Test Black Mesa: Die Half-Life-Forschungsstation Reloaded
Gordon Freeman (Bild: Valve Software)

Test Black Mesa Die Half-Life-Forschungsstation Reloaded

Gordon Freeman muss noch mal ran in Black Mesa. Das von Fans entwickelte - kostenlose - Actionspiel ist eine würdige, spannende und vor allem spaßige Neuauflage von Teilen des ersten Half-Life.

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Wer Ego-Shooter schon ein bisschen länger spielt, kennt die Fahrt in den Sektor C der Forschungsstation Black Mesa natürlich schon längst aus dem 1998 veröffentlichten Half-Life. Die gleiche Fahrt durch die unterirdischen Tunnel können wir nun noch einmal antreten - in einigermaßen zeitgemäßem Gewand: Ein Team aus Hobbyentwicklern hat eine kostenlose Mod veröffentlicht, die einen großen Teil von Half-Life liebevoll mit neuer Grafik nachgebaut und dabei an einigen Stellen auch erweitert hat.

Am Grundsätzlichen hat sich wenig geändert: Nach wie vor sind wir als wissenschaftlicher Assistent Gordon Freeman unterwegs - und vor allem dafür zuständig, eine mysteriöse Probe ins Zentrum des Testlabors zu schieben. Dabei geht etwas schief, und fortan kämpfen wir erst mit der Brechstange, dann auch mit der Pistole und immer mehr und besseren Waffen gegen kleine und teils sehr große Außerirdische. Und nach kurzer Zeit auch gegen Elitesoldaten der US-Armee, die uns aus anfangs noch unbekannten Gründen das Licht auspusten wollen.

Wer Half-Life kennt, wird sich in Black Mesa sofort zurechtfinden. Ein paar Dinge sind aber zusätzlich zur aktuelleren Grafik anders: Mal gibt es einen zusätzlichen Gang, mal einen etwas längeren Dialog oder eine zusätzliche Knobelaufgabe. Beispielweise muss Gordon an einer Stelle einen Retina-Scanner erst aufheben und wieder an der Wand befestigen. Etwas später darf er dann von Aliens besessene Wissenschaftler-Mutanten mit einer Phosphorfackel in Brand setzen, um sich zu verteidigen. Die meisten Änderungen sind so subtil, dass Half-Life immer noch erkennbar ist und wie das Original wirkt - aber Fans haben wesentlich mehr zu entdecken und eigentlich nie das Gefühl, auf allzu bekannten Wegen unterwegs zu sein.

Ein paar neue Funktionen haben es auch ins Spiel geschafft: So verfügt der Revolver über einen Kimme-und-Korn-Modus, Granaten lassen sich rollen, und der Kopf von Gordon wackelt beim Gehen leicht. Die Änderungen lassen sich aber allesamt per Optionsmenü auch wieder deaktivieren.

Das gilt allerdings nicht für die gegenüber dem Original dezent verbesserte KI insbesondere der Soldaten, die in Black Mesa etwas geschickter in Deckung gehen. Das macht das Programm im mittleren Schwierigkeitsgrad etwas herausfordernder - aber fair ist es, dank der ausreichenden Mengen an Munition und Heilung, trotzdem. Trotzdem haben die Entwickler standardmäßig den einfachsten Schwierigkeitsgrad vorgegeben.

Der größte Unterschied besteht allerdings in der Grafik. Black Mesa kann zwar mit aktuellen Big-Budget-Produktionen wie Battlefield 3 nicht mithalten. Unterm Strich wirkten die meist detailreichen Texturen, Animationen und Charaktermodelle zeitgemäß. Zwar gibt es einige kleinere grafische Probleme - aber eigentlich hat uns beim Spielen nur eines wirklich nicht gefallen: Die Art, wie erledigte Gegner teils einfach verschwinden oder im Boden versinken, wirkt schlicht künstlich.

Black Mesa ist als kostenloser Download über die offizielle Webseite erhältlich. Der Download ist rund 3,8 GByte groß - derzeit sind viele der Mirror noch immer überlastet, entsprechend kann es auch mit einer sehr schnellen Internetverbindung ein paar Stunden dauern, bis die Datei auf dem heimischen Rechner ist. Das Programm läuft nur, wenn der Client von Steam inklusive eines gültigen Accounts läuft und dort das "Source SDK Base 2007" eingerichtet ist - es lässt sich in ein paar Minuten ebenfalls kostenlos in Steam herunterladen.

Wenn alles installiert ist, lässt sich Black Mesa direkt durch Anklicken in der Bibliothek von Steam starten - normalerweise. Wir hatten mit ein paar Problemen zu kämpfen, weil Black Mesa auch nach mehreren Neustarts der Rechner und von Steam nicht in der Liste der Spiele zu finden war. Alternativ lässt sich das Programm direkt über die Kommandozeile aufrufen (in unserem Fall "C:\Program Files (x86)\Steam\SteamApps\Accountname\source sdk base 2007\hl2.exe -game sourcetest -steam -game "C:\Program Files (x86)\Steam\SteamApps\sourcemods\BMS", wobei der Accountname als Platzhalter für den Account dient).

Fazit

Black Mesa ist schlicht toll! Es macht richtig viel Spaß, in der neuen/alten Forschungsstation aus Half-Life herumzulaufen und sich wieder mit den kleinen, großen und sonstigen Aliens anzulegen. Besonders gelungen sind die vielen dezenten Änderungen: Man hat an keiner Stelle das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmig wäre. Alles wirkt authentisch, und trotzdem gibt es auch für Veteranen in dieser Neuauflage eines der wichtigsten Klassikers der Spielegeschichte noch Einiges zu entdecken.


BLi8819 02. Okt 2012

Aber das SDK ist nur beschnitten, wenn man HL drauf hat ?? Bei mir ist zumindest nichts...

Ultronkalaver 21. Sep 2012

Ohh Schule und Lan ja das kenne ich auch noch. Das war vor der ganzen Scheisse. Aber...

Ultronkalaver 21. Sep 2012

Haha ich habe mich gefreut über den Artikel :-) Vielen Dank War mal wieder lustig :-)

letom 21. Sep 2012

Die Musik aus dem Spiel gibt es zurzeit auch kostenlos bzw. könnt ihr einen Obolus...

shoggothe 20. Sep 2012

Ich hab's gerade durchgespielt und bin na sagen wir mal etwas ernüchtert. Was soll's...

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