Sunjammer Segeln durchs Weltall

Die Nasa plant für 2014 einen Test mit dem größten bis dato gebauten Sonnensegel. An Bord des Sonnenseglers wird sich die Asche von Gene Roddenberry und seiner Frau befinden.

Anzeige

Die meisten Raumschiffe fliegen mit einem Raketenantrieb. Es gibt aber auch eine andere Antriebsmöglichkeit: Segeln mit dem Sonnenwind. Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) plant, im kommenden Jahr das größte bisher gebaute Sonnensegel ins All zu schießen.

Sunjammer heißt das Projekt, an dem neben der Nasa auch die US-Wetter- und Ozeanographiebehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) beteiligt ist. Voraussichtlicher Starttermin ist Ende 2014. Dann soll das Sonnensegel an Bord einer Falcon 9, der Trägerrakete von SpaceX, ins All geschossen werden.

1.200 Quadratmeter Segelfläche

Das Segel besteht aus dem Kunststoff Kapton und wiegt etwa 32 Kilogramm. Für den Transport wird es zusammengelegt und hat laut Nasa dann in etwa die Größe einer Geschirrspülmaschine. Im Orbit wird es dann zu seiner vollen Größe von rund 1.200 Quadratmetern entfaltet. Damit wird Sunjammer das größte bisher gebaute Sonnensegel. Das Segel soll ein knapp 80 Kilogramm schweres Modul durch das All ziehen. Die Schubkraft beträgt 0,01 Newton.

Das Prinzip, nach dem Sunjammer funktioniert, ähnelt dem des Segelns auf dem Wasser: Auf der Erde sorgt der Wind, der auf das Segel trifft, für den Vortrieb. Der Wind im Weltraum besteht aus geladenen Teilchen, die die Sonne ins All aussendet. Angetrieben vom Sonnenwind soll ein Raumfahrzeug ohne Raketentriebwerk und ohne den dafür nötigen Treibstoff durch den Weltraum segeln.

Steuertest

Bei der Mission sollen verschiedene Operationen getestet werden, darunter das Entfalten des Segels, die Stabilität und die Steuerung des Raumfahrzeugs. Es soll den Lagrange Punkt L1 ansteuern und dort seine Position halten.

Geplant sei, dass Sunjammer seine Nutzlast rund 3 Millionen Kilometer weit in den Weltraum transportiere, sagte Nathan Barnes, stellvertretender Chef von L'Garde, dem auf Raumfahrtthemen spezialisierten US-Nachrichtenangebot Space.com. Das kalifornische Unternehmen baut das Segel im Auftrag der Nasa.

Satelliten absenken

Ein Sonnensegel kann laut L'Garde nicht nur als Antrieb für Raumsonden auf dem Weg ins Weltall eingesetzt werden. Damit könnten beispielsweise auch Satelliten ausgestattet werden - das Sonnensegel würde am Ende seiner Lebensdauer den Abstieg einleiten, damit der Satellit in der Erdatmosphäre verglüht und nicht als Weltraumschrott im Orbit herumfliegt.

Anfang 2011 hatte die Nasa eine erste Testmission mit einem kleineren Sonnensegel durchgeführt. Das Nanosail-D hatte allerdings nur eine Fläche von 9,30 Quadratmetern. Nach Ende der Mission verglühte Nanosail-D im September 2011 in der Erdatmosphäre. Die 2010 gestartete japanische Raumsonde Ikaros nutzt als erste Sonde überhaupt ein Sonnensegel als Antrieb. Das Segel ist 173 Quadratmeter groß.

Zwei Mal Science-Fiction

Der Name Sunjammer ist eine Referenz an Arthur C. Clarke: Der Science-Fiction-Autor beschrieb in der gleichnamigen Kurzgeschichte, die 1964 in der Märzausgabe der Zeitschrift Boys' Life erschien, eine Weltraumregatta von Fahrzeugen mit Sonnensegeln.

Der Sunjammer soll die Asche des 1991 verstorbenen Filmemachers Gene Roddenberry, dem Erfinder der Star-Trek-Filmreihe, und dessen 2008 verstorbener Frau Majel Barrett Roddenberry mit ins Weltall nehmen.


Neuro-Chef 12. Feb 2013

Mit Tachyonen im Segel geht dann sogar Warp bis nach Cardassia :D

yoyoyo 04. Feb 2013

-------------------------------------------------------------------------------- Nö. In...

Moe479 04. Feb 2013

30 jahre sind im galaktischem maßstab, also auch inter-solar (zwischen den sternen) ein...

Moe479 04. Feb 2013

man kann die gravitation auch als druck auf ein 'schwert' verstehen der dem sonnenwind...

Raistlin 04. Feb 2013

kt

Kommentieren



Anzeige

  1. Release- und Projekt-Manager mobile - international (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  2. Mitarbeiter/in im Bereich Informationstechnologie/IT Service
    Toho Tenax Europe GmbH, Heinsberg-Oberbruch und Wuppertal
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. Senior Consultant Reporting (m/w)
    b.telligent, München und Zürich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  2. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  3. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  4. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  5. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  6. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  7. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  8. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  9. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  10. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Robotik: Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern
Robotik
Humanoide lassen sich mit dem Gehirn steuern

Der Roboter Geminoid soll bald nur durch Gedanken bewegt werden. Aber bei den Experimenten im Labor von Hiroshi Ishiguro geht es um mehr: Ishiguro will zeigen, dass Brain-Computer-Interfaces besser funktionieren, wenn das gesteuerte Objekt humanoid ist.

  1. Human Robots Roboter, menschengleich

Radeon R9 295X2 im Test: AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile
Radeon R9 295X2 im Test
AMDs Wassermonster für 1.000-Watt-Netzteile

Hybridkühlung, 50 Ampere auf der 12-Volt-Schiene - AMDs neue Dual-GPU-Grafikkarte ist ein kompromissloses Monster. In gut ausgestatteten High-End-PCs läuft sie dennoch problemlos und recht leise, und das so schnell, dass auch 4K-Auflösung mit allen Details spielbar wird.

  1. Schenker XMG P724 17-Zoll-Notebook mit Grafikleistung einer GTX 780 Ti
  2. Eurocom M4 13,3-Zoll-Notebook mit 3.200 x 1.800 Pixeln und i7-4940MX
  3. Nvidia Maxwell Geforce GTX 750 und GTX 750 Ti im Februar

Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test: Groß, schwer, aber praktisch
Samsung Galaxy Note Pro 12.2 im Test
Groß, schwer, aber praktisch

Mit Stiftbedienung, viel Leistung und großem Display ist das Samsung Galaxy Note Pro 12.2 vor allem für den Business-Alltag entwickelt worden. Doch auch für Schüler und Studenten kann das Tablet interessant sein.

  1. Apple vs. Samsung 102 US-Dollar für die Autokorrektur
  2. Smartphones Die seltsame Demo des 30-Sekunden-Ladegeräts
  3. Apple vs. Samsung Apples Furcht vor großen Bildschirmen

    •  / 
    Zum Artikel