Studie: 6 Prozent der Familien mit suchtähnlicher Internetnutzung
Familienministerin Kristina Schröder (Bild: Thomas Peter/Reuters)

Studie 6 Prozent der Familien mit suchtähnlicher Internetnutzung

Gute Familienverhältnisse und frühe Medienerziehung helfen, allzu exzessiver Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Zu diesem Ergebnis kommt laut Familienministerin Kristina Schröder eine Studie der Universität Hamburg. Auf der Gamescom 2012 will sie eine Präventionskampagne vorstellen.

Anzeige

"Internet und Computer sind oft Kandidaten für Streit in der Familie", sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder über eine von ihrem Haus in Auftrag gegebene Studie der Universität Hamburg, die sie heute auf einer Veranstaltung in Berlin vorgestellt hat. "Eltern und Jugendliche haben oftmals andere Vorstellungen davon, wie lange der Computer laufen und man online sein sollte". Das führe bei Kindern und Jugendlichen leicht zu einer exzessiven Mediennutzung, bei der Schule und Freunde vernachlässigt werden. Ein gutes Klima in der Familie und eine möglichst frühe Medienerziehung helfen, das zu verhindern.

Für die Studie mit dem Titel Exzessive Internetnutzung in Familien (Exif) wurden Experteninterviews geführt, Gruppendiskussionen initiiert und eine repräsentative Erhebung realisiert, bei der bundesweit 1.744 14- bis 17-jährige Jugendliche und jeweils ein Elternteil befragt wurden. Dabei habe sich gezeigt, dass es von vielen Faktoren abhängt, ob die zeitliche Regulierung der Computer- und Internetnutzung zu einem Problem in der Familie wird: Als zentrale Prädiktoren hätten sich laut der Studie der Sozialstatus, die Geräteausstattung, die Medienerziehung, die elterliche Medienkompetenz sowie die Funktionalität der Familie herausgestellt.

"Ein allgemein belastetes Familienklima trägt offenbar dazu bei, dass sich die Jugendlichen hinter ihren Bildschirm zurückziehen", schreiben die Wissenschaftler. In rund sechs Prozent der Familien wiesen die Jugendlichen eine suchtähnliche Internetnutzung auf - aus der Perspektive der Eltern, der Jugendlichen selbst sowie aus der Perspektive der Suchtforschung. Solche Familien fänden "sich zwar in allen gesellschaftlichen Milieus, Familien aus schwächeren sozialen Schichten und Ein-Eltern-Familien sind allerdings in dieser Problemgruppe häufiger vertreten."

Es gebe allerdings auch Familien, in denen in erster Linie die - meist formal höher gebildeten - Eltern eine zeitlich ausufernde Computer- und Internetnutzung ihrer Jugendlichen beschreiben, ohne dass es tatsächlich Anhaltspunkte für eine pathologische Nutzung der Jugendlichen gibt - das sei in rund neun Prozent der Familien festgestellt worden.

Von den Familien werden verschiedene Versuche unternommen, die Situation zu verbessern; diese sind jedoch meist erfolglos. Hier deutet sich ein Bedarf an, den Eltern - aber auch professionellen Beratern - geeignete Mittel an die Hand zu geben, damit sich eine (vorübergehend) problematische Nutzung nicht verfestigt.

Das Bundesfamilienministerium unterstützt derzeit die Entwicklung einer Präventionskampagne, die jungen Heranwachsenden Kompetenzen für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit virtuellen Spielewelten vermittelt, um problematischen, exzessiven Spielgewohnheiten vorzubeugen. Eine Besonderheit der Kampagne: Sie wird von Jugendlichen für Jugendliche entwickelt und nimmt auch Unternehmen der Spieleindustrie in die Pflicht. Die Kampagne soll bei der Spielemesse Gamescom im August 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


SoniX 15. Mär 2012

Kalter Entzug *gg*

__destruct() 14. Mär 2012

Das kann man so nicht sagen. Herausfinden kann man es nur, wenn man versucht, sich mal 1...

theonlyone 14. Mär 2012

Krasse einzelfälle gibt es dann aber doch, die fixieren sich so extrem auf etwas, das es...

theonlyone 14. Mär 2012

Wenn wir alle 50 Zoll "Touch" Bildschirme haben muss man sich so viel Bewegen um...

redwolf 14. Mär 2012

In Deutschland wird es nie eine Revolution geben, weil niemand das Internet ausschaltet.

Kommentieren



Anzeige

  1. Software Support Specialist (m/w)
    Scheidt & Bachmann Service GmbH, Mönchengladbach
  2. R&D Project Manager (m/w)
    Advantest Europe GmbH, Amerang
  3. IT-Business Analyst (m/w)
    LS travel retail Deutschland GmbH, Wiesbaden
  4. Support Specialist IT (m/w)
    Scheidt & Bachmann GmbH, Mönchengladbach

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Amazon erwirtschaftet Verlust von 126 Millionen US-Dollar

  2. Apple verkraftet Ansturm nicht

    OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

  3. Erfundene Waren

    Ebay-Betrüger muss für 7 Jahre in Haft

  4. Uber und Wundercar

    Deutsche haben großes Interesse an Taxi-Alternativen

  5. Bundesnetzagentur

    In Deutschland sind weiter rund 30 Wimax-Anbieter aktiv

  6. Allview Viva H7

    7-Zoll-Tablet mit UMTS-Modem für 120 Euro

  7. Echtzeit-Überwachung

    BND prüft angeblich Einsatz von SAPs Hana-Datenbank

  8. Xiaomi

    Design des Mi4 von Apple "inspiriert"

  9. Terrorabwehr

    Kriterien für Aufnahme in US-Terrordatenbank enthüllt

  10. Open Name System

    DNS mit Namecoin-Blockchain



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel