Test Ubuntu 12.10: Quantal Quetzal ist noch ziemlich langsam
Der Unity-Desktop in Quantal Quetzal ist besser, aber langsamer geworden. (Bild: Infrogmation of New Orleans/Infrogmation, Public Domain)

Test Ubuntu 12.10 Quantal Quetzal ist noch ziemlich langsam

Ubuntu 12.10 trägt den Beinamen Quantal Quetzal. Schnell ist die aktuelle Version von Ubuntu jedoch nicht geworden. Im Gegenteil: Der Unity-Desktop hat zwar fast keine optischen Macken, reagiert allerdings träge. Dafür sieht er immer besser aus.

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Nach der LTS-Version im April 2012 hat Canonical mit Ubuntu 12.10 wieder eine Variante mit vielen Neuerungen veröffentlicht. Viel Arbeit haben die Entwickler in die optische Verfeinerung des Unity-Desktops gesteckt. Dabei haben sie aber weniger auf die Geschwindigkeit geachtet. Auch mit proprietären 3D-Treibern verlangsamen die Effekte das System. Canonicals Bestreben, neue Geldquellen zu erschließen, verärgert die Anwender. Zudem müssen sich Besitzer eines Notebooks mit dem weitverbreiteten Prozessor Pentium M wie schon in Ubuntu 12.04 einen eigenen Kernel besorgen. Unseren Test haben wir auf einem Notebook mit dem Zweikernprozessor T9550 von Intel und der Grafikkarte GT 130M von Nvidia durchgeführt.

Auf dem letzten Ubuntu Developer Summit wurde noch diskutiert, ob der aktuelle Linux-Kernel 3.6 in Ubuntu eingesetzt werden solle. Das Kernel-Team bei Canonical hatte seine Entscheidung von dessen Erscheinungstermin abhängig gemacht. Offensichtlich war Linux 3.6 entweder zu spät erschienen oder Canonical erachtete dessen Funktionen als nicht maßgeblich, denn in Ubuntu 12.10 ist der Linux-Kernel 3.5 integriert, der noch Ende Juli 2012 veröffentlicht worden war.

  • Bei der Installation von Ubuntu 12.10 lässt sich die gesamte Festplatte verschlüsseln. Ubuntu lässt sich auch in LVM-Partitionen installieren.
  • Der Desktop von Ubuntu 12.10 mit dem Amazon-Icon in Dash
  • In Ubuntu 12.10 läuft der Linux-Kernel 3.5.
  • Außerdem sind der Xserver 1.13 und Mesa 9.0 dabei.
  • Statt Unity 2D sorgt LLVMPipe für Effekte auf Rechnern ohne 3D-Beschleunigung.
  • Proprietäre Treiber werden über die Systemeinstellungen installiert.
  • Die Icons in Dash lassen sich umsortieren.
  • Bei der Suche im Dash-Menü tauchen Kaufvorschläge von Amazon auf, die oft mit dem eigentlichen Inhalt nichts zu tun haben.
  • Die Vorschläge lassen sich aber in den Systemeinstellungen deaktivieren.
  • Dort können auch Konten zu diversen Onlinediensten eingerichtet werden.
  • Web-Apps sorgen für zusätzliche Funktionalität, etwa bei der Integration in die Benachrichtigungen.
  • Libreoffice ist  auch ohne Plugins im HUD-Menü integriert.
  • Ubuntu 12.10 bringt eine alte Version des Dateimanagers Nautilus mit. Dem neuen haben die Gnome-Entwickler zu viele Funktionen entzogen.
  • Ubuntu 12.10 nutzt weiterhin Grub2 als Bootmanager.
Bei der Installation von Ubuntu 12.10 lässt sich die gesamte Festplatte verschlüsseln. Ubuntu lässt sich auch in LVM-Partitionen installieren.

Für Benutzer eines Laptops mit einem Pentium-M-Prozessor ist der Linux-Kernel in Ubuntu 12.10 nicht geeignet. Denn dieser setzt zwingend PAE (Physical Address Extension) voraus, was diese CPU-Reihe nicht unterstützt. Offiziell will Canonical einen Kernel mit deaktiviertem PAE nicht bereitstellen. Vermutlich wird einer in den inoffiziellen PPAs angeboten werden. Mit der Vorgängerversion Pentium 4 hingegen funktioniert Ubuntu 12.10 weiterhin.

Aktuelles Mesa

Aktuell ist dagegen der Grafikstack. Die Entwickler haben es geschafft, den Xserver 1.13 samt Mesa 9.0 in Ubuntu 12.10 zu integrieren. Zwar können die freien Nvidia- und Radeon-Treiber das dort umgesetzte OpenGL 3.1 noch nicht nutzen, dennoch kommen die Treiberversionen mit aktuellen Grafikchipsätzen der beiden großen Hersteller zurecht, darunter Nvidias Geforce-FX, -6 und -7 sowie einige Quadro-Varianten und AMDs Radeon-HD-7000-Serie. Der Xserver 1.13 verspricht weicheres Scrolling und eine bessere Unterstützung für hybride Grafikchipsätze, die zur Laufzeit aktiviert werden können. Der proprietäre Treiber von Nvidia unterstützt den unter Linux-Desktops verbreiteten Randr-Standard für die Konfiguration des Monitors.

Der Umstieg von Unity 2D auf LLVMPipe machte sich sofort bei der Installation bemerkbar. Auf unserem Notebook mit Nvidia-Chipsatz fehlte mit dem freien Nouveau-Treiber die 3D-Beschleunigung. Für 3D-Effekte mit Compiz auf dem Unity-Desktop wird der Software-Renderer LLVMPipe verwendet. Entsprechend langsam startete die grafische Oberfläche und reagierte etwas zäh, wenn auch ohne grafische Fehler. Erst nachdem wir den proprietären Treiber von Nvidia nachinstallierten, lief Ubuntu flüssig. LLVMPipe ist damit lediglich eine Notlösung und vor allem für den Einsatz auf Rechnern mit schwächerer CPU kaum geeignet. Damit fällt einer der wesentlichen Vorteile von Linux weg, denn dessen Entwickler bemühen sich seit jeher um die Kompatibilität mit älterer Hardware.

Viel Neues bei Unity 

zilti 28. Okt 2012

LOL meinst du das ernst?

maknesium 24. Okt 2012

Ja, aber es gibt einige Menschen die gerne sehen was sie erwartet bevor Sie updaten :)

jtsn 22. Okt 2012

Klar, die Amtsgerichte galten schon bisher als Horte des technischen Fortschritts. Auf...

Schattenwerk 22. Okt 2012

Ich muss nun doch einmal so doof nachfragen: Zu den Pentium-M Prozessoren gehört z.B...

Thaodan 22. Okt 2012

Die in der Shell ist eh einfacher, die in der Gui ntze ich auch selten und dann nur um...

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