Anzeige
Jim Marshall 2002 auf der Musikmesse in Frankfurt
Jim Marshall 2002 auf der Musikmesse in Frankfurt (Bild: Reuters/Ralph Orlowski)

Technikpionier Jim Marshall ist tot

Der Gründer des nach ihm benannten Herstellers von Gitarrenverstärkern, Jim Marshall, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. In den letzten Jahren seines Lebens bemühte sich Marshalls Firma mit Erfolg, in die klassischen Röhrenverstärker auch kleine Computer einzubauen.

Anzeige

Es gibt wenige Unternehmen, die ihre Produkte auf der Vorderseite mit dem Autogramm des Firmengründers versehen - bei vielen Marshall-Verstärkern ist das seit Jahren so. Vielleicht nur noch mit Mercedes-Benz vergleichbar, steht der Name von Jim Marshall nicht nur für eine bestimmte Produktkategorie, sondern für eine klare Erwartungshaltung an die Geräte.

Ein Marshall-Verstärker klingt wie ein Marshall-Verstärker - auch wenn sich das Handwerkszeug von Musikern in den genau 50 Jahren, seit Jim Marshall seine ersten Geräte verkaufte, stark verändert hat. Marshall, eigentlich Sänger und Schlagzeuger, betrieb ab 1960 ein Geschäft für Musikinstrumente in London.

Da er zuvor auch als Ingenieur für Elektrotechnik gearbeitet und für den Eigenbedarf Verstärker gebaut hatte, entwickelte Jim Marshall für den Vertrieb in seinem Laden auf Anfrage auch Verstärker für elektrische Gitarren und Bässe. Da es damals keinerlei Normen für die Elektrik der Instrumente gab, hatten die ersten Marshall-Amps 1962 zwei Eingänge, "Hi" und "Low" mit unterschiedlicher Eingangsempfindlichkeit.

Die Verwechslung, mit der alles begann

Das führte zu einer dieser klassischen Fehlbedienungen, aus der beim Umgang mit Musikinstrumenten oft neue Sounds geboren werden: Wenn eine vergleichsweise "leise" Gitarre nicht an den Eingang "Hi", sondern "Low" angeschlossen wurde, verzerrte der Verstärker den Klang schon bei relativ geringen Lautstärken. Dieser raue Sound war genau das Richtige für die Rockmusik der frühen 1960er Jahre, Musiker wie Pete Townshend von "The Who" zählten schnell zu Jim Marshalls Kunden.

Um den typischen Marshall-Sound zu erhalten, mussten die Gitarristen die Verstärker aber bis in die Mitte der 1970er Jahre trotzdem extrem laut spielen, denn: Die Geräte hatten keine getrennten Lautstärkeregler für die Vor- und Endstufe. Um die Röhren beider Teile eines Verstärkers zum gewünschten Klang zu treiben, blieb nur die Erhöhung der Lautstärke. Das brachte Jim Marshall den Titel "Father of Loud" ein.

Während Musikern und Ingenieuren in den 1960er und 1970er Jahren klar war, wie ein für Rockmusik gebauter Gitarrenverstärker zu klingen hatte, war es der Legende nach erst das Wunderkind Eddie Van Halen, das Jim Marshall den entscheidenden Tipp zur Weiterentwicklung gab. Van Halen, der seit Beginn seiner Karriere Ende der 1970er Jahre an Gitarren und Verstärkern herumbastelte, schlug Marshall angeblich vor, die Leistung von Vor- und Endstufe getrennt regelbar zu machen. Die Endstufe hatte künftig die Bezeichnung "Master" am Drehregler, die Vorstufe wird meist mit dem Knopf "Gain" geregelt.

Zuvor kam Van Halen zu seinem damals einzigartigen Sound, indem er sich eine Eigenheit der Marshall-Verstärker zunutze machte. Da die ersten Geräte noch durch Jim Marshall von Hand gebaut worden waren, hatten sie keine oder nur kleine Platinen. Die Verbindungen wurden "hand wired", also mit frei verlegten Kabeln hergestellt. Zudem gab es noch etliche kleine Regler im Inneren der Verstärker, welche für eine Anpassung der je Exemplar elektrisch unterschiedlichen Röhren nötig waren. Van Halen hatte einige seiner Verstärker so umgebaut, dass die Röhren mit veränderter Spannung oder Stromstärke liefen - das reduzierte zwar deren Haltbarkeit, ergab aber noch mehr Verzerrung.

