Tariferhöhung Hintertür bei neuen Gema-Tarifen und politischer Druck

Gegenüber der FTD hat sich Johannes Singhammer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CSU, gegen die neuen Gema-Tarife für Veranstaltungen und Diskotheken ausgesprochen. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk zeigte die Gema zudem eine Hintertür auf.

Anzeige

Die bisher harte Haltung der Gema zu neuen Tarifen für Veranstaltungen kommt unter anderem durch politischen Druck ins Wanken. Johannes Singhammer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CSU im Deutschen Bundestag, sagte der FTD: "Die Gema-Tarife dürfen nicht so gestaltet sein, dass das Geschäftsmodell der Diskothekenbesitzer daran zerbricht". Genau das ist die Befürchtung von Veranstaltern und dem Branchenverband Dehoga, die ab dem 1. Januar 2013 ein regelrechtes "Diskothekensterben" befürchten.

Dann sollen nach dem Willen der Gema neue Tarife für die Wiedergabe von Musik gelten, die für viele Clubs eine Erhöhung um einige 100 oder 1.000 Prozent bedeuten. Dagegen protestieren zahlreiche Clubbetreiber: Am vergangenen Wochenende wurde in vielen Discos für fünf Minuten die Musik ausgeschaltet, um die Besucher über die Pläne der Gema zu informieren.

Leere Läden erlauben eine Sonderabrechnung

Die Kritik der Veranstalter richtet sich unter anderem gegen die Tatsache, dass für regelmäßige Veranstaltungen eine neue Pauschale berechnet wird, die sich nach der Fläche eines Clubs, dessen Öffnungsdauer und der Höhe des Eintritts bemisst. In vielen Interviews stellt die Gema immer wieder heraus, sie wolle nur zehn Prozent des Eintritts, was aber nicht stimmt. Die Pauschale wird immer fällig und geht davon aus, dass der Club gut ausgelastet ist.

Das bestätigte jetzt auch Gema-Sprecherin Gaby Schilcher in einem Gespräch mit dem Radiosender Bayern 3 am Nachmittag des 2. Juli 2012. Die Sendung ist derzeit nicht online verfügbar. Schilcher sagte darin auf Nachfrage: "Wir gehen davon aus, dass die Veranstaltung zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet ist. Wenn es deutlich weniger ist, dann müsste sich der Veranstalter bei uns melden, und dann kann er das Ganze sozusagen nach unten rechnen. Wenn der Laden ganz leer ist, weil draußen Biergartenwetter ist, dann würde die Mindestvergütung greifen, das sind so 30, 40 Euro, dann ist der Tarif hier sehr, sehr niedrig".

Diese Gesprächsbereitschaft hatte die Gema bisher nicht gezeigt. Doch die Gema-Sprecherin geht hier von einem sehr günstigen Fall aus, nämlich von einem Club mit weniger als 100 Quadratmetern Fläche, der nur 3 bis 4 Euro Eintritt verlangt. Das ist mit den von der Gema selbst veröffentlichten PDF-Tabellen leicht nachzurechnen.

Zudem bleibt unklar, wie Veranstalter im Zweifelsfall nachweisen sollen, dass ihre Lokale an einem bestimmten Abend schlecht besucht waren und wie das gegebenenfalls von der Gema kontrolliert werden soll. Bisher zahlen die meisten Clubs eine monatliche Pauschale, wenn sie nicht mehr als 16 Veranstaltungen durchführen. Dadurch können sie auch an Abenden wochentags öffnen und spezielle Nischenveranstaltungen durchführen, zu denen typischerweise weniger Gäste erscheinen. Mit den neuen Tarifen würden sich nach Befürchtungen vieler Betreiber nur noch die Wochenenden lohnen, da dort die Auslastung höher ist, denn: Jede Veranstaltung muss einzeln mit der Gema abgerechnet werden.


lear 04. Jul 2012

Ich denke Du hast seinen Einwand nicht verstanden: So wie die Dinge liegen mußt Du der...

teenriot 03. Jul 2012

Diese falsche Begrifflichkeit andert nichts daran, das in gerichtlichen...

Garius 03. Jul 2012

http://www.svenner.de/images/cartoons/gema-stress.jpg https://lh5.googleusercontent.com...

teenriot 03. Jul 2012

Die GEZ ist genauso eine Einzugszentrale für eine pauschale Monopol-Zwangsabgabe die man...

barthwo 03. Jul 2012

Playlisten reichen denen nicht, die Gema will den Titel und den KLARNAMEN (+ Adresse...

Kommentieren


News & Magazin : naanoo.com / 04. Jul 2012

Über 200.000 Unterschriften gegen neue GEMA-Gebühren gesammelt



Anzeige
  1. SAP BW Business Analyst (m/w)
    Fresenius Medical Care Asia-Pacific Limited, Hong Kong (China)
  2. Head Technical Customer Implementation (m/w)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim bei München
  3. Leiter Bereich IT (m/w)
    Barmherzige Brüder Trier e.V., Koblenz
  4. SRM Senior Consultant (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Surface Pro im Test

    Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

  2. Briefkastenfirmen

    Apple ist "einer der größten Steuervermeider" der USA

  3. Yahoo Japan

    Daten von 22 Millionen Nutzern kompromittiert

  4. Flying Wild Hog

    Der Shadow Warrior kämpft wieder

  5. Sony

    Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen

  6. Palava

    Videokonferenzlösung auf Basis von WebRTC

  7. Browser

    Opera für Android mit Webkit-Engine ist da

  8. Travelstar 5K1500

    Notebookfestplatte mit 1,5 TByte

  9. Sandisk und Toshiba

    Flash-Speicher wird kleiner

  10. Samsung

    Galaxy-S4-Funktionen für das Galaxy S3



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Yahoo: Flickr mit einem kostenlosen TByte für Fotos
Yahoo
Flickr mit einem kostenlosen TByte für Fotos

Yahoo hat seinen Fotosharingdienst Flickr überarbeitet und bietet nun jedem Nutzer kostenlos 1 TByte Speicher für seine Fotos und Videos an. Das soll für eine Viertelmillion Bilder mit 14 Megapixeln reichen. Auch die Android-App wurde erneuert.

  1. Instagram als Vorbild Flickr führt Hashtags ein

Web Components: HTML-Elemente selber bauen
Web Components
HTML-Elemente selber bauen

Mit Web Components, die derzeit vom W3C standardisiert werden, kann sich jeder seine eigenen HTML-Elemente bauen - samt Aussehen und Logik - und sie wie Standardelemente in HTML-Dokumenten nutzen. Mit Googles neuer Bibliothek Polymer funktioniert das auch in den heute verfügbaren Browsern.

  1. Chrome 26 Beta Verbesserte Rechtschreibkorrektur und Template-Unterstützung

Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Zum Artikel