinterlegt

Die Platte gehört zu dem Fundus, den Bell seit den frühen 1880er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1922 dem Museum hat zukommen lassen. Darunter waren auch über 200 Platten und Zylinder mit Tonaufnahmen. Bells eigene Stimme ist noch nicht einmal die älteste Tonaufnahme: Eine stammt aus dem Jahr 1881 von Bells Vater Alexander Melville Bell, der aus William Shakespeares Stück Hamlet zitiert. Bell hatte 1881 einige Aufnahmen und Geräte, mit denen sie aufgezeichnet worden waren, aus patentrechtlichen Gründen beim Smithsonian deponiert.

Abspielen lassen sich diese uralten Aufnahmen nicht mehr. Sie müssen deshalb digital rekonstruiert werden. Dazu wird zunächst ein hochaufgelöster 3D-Scan der Platte oder des Zylinders angefertigt. Aus diesem Scan werden dann Kratzer oder Schmutz, die die Qualität der Aufnahme beeinträchtigen, entfernt. Anschließend errechnet dann eine Software, wie sich eine Nadel durch die Rillen des Tonträgers bewegen würde und rekonstruiert daraus die Aufnahme, die dann als Audiodatei abgespeichert wird.

Älteste Tonaufnahme

Die Idee zu diesem berührungslosen Abtastverfahren entstand 2002 am Lawrence Berkeley National Laboratory und wurde in den darauf folgenden zehn Jahren zusammen mit der US-Kongressbibliothek (Library of Congress) und anderen Institutionen entwickelt. Mit dem Verfahren wurde Anfang 2008 die älteste erhaltene Tonaufnahme rekonstruiert, die der französische Erfinder Edouard-Leon Scott de Martinville im April 1860 aufzeichnete.

"Die Stimme Alexander Graham Bells zu identifizieren - des Mannes, der uns allen die Stimme anderer gebracht hat -, ist ein wichtiger Moment für die Geschichtswissenschaft", sagte John Gray, Direktor des Smithsonian Museums. "Die Entdeckung wird es uns nicht nur ermöglichen, weitere Aufnahmen unserer Sammlung zu identifizieren, sie bereichert auch unser Wissen über das späte 19. Jahrhundert - wer sprach, was sagten sie, wie sprachen sie - und diese für die Tonexperimente prägende Zeit."


JochenEngel 01. Mai 2013

Ist auch eine...eben nur aus Wachs ;0) C=Compact D=Disk beides kann man als gegeben ansehen.

FunnyGuy 30. Apr 2013

Ja, aber diese Analogfetischisten werden wohl kaum einem Algorithmus vertrauen um ihre...

AveN 30. Apr 2013

Wird das wirklich so schwer heutzutage jemanden mit diesem Namen zu finden? ^^ LG AveN

Kendel 30. Apr 2013

Nur weil da Wachsrollen rumliegen, lässt sich nicht gleich zuordnen wer dort spricht...

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