Chromium warnt vor einem abgelaufenen Zertifikat, aber der Nutzer erfährt nicht, dass es selbst signiert und somit sowieso ungültig ist.
Chromium warnt vor einem abgelaufenen Zertifikat, aber der Nutzer erfährt nicht, dass es selbst signiert und somit sowieso ungültig ist. (Bild: Screenshot Hanno Böck)

TLS-Bibliotheken: Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten

Mit Hilfe von fehlerhaften X.509-Zertifikaten haben Forscher zahlreiche zum Teil sicherheitskritische Bugs in TLS-Bibliotheken gefunden. Erneut wurde dabei eine gravierende Sicherheitslücke in GnuTLS entdeckt.

Anzeige

Ein Forscherteam hat zahlreiche Fehler in quelloffenen Verschlüsselungsbibliotheken bei der Überprüfung von Zertifikaten entdeckt. In GnuTLS und in MatrixSSL wurden dabei Sicherheitslücken entdeckt, die unter bestimmten Umständen Man-in-the-Middle-Angriffe ermöglichen.

Mit Hilfe eines Scans wurden zunächst etwa 250.000 echte Zertifikate, die auf Internetservern zum Einsatz kommen, gesammelt. Anschließend wurden in diesen Zertifikaten zahlreiche Parameter geändert, sie waren aber weiterhin korrekt lesbar. Die Forscher nennen diese manipulierten Zertifikate passenderweise "Frankencerts". Anschließend wurde geprüft, ob die Prüfroutinen der verschiedenen TLS-Bibliotheken die Zertifikate als gültig betrachten. Die Idee: Wenn ein Zertifikat von einer Bibliothek als gültig und von einer anderen als ungültig betrachtet wird, ist eine der Prüfroutinen fehlerhaft.

In GnuTLS und MatrixSSL wurden alte Zertifikate, die nach der veralteten Version 1 des X.509-Standards erstellt wurden, grundsätzlich als Zertifizierungsstellen akzeptiert. Das bedeutet, dass ein Angreifer, der ein solches altes Zertifikat von einer Zertifizierungsstelle erhält, damit beliebige weitere Zertifikate signieren konnte. Der entsprechende Fehler in GnuTLS, der mit der ID CVE-2014-1959 bezeichnet wird, wurde bereits Anfang März in der Version 3.2.12 behoben, von MatrixSSL gibt es noch kein Update.

Damit hatte GnuTLS in der vergangenen Zeit zwei derartige Sicherheitslücken. Anfang März wurde bereits berichtet, dass die Bibliothek speziell präparierte fehlerhafte Zertifikate als gültig anerkennt und somit Angriffe ermöglicht.

Browserwarnungen verwirrend

Weiterhin fanden die Autoren heraus, dass in manchen Browsern teilweise den Nutzern sehr verwirrende Warnungen gezeigt werden. So wird in Chrome und Chromium unter Linux sowie in Safari ein Zertifikat, welches von keiner vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle ausgestellt wurde und gleichzeitig abgelaufen ist, dem Nutzer nur als abgelaufen angezeigt. Ein Nutzer könnte denken, dass ein abgelaufenes Zertifikat nicht so schlimm ist, da dies häufiger vorkommt, wenn ein Administrator vergisst, das Zertifikat rechtzeitig zu erneuern. Dass das Zertifikat generell nicht als gültig erkannt wurde, erfährt man nicht.

Zahlreiche weitere Fehler wurden ebenfalls aufgedeckt, so prüften etwa verschiedene TLS-Bibliotheken unzureichend, wenn in Zertifikaten Beschränkungen für die Nutzung von kryptographischen Schlüsseln eingetragen wurden. Alle Entwickler der entsprechenden Bibliotheken und Browser wurden von den Autoren informiert.

Die Forscher haben sich auf quelloffene TLS-Bibliotheken konzentriert, weisen aber darauf hin, dass man die gleichen Tests auch mit proprietären Bibliotheken durchführen könnte. Durchgeführt wurden die Tests von einem Team von Wissenschaftlern der University of Texas in Austin und der University of California in Davis.


Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Engineer/SE (m/w)
    HWI IT e.K., Teningen
  2. Online Konzeptioner/UX-Designer
    redblue Marketing GmbH, München
  3. Consultant Finance Processes & Applications (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  4. Junior Java Software Developer (m/w) - Smart Home
    Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. The Witcher 3: Wild Hunt
    44,99€ USK 18
  2. PS4-Spiele reduziert
    (u. a. Lego der Hobbit 26,72€, The Crew 29,19€, Assassins Creed Unity 29,19€, The Wolf Among...
  3. PlayStation 4 - Konsole Ultimate Player 1TB Edition
    399,00€ - Release 15.07.

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Internet.org

    Mark Zuckerberg will Daten per Laser auf die Erde übertragen

  2. TLC-Flash

    Samsung plant SSDs mit 2 und 4 TByte

  3. Liske

    Bitkom schließt Vorstandsmitglied im Streit aus

  4. Surfen im Ausland

    Apple SIM in Deutschland erhältlich

  5. Haushaltshilfe

    Rockets Helpling kauft Hassle.com

  6. Zynq Ultra Scale Plus

    Xilinx lässt erste 16-nm-Chips fertigen

  7. Apple

    iOS 8.4 soll Akku stärker belasten

  8. Soziale Netzwerke

    Reddit-Moderatoren streiken gegen Entlassung

  9. Worldwide Telescope

    Microsoft legt virtuellen Weltraum offen

  10. BND-Selektorenaffäre

    Die Hasen vom Bundeskanzleramt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Pebble Time im Test: Nicht besonders smart, aber watch
Pebble Time im Test
Nicht besonders smart, aber watch
  1. Smartwatch Pebble Time kostet außerhalb von Kickstarter 250 Euro
  2. Smartwatch Apple gibt iOS-App für die Pebble Time frei
  3. Smartwatch Pebbles iOS-App wird von Apple nicht freigegeben

Radeon R9 Fury X im Test: AMDs Wasserzwerg schlägt Nvidias Titan in 4K
Radeon R9 Fury X im Test
AMDs Wasserzwerg schlägt Nvidias Titan in 4K
  1. Grafikkarte Auch Fury X rechnet mit der Mantle-Schnittstelle flotter
  2. Radeon R9 390 im Test AMDs neue alte Grafikkarten bekommen einen Nitro-Boost
  3. Grafikkarte AMDs neue R7- und R9-Modelle sind beschleunigte Vorgänger

PGP: Hochsicher, kaum genutzt, völlig veraltet
PGP
Hochsicher, kaum genutzt, völlig veraltet
  1. OpenPGP Facebook verschlüsselt E-Mails
  2. Geheimhaltung IT-Experten wollen die NSA austricksen
  3. Security Wie Google Android sicher macht

  1. Re: Viele Nahverkehrsbetriebe

    laserbeamer | 04:12

  2. Re: Die sinnvolle Gastechnik wurde eingestellt, dafür

    laserbeamer | 04:04

  3. Re: Fenster öffnen

    laserbeamer | 04:01

  4. Re: Cool - her damit!

    User_x | 03:23

  5. Re: Preis ?

    User_x | 03:19


  1. 16:52

  2. 16:29

  3. 16:25

  4. 15:52

  5. 14:39

  6. 14:35

  7. 14:25

  8. 14:24


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel