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Gebogene Kinoleinwand im Timelab: Wer bewegt sich?
Gebogene Kinoleinwand im Timelab: Wer bewegt sich? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Jeder wird zum Bildregisseur

Aufgezeichnet wird das Bildmaterial im RAW-Format, das dann bearbeitet und für verschiedene Ausgabeformate aufbereitet werden kann. Beispielsweise kann es für eine verkleinerte Ausgabe im Netz skaliert werden. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt im September 2015 etwa zeichneten Weißig und seine Kollegen die Präsentation von Porsches Elektrosportwagen Mission E mit der Omnicam auf. Nach einer Stunde stand das Panoramavideo auf der Porsche-Website - eingebunden in einen Viewer, in dem der Zuschauer navigieren konnte. Auch ein Livestream wäre möglich gewesen.

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Eine andere Möglichkeit der Aufbereitung ist es, die Bilder auf einem mobilen Gerät, also einem Smartphone oder einem Tablet, anzuschauen. Der Betrachter kann dann in der Szenerie navigieren und selbst entscheiden, was er sehen möchte. Er wird sein eigener Bildregisseur. Wie das aussehen kann, stellte Fraunhofer HHI im vergangenen Jahr auf der Cebit in Hannover vor - eine App, die das Tablet zum zweiten Bildschirm bei einem Fußballspiel macht. Auf dem großen Fernseher läuft die offizielle Übertragung des Spiels. Auf dem Tablet kann der Zuschauer selbst Regie führen, etwa auf eine bestimmte Stelle auf dem Spielfeld zoomen oder seinen Lieblingsspieler verfolgen.

Veranstalter sind interessiert an der Technik

Schließlich ist auch eine Ausgabe auf einem Head-mounted Display (HMD) wie Samsungs Gear VR möglich. Für solche Produktionen wird die elfte Kamera benötigt. Sonst schaute der Betrachter ins Nichts, wenn der den Kopf in den Nacken legt.

Konzerte oder Sportveranstaltungen seien genau richtig, um sie mit der Omnicam aufzuzeichnen. "Da möchte ich live dabei sein", sagt Weißig. Aber oft genug ist die Anfahrt zu weit, es gibt keine oder keine erschwinglichen Karten. Wer bekommt schon mal eben eine Karte für das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft? Da bieten eine Aufzeichnung mit der Omnicam und das Timelab eine angemessene Alternative.

Veranstalter können mehr Tickets verkaufen

Da Interesse seitens der Veranstalter sei durchaus da, sagt Weißig. Nicht zuletzt deshalb, weil diese so mehr Karten verkaufen könnten. Einfacher würden solche Aufnahmen, wenn die Kamera etwas handlicher wäre. Noch wiegt die Omnicam gut 15 Kilogramm. Damit sei sie nicht unbedingt dazu geeignet, sie wie eine Actioncam vorne aufs Surfbrett zu montieren, sagt Weißig. Problematisch sei vor allem das Rack mit der Peripherie. Die Forscher arbeiten deshalb an einer kleineren Version: einer kleinen Box mit Hardware, die auch batteriebetrieben arbeiten kann.

  • Das Kino der Zukunft: das Timelab im Fraunhofer HHI in Berlin (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf die Panoramaleinwand passen die Berliner Philharmoniker. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Im Timelab lässt sich beispielsweise Lärmschutz simulieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Vor allem ist es aber für Sport- und Kulturveranstaltungen gedacht. Hier singt der Berliner Rundfunkchor in der Neuen Nationalgalerie. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Leinwand ist 12 Meter breit, 3 Meter hoch und gekrümmt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In die Decke eingelassen sind 14 HD-Projektoren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Für die 2D-Darstellung werden 7, für die 3D-Darstellung alle 14 benötigt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Bilder für das Kino werden mit der Omnicam 360 gefilmt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Sie nimmt 360-Grad-Videos auf, wie hier auf der IAA 2015. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Kamera besteht aus zehn einzelnen Kameras, ... (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... die jeweils auf einen Spiegel gerichtet sind. Die Montage des Panoramas erfolgt in Echtzeit. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Auf die Panoramaleinwand passen die Berliner Philharmoniker. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Außerdem gehe es ja nicht nur um die Aufnahme, also um die Kameratechnik und das Stitching. Auch die Übertragungswege müssten erschlossen werden. Die derzeitigen 10.000 x 2.000 Pixel sind das Zehnfache einer HD-Auflösung. Ein Kino könne mit einer Datenleitung ausgestattet werden, die über genug Bandbreite verfüge, sagt Weißig. Um aber eine solche Auflösung auch auf einem mobilen Endgerät anbieten zu können, seien neue Techniken nötig. "Wir haben in naher Zukunft auch Lösungen, die wir anbieten können. Dann sind solche Möglichkeiten auch wirklich nutzbar."

Tor!

Vielleicht sehen wir die Fußballweltmeisterschaft 2018 nicht mehr wie bisher nur ganz normal auf dem Fernseher, sondern können Mario Götze und Thomas Müller nach eigenem Gutdünken zusätzlich auf dem Tablet verfolgen. Oder als Public Viewing in einem Panoramakino. Der Weltfußballverband Fifa scheint die Möglichkeiten begriffen zu haben: Er beauftragte bei der letzten Weltmeisterschaft das Fraunhofer HHI, das Endspiel in Rio de Janeiro mit der Omnicam aufzuzeichnen.

Maracanã-Stadion, 23. Minute der Verlängerung. Wir sitzen etwa in Höhe der Mittellinie, oben auf einem der teureren Plätze. Dann sehen wir die deutsche Mannschaft am Strafraum der Argentinier. Eine Zuschauerin in der Reihe vor uns richtet ihre Frisur. Dann kommt Götze. Um uns herum jubelt die Menge. Wir sehen ihn - nicht im Closeup wie im Fernsehen. Sondern entfernt, dort am Tor: Götze müsste schießen. Götze schießt. Und: Tor! Tor! Tor!

 Die Omnicam filmt rundum

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ThadMiller 09. Feb 2016

Was du nicht sagst, war auch ironisch gemeint von mir :) Es ist ja wohl auch logisch bei...

Bouncy 08. Feb 2016

Also der Vorwurf von Werbung ist ja Blödsinn^10, ständig dieser Quatsch mit Werbung, nur...

StefanGrossmann 08. Feb 2016

Ihr solltet Euch in die Mitte setzen :P

Luu 06. Feb 2016

Wollte mich einfach nur mal beim Autor / bei den Autoren bedanken. Ich fand den Artikel...

gs2 06. Feb 2016

Vor ein paar Tagen arbeitete ich mich durch ein Buch zum Thema "Kino spüren". Dort wurde...



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