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Wer darf zuerst abfahren? Bei großen Eisenbahnunternehmen ist die Problemlösung zeitaufwendig.
Wer darf zuerst abfahren? Bei großen Eisenbahnunternehmen ist die Problemlösung zeitaufwendig. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Erste Forschungsergebnisse zeigen Weg zur Vereinfachung

Andererseits hat sich in der Entwicklung bereits eine Vereinfachung herausgestellt. Die Anzahl der zu gruppierenden Zuggarnituren ist geringer als angenommen. Einzelne Güterkorridore kämen mit zwei Gruppierungen aus, die unterschiedlich schnell über die Strecke kommen, sagte uns der Leiter Fahrplan und Kapazitätsmanagement, Michael Beck. Idealerweise werden Züge einer Gruppierung hintereinander positioniert. So müssen sie nicht überholen, Standzeiten eines zu überholenden Zuges werden verhindert.

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Schwierig wird es, wenn mehrere Gruppierungen notwendig sind. Mischverkehre, insbesondere mit der schnellen Fernbahn, sind zu vermeiden. Allerdings kann die DB Netz nicht alle nachts fahren lassen, wenn Schnellzüge nicht stören und die Trassen leer sind. Das heißt, es gibt dann neben den Güterzuggruppen auch Fernverkehrsgruppen auf den Gleisen. Auch auf Strecken mit Steigungen und vielen Kurven müssen Züge, die sich in der Ebene ähnlich verhalten, mitunter anders gruppiert werden. TAKT hat dafür mehrere unterschiedliche Geschwindigkeitsklassen, die als Fahrpläne vorkonstruiert werden und konfliktfreien Verkehr zum Ziel haben. Kunden buchen sich in der Zukunft selbst dort hinein, ohne dass es zu Konflikten zwischen langsamen und schnellen Zügen kommt.

Wie Züge gruppiert werden

Gruppiert wird nach Leistung des Zuges. Wichtige Eckwerte sind etwa das Sprintverhalten, die erreichbare Geschwindigkeit, die Anzahl der Halte, die Schwere des Zuges, das Lichtraumprofil und die technische Grundlage des antreibenden Fahrzeuges. Die Ansprüche für eine Dampflok sind beispielsweise andere als für eine Elektrolok. Und dabei ist es nicht nur der Fahrdraht, der einen Unterschied auf einer Strecke macht. Für Dampflokomotiven, die insbesondere für Eisenbahnromantiker und Pufferküsser noch regelmäßig Züge ziehen, müssen beispielsweise auch die Nebenbereiche der Gleise frei sein. Sonst löst so ein alter Zug durchaus mal einen Böschungsbrand aus.

Auf Regionalstrecken ist die Mischung mit Güterverkehr kein großes Problem, wie uns Beck sagte. Zwar sind Regionalzüge insbesondere in Triebwagenform sehr schnell und enorm sprintstark, etwa die neuen Bombardier-Talent-2-Züge, die sogar schneller anfahren als manch dedizierte S-Bahn. Doch die vielen Unterwegshalte eines Regios gleichen das wieder aus. Die Trittbretter müssen an den Bahnsteig gefahren werden, die Türen müssen sich öffnen, Fahrgäste steigen aus und ein, anschließend müssen die Türen wieder geschlossen und die Trittbretter wieder eingefahren werden. Genug Zeit für einen Güterzug, in seiner eigentlich langsameren Geschwindigkeit aufzuholen und so den durchschnittlichen Abstand zu halten.

Mit dem TAKT-Algorithmus sind aber nicht alle Probleme gelöst. Wie geht man zum Beispiel mit internationalem Verkehr um? Das weiß die DB Netz noch nicht. Im internationalen Personenverkehr, egal ob Regional- oder Fernverkehr, gilt: Die Pläne stehen vorzeitig fest, dank eines langen Vorlaufs besteht also kein Abspracheproblem. Im internationalen Güterverkehr fehlt aber immer noch die Abstimmung mit den anderen Netzbetreibern. Die müssten idealerweise ebenfalls ein derartiges System einsetzen und sich vernetzen.

Doch das wird sicher nicht jedes an die DB Netz angrenzende Bahnnetz schaffen. Deswegen bleiben Puffer-Bahnhöfe an Grenzen wohl erst einmal bestehen. Eine Fahrplankonstruktion reicht auch mit TAKT erst einmal nur bis zur Grenze des eigenen Netzes. Dort muss der Lokführer darauf hoffen, dass er einen dichten Anschlussfahrplan für das Nachbarland bekommt und keinen zu langen Zwangsaufenthalt hat. Auch das ist ein Problem, das Lkw-Flotten nicht haben.

 Deutsche Bahn will Güterkunden nicht an agile Lkw-Flotten verlieren

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Neuro-Chef 26. Jun 2015

Ich sehe eine Marktnische für Amphibien-Loks!

software... 24. Jun 2015

Ist das nicht eine Modelleisenbahn, die da auf dem Bild gezeigt wird? Quasi, ein Symbol...

TheAerouge 23. Jun 2015

TJa aber der schönste Fahrplan nützt auch nix, wenn man Kunden hat, die 10 Minuten in der...

Ronald McDonald 20. Jun 2015

(...aus der Reihe "Vom Aussterben bedrohte Sprichwörter")

ecv 20. Jun 2015

Mit genügend Vorlauf ist das schon koordiniert, nur mal eben nächsten Monat spontan mit...



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