Steam für Linux ausprobiert Beta mit vielen kleinen Fehlern

Seit wenigen Wochen ist Steam als geschlossene Beta für Linux verfügbar. Wir haben uns den Client und einige Spiele angesehen.

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Seitdem Valve die geschlossene Betaphase für Linux vor etwa einem Monat gestartet hat, ist die Zahl der zugelassenen Tester kontinuierlich ausgebaut worden.

Valve hat auch einen unserer Steam-Accounts ausgewählt und wir haben uns die Linux-Beta sowie drei Spiele näher angeschaut.

Nur für Ubuntu?

Offiziell unterstützt Valve mit dem bereitgestellten Deb-Paket von Steam nur die 32-Bit-Variante von Ubuntu 12.04 LTS. Aber auch die Installation auf einem 64-Bit-System verlief bei uns erfolgreich, vorausgesetzt, die notwendigen 32-Bit-Bibliotheken waren vorhanden. Das Softwarecenter bewältigt bei der Installation entsprechende Abhängigkeiten.

Neben Ubuntu wird Valve wohl auch einige andere Distributionen unterstützen. So haben Anwender Zugang zur Beta bekommen, die verschiedene Distributionen nutzen. Die Systemvoraussetzungen einiger Spiele im Store listen ebenfalls neben Ubuntu weitere Distributionen auf.

Gleich, aber anders

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Steam-Client unter Linux nicht von seinen Pendants für Windows oder Mac OS X. Sogar der erst vor kurzem eingeführte sogenannte Big-Picture-Mode kann genutzt werden. Beim Start aus der Unity-Oberfläche heraus wirkt dieser jedoch noch etwas träge.

Über einen kleinen Hack lässt sich der Big-Picture-Mode aber gleich bei der Anmeldung starten. Die Darstellung übernimmt dabei im Hintergrund die Fensterverwaltung Xfwm4. So wird der Linux-Rechner zur Valve-Konsole. Ob eine derartige Entwicklung die tatsächlichen Pläne von Valve für seine Konsole widerspiegeln könnte, entfachte in unserer Redaktion eine Diskussion mit weit auseinandergehenden Meinungen.

Nützliche Funktionen

Neben der Optik sind auch die Funktionen unter Linux nahezu identisch mit denen unter den anderen Systemen. So ist etwa sehr gut, dass es auch unter Linux die Möglichkeit gibt, die Steam Library Folders - die Ordner mit den Spieledaten - zu verschieben. Standardmäßig liegen diese Daten im Homeverzeichnis unter .local/share/Steam. Damit mehrere Nutzer nicht mehrmals die Spiele herunterladen müssen, sollte der Ort zu einem Punkt im Dateisystem geändert werden, auf den jeder Nutzer Zugriff hat, etwa /usr/local/ und die entsprechenden Zugriffsrechte geändert werden.

Offenbar existiert auch die Möglichkeit, dass Spiele zur Installation nicht vorhandener Bibliotheken aufrufen können. So forderte Steam uns beim ersten Start von Trine 2 dazu auf, OpenAL zu installieren. Dazu genügte die Eingabe des Root-Passworts in einem von Steam eigens geöffneten Shell-Fenster.

Proprietäre Treiber zum Spielen

Für das optimale Spielerlebnis empfiehlt Valve die aktuellen proprietären Treiber für Grafikkarten von Nvidia und AMD. Diese sind den freien Treibern in der Funktionalität weit überlegen. Probleme sind damit aber noch nicht ausgeschlossen.

So stürzte etwa Team Fortress 2 mehrmals beim Laden eines Levels unmittelbar vor Spielbeginn ab. Das ließ sich aber durch leichtes Verändern der Grafikeinstellungen beheben. Die von uns angespielten Trine 2 und Amnesia: The Dark Descent verursachten hingegen keine Probleme.

Viele kleine Fehler

Trotz des zunächst positiven Eindrucks ist Steam für Linux der Betastatus noch anzumerken. Neben mehreren Abstürzen konnten die Spiele auch nicht immer ordnungsgemäß beendet werden. Der Steam-Client versagte dann sein Beenden mit der Meldung, es liefen noch Spiele, obwohl das nicht der Fall war.

Mit dem Netzwerk scheint Steam ebenfalls nicht immer zu harmonieren. Wir konnten uns wenige Male nicht anmelden, obwohl eine Verbindung zum Internet bestand. Der Versuch, uns anzumelden, obwohl unser Account bereits auf einem anderen Rechner in Steam eingeloggt war, scheiterte ebenfalls ohne eine Nachricht auf beiden Rechnern.

Das Zusammenspiel mit Ubuntu ist ebenfalls fehleranfällig. So scheint der Window-Manager Compiz teils mit den vielen verschiedenen Steam-Fenstern überfordert. Der Wechsel aus einem Spiel im Vollbild auf den Desktop und zurück gelang uns zudem nicht immer. Auf einem unserer Linux-Rechner war auch das Xbox 360 Gamepad unbenutzbar, da es den Mauscursor rigoros nach links zog.

Der Linux-Manier folgend, schreiben die bisher zugelassenen Betatester auch stetig neue Bug-Reports in das Valve-Forum. Dennoch stimmt uns die Beta von Steam für Linux zuversichtlich. Es wird interessant sein zu sehen, wie Steam von Linux-Nutzern und Spielentwicklern angenommen wird.


shriker 19. Dez 2012

Da hat Valve sich aber was geniales ausgedacht mit Steam für Linux und der Steambox. So...

Ryuukun 17. Dez 2012

paranoia paranoia everybody's coming to get me

Missingno. 16. Dez 2012

Ja, steht bei mir genauso. Funktioniert eben nicht, also mecker ich weiter. ;-)

throgh 14. Dez 2012

Trügt mich der Eindruck oder ist das ein sehr rigider wie verärgerter Beitrag? Du weißt...

shazbot 13. Dez 2012

Zitat aus Wikipedia: "Ein Hack (englisch Hieb) ist in der Computersprache eine in der...

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