Tethercell Handelsübliche Batterien per Bluetooth steuern

Zwei Raketentechniker wollen Batterien und Akkus reif für das Internetzeitalter machen - ihr Tethercell-Adapter verwandelt eine AAA-Batterie in eine fernsteuerbare AA-Batterie.

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Trey Madhyastha und Kellan O'Connor werben auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo für einen Tethercell genannten Batterie-Adapter. Und der hat es in sich: Er verwandelt handelsübliche Batterien und Akkus im AAA-Format in eine AA-Stromquelle mit Bluetooth.

Mit Tethercell können Akkus und Batterien nicht nur aus der Ferne überwacht werden und mit Hilfe einer Smartphone-App bei schwachem Ladezustand warnen, sie lassen sich über Funk auch ein- und ausschalten - sogar zeitgesteuert und mit einfachen Timern. Wird eine Tethercell-Batterie geschaltet, kann dies etwa auch per Twitter mitgeteilt werden.

Mit einem iPhone 4S sollen Reichweiten von bis zu 30 Metern erzielt worden sein - allerdings nur bei freier Sicht. Wer seine Fahrradlampe, die nervigen Furbys oder sonstigen lärmenden Elektronikspielzeuge seiner Kinder steuern will, muss vermutlich deutlich dichter an die Geräte heran. Durch die Unterstützung von Bluetooth Smart Ready sollen durch eine Wand auch bis zu 18 Meter überbrückt werden können.

Es lassen sich mehrere Tethercells auf einmal steuern; mit bis zu vier auf einmal haben die Entwickler bei guter Verbindung bereits gute Erfahrungen gesammelt.

Die beiden Erfinder und Maschinenbauingenieure Madhyastha und O'Connor haben vor der Gründung ihres Startup-Unternehmens Tetherboard Mechanik und Treibstoffleitungen für die Falcon-9-Rakete von Space Exploration Technologies (SpaceX) entwickelt. Mit Tethercell wollen sie nun die alltäglich genutzte Batterie neu erfinden - oder zumindest ihren Funktionsumfang deutlich erweitern.

Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES - und ihrer Indiegogo-Projektseite - zeigen die beiden funktionstüchtige Prototypen, die durch eine im Betastadium befindliche iPhone-App gesteuert und überwacht werden können. Auch Android soll unterstützt werden. Die Tethercell-Einrichtung soll sehr einfach sein und es ist möglich, den Zugang zum jeweiligen Adapter mit einem Passwort zu schützen.

Da - abhängig vom Nutzungsszenario - nur selten und wenig Daten übertragen werden, soll das Bluetooth-4.0-Funkmodul meist schlafen und wenig Energie benötigen. Laufzeiten von sechs bis zwölf Monaten mit dem AAA-Akku sollen möglich sein. In Tests seien bereits mehrere Monate erreicht worden. In der Tethercell steckt unter anderem ein Mikrocontroller vom Typ Texas Instruments (TI) CC2540.

"Es mag zwar keine Raketenwissenschaft sein, aber die gesammelten 20 Jahre Erfahrung des Teams in dem Bereich haben uns in den Konzeptions- und Prototyp-Designphasen von Tethercell sehr geholfen", heißt es dazu auf Indiegogo von den Tetherboard-Gründern. Nun gehe es darum, die Prototypen mit finanzieller Unterstützung über die Crowdfunding-Plattform zum Betastadium weiterzuentwickeln.

Wer ab 29 US-Dollar aufwärts investiert, erhält also ein fast marktreifes Produkt - die Auslieferung der ersten Tethercells ist für den Juni 2013 geplant. Mit dem Feedback der Kunden soll die Tethercell dann weiterentwickelt werden; "auf eine Weise, in der es uns alleine einfach nicht möglich sein würde", so die Entwickler.

Wichtig zu wissen: Da es sich auch bei diesem Indiegogo-Elektronikprojekt um eine flexible Kampagne ("Flexible Campaign") handelt, wird das Geld nicht erst bei Ablauf der Tethercell-Kampagne am 22. Februar 2013 abgebucht, sondern sofort. Dafür musste Tetherboard aber auch strengere Indiegogo-Auflagen erfüllen.


TheUnichi 08. Jan 2013

Hab mich (etwas) verschätzt, meinte wirklich die Weltbevölkerung, hab es aber wohl mit...

Der Spatz 08. Jan 2013

Wie? Das Handy piepst, wenn der Akku in der Taschenlampe, in der TV-Fernbedienung usw...

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