Digitaler Sound erst seit 2010 

eye home zur Startseite
Gen-Ethik 10. Apr 2012

Word! Ansonsten hät ich hier noch was nettes von Turisas: http://www.youtube.com/watch?v...

deltaman 10. Apr 2012

Vielen Dank für den wichtigen Beitrag - ein recht dicker Fehler hat sich allerdings...

DeltaLima 07. Apr 2012

Zumindest die alten :) Finde die nach 93 nicht mehr so prall - der Grund, warum mein...

satriani 05. Apr 2012

Eine sehr traurige Nachricht :'( Danke für die geile Amps und den unverwechselbaren...

irata 05. Apr 2012

Musste unweigerlich daran denken. Aus der legendären Mockumentary "This Is Spinal Tap...

Kommentieren



Anzeige

  1. Anwendungsentwickler (m/w) i.s.h.med / COPRA6
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  2. Senior Consultant WWS (m/w)
    ADVARIS Informationssysteme GmbH, Bruchsal
  3. Projektleiter (m/w) Arbeitsplatzinfrastruktur in der Betriebsorganisation
    Allianz Deutschland AG, München-Unterföhring
  4. GET ONE Program Management Office - Senior Quality Manager (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. TIPP: Ubisoft Blockbuster Sale
    (u. a. The Division 29,97€, Far Cry Primal 29,97€, Anno 2205 24,97€, Assassin's Creed...
  2. Overwatch - Origins Edition [PC]
    54,99€
  3. VORBESTELLBAR: DEUS EX: MANKIND DIVIDED - Collector's Edition (PC/PS4/Xbox One)
    119,00€/129,00€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Internetwirtschaft

    Das ist so was von 2006

  2. NVM Express und U.2

    Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

  3. 100 MBit/s

    Telekom bringt 10.000 Haushalten in Großstadt Vectoring

  4. Zum Weltnichtrauchertag

    BSI warnt vor Malware in E-Zigaretten

  5. Analoges Radio

    UKW-Sendeanlage bei laufendem Betrieb umgezogen

  6. Kernel

    Linux 4.7-rc1 unterstützt AMDs Polaris

  7. Fehler in Blogsystem

    200.000 Zugangsdaten von SZ-Magazin kopiert

  8. Aufräumen von Prozessen beim Logout

    Systemd-Neuerung sorgt für Nutzerkontroversen

  9. Overwatch im Test

    Superhelden ohne Sammelsucht

  10. Mobilfunk

    Wirtschaftssenatorin will 5G-Testbed in Berlin durchsetzen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Business-Notebooks im Überblick: Voll ausgestattet, dockingtauglich und trotzdem klein
Business-Notebooks im Überblick
Voll ausgestattet, dockingtauglich und trotzdem klein
  1. Elitebook 1030 G1 HPs Core-M-Notebook soll 13 Stunden durchhalten
  2. Windows 7 und 8.1 Microsoft verlängert den Skylake-Support
  3. Intel Authenticate Fingerabdruck und Bluetooth-Smartphone entsperren PC

Cloudready im Test: Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
Cloudready im Test
Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
  1. Chrome OS Android-Apps kommen auf Chromebooks
  2. Acer-Portfolio 2016 Vom 200-Hz-Curved-Display bis zum 15-Watt-passiv-Detachable

Unternehmens-IT: Von Kabelsalat und längst überfälligen Upgrades
Unternehmens-IT
Von Kabelsalat und längst überfälligen Upgrades
  1. Sprachassistent Voßhoff will nicht mit Siri sprechen
  2. LizardFS Software-defined Storage, wie es sein soll
  3. HPE Hyper Converged 380 Kleines System für das schnelle Erstellen von VMs

  1. Eigentlich ist es eher eine Kilofactory

    Gamma Ray Burst | 03:21

  2. Re: Irgendwie schade

    as (Golem.de) | 03:15

  3. Re: Einfach nicht wählen.

    plutoniumsulfat | 03:06

  4. Killerspiel!!11

    Aslo | 02:38

  5. SuperMicro sind schon super.

    grslbr | 01:59


  1. 18:53

  2. 18:47

  3. 18:38

  4. 17:41

  5. 16:36

  6. 16:29

  7. 15:57

  8. 15:15


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel