Test Colin McRae Rally: Rennspielklassiker auf iPhone und iPad
Colin McRae Rally 2.0 (Bild: Codemasters)

Test Colin McRae Rally Rennspielklassiker auf iPhone und iPad

Viele Rallye-Puristen trauern den Zeiten nach, als der Name Colin McRae auf einer Spieleverpackung eine Garantie für fordernde, simulationslastige Rennspiele war. Codemasters hat jetzt den Playstation- und PC-Klassiker Colin McRae Rally 2.0 aus dem Jahr 2000 für iOS veröffentlicht.

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Jüngere Spieler kennen den aus Schottland stammenden Rennsportler Colin McRae möglicherweise gar nicht mehr, und das hat einen traurigen Grund: Der Rallye-Weltmeister aus dem Jahr 1995 kam 2007 bei einem Hubschrauberunfall ums Leben. Für Codemasters war das auch ein Marketingproblem, denn bis dahin war die Rennspielserie mit dem Titel Colin McRae Rally höchst erfolgreich. Dann wurde die Reihe in Dirt umbenannt und der Rallye-Fokus ging verloren. Das im Jahr 2000 veröffentlichte Colin McRae Rally 2.0 hat Codemasters nun für iOS portiert.

Die Freude über den historischen Exkurs währt allerdings nur kurz, denn die Umsetzung kann die Erwartungen an einen originalgetreuen Port kaum erfüllen. Das beginnt, trotz einer Programmgröße von 243 Megabyte, bereits beim Umfang. Gerade mal eine Handvoll Rallyes mit insgesamt 30 Etappen und nur vier Fahrzeuge wie der Subaru Impreza und der Lancia Stratos haben es ins Spiel geschafft. Die verfügen immerhin über ein Schadensmodell, dazu kommen Details wie die Reparaturen, die Zeit benötigen.

Von den einstigen Einstellungsmöglichkeiten am Auto ist allerdings kaum etwas übrig geblieben. Auch die Steuerung macht Probleme, ist sehr hektisch und lässt sich kaum konfigurieren. Spieler können zwischen Neigungslenkrad und virtuellem Gamepad wählen, wirklich rund fühlt sich das aber nicht an.

Die Optik sorgt ebenfalls für weniger gute Laune. Strecken und Autos wirken antiquiert und deutlich schlechter als etwa im aktuellen Real Racing - umso ärgerlicher, dass wir im Test auf einem iPhone 4 und iPad 3 trotzdem mit Rucklern zu kämpfen haben. Auf einem iPad Mini mit seiner niedrigeren Auflösung driften wir erheblich flüssiger. Einen Multiplayermodus gibt es nicht, sondern einzig Highscore-Tabellen via Gamecenter.

Grafisch hat Codemasters verglichen mit dem Original nicht viel geändert. Die Hintergründe mit Bergen und Himmel sind jetzt hochauflösend und ein paar Steine am Streckenrand wurden komplett neu gerendert. Der Kontrast du den 2D-Bitmap-Bäumen und -Wäldern ist daher aber noch weniger stimmig. Den hervorragenden Sound hat Codemasters zum Glück unangetastet gelassen.

Colin McRae Rally ist im App Store für 4,49 Euro verfügbar, erfordert mindestens iOS 6.0 und läuft nach Angaben der Entwickler ab iPhone 4S, iPod Touch ab der fünften Generation und dem iPad 2. In-App-Käufe gibt es nicht.

Fazit

Die iOS-Umsetzung von Colin McRae Rally weckt die guten Erinnerungen an das Jahr 2000 und die einstige Krone der Rallye-Simulationen. Leider ist es nur ein halbherziger Mix aus Simulation und Zugänglichkeit mit technischen Problemen und begrenztem Umfang geworden. Auf älterer Hardware ruckelt die Grafik, die Ladezeiten sind grundsätzlich zu lang. Die digitale Touch-Steuerung wurde ordentlich umgesetzt, hier macht das Driften Spaß - bei der Neigungssteuerung wäre aber mehr möglich gewesen. Aufgrund fehlender Konkurrenz ist es auch so das beste Rallye-Spiel im App Store, aber bei weitem nicht das beste Rennspiel.


caso 28. Jun 2013

Wird trotzdem gekauft.

der kleine boss 28. Jun 2013

Traurigerweise ist das heutzutage wirklich schon ein sehr positives Kriterium, nicht...

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