Spionage-Trojaner So konnte Flame Microsofts Updatefunktion missbrauchen

Flame konnte sich über Microsofts Updatefunktion verbreiten. Die Spezialisten von Symantec haben nun erklärt, wie die Angreifer vorgegangen sind, um das Updatesystem von Microsoft auszutricksen.

Anzeige

Symantec hat in einem Blogeintrag detailliert geschildert, wie der Spionage-Trojaner Flame vorgegangen ist, um sich über Microsofts Updatesystem zu verteilen. Die Flame-Macher haben sich dazu angeschaut, wie der Internet Explorer in lokalen Netzwerken nach Proxy-Servern sucht. Microsofts Browser tut dies beim Programmstart über das Web Proxy Auto-Discovery Protocol (WPAD).

Wenn der Browser dann eine Konfigurationsdatei für Proxy-Server (wpad.dat) findet, übernimmt er die Einstellungen. Diese müssen zum Domainnamen des Computers passen. Zur Ermittlung der IP-Adressen wird der DNS-Server befragt. Wenn dieser keine passenden Einträge hat, geht es weiter über Wins oder Netbios.

Snack gibt sich als WPAD-Server aus

Auf dem infizierten System wartet die Schadkomponente Snack auf solche Anfragen. Snack beantwortet die Netbios-Anfrage und gaukelt dem Browser vor, es handele sich um einen WPAD-Server, indem es eine präparierte wpad.dat versendet. In dieser Datei ist als Proxy-Server ein Computer der Angreifer aufgeführt, über den dann der gesamte Datenverkehr abgewickelt wird. Eine solche Attacke über Netbios ist nicht so unüblich und als Angriffsmöglichkeit bekannt. Sie ist in vielen Hackertools enthalten.

  • Flame-Verbreitung über Microsoft-Update (Quelle: Symantec)
Flame-Verbreitung über Microsoft-Update (Quelle: Symantec)

Über den zu Flame gehörenden Proxy-Server Munch laufen dann alle Internetzugriffe. Die meisten Abfragen leitet der Proxy-Server nur durch, damit der Attackierte von dem Angriff nichts bemerkt. Aber auch Abfragen zum Microsoft-Update laufen künftig über Munch, die dieser an die wiederum zu Flame gehörende Komponente Gadget umleitet. Diese wiederum täuscht gegenüber dem System vor, es gebe ein Update für die Gadget-Funktion in Windows, um das Opfer so dazu zu bringen, die Flame-Komponente Tumbler eigenhändig zu installieren.

Tumbler tarnt sich als Windows-Update

Tumbler wird als vertrauenswürdiges Update erkannt, weil es mit einem Microsoft-Zertifikat markiert ist. Auf diese gefälschten Zertifikate hat Microsoft erst kürzlich hingewiesen.

Selbst nach der Installation von Tumbler ist das System noch immer nicht mit Flame infiziert. Tumbler lädt Flame später vom Munch-Server herunter und installiert die Schadsoftware, ohne dass der Anwender davon etwas bemerkt. Vorher überprüft Tumbler noch, ob auf dem System Sicherheitsanwendungen installiert sind.

Nach dem Sicherheitsupdate von dieser Woche wegen der gefälschten Zertifikate will Microsoft auch die eigene Updateroutine besser absichern. Details dazu will Microsoft aber erst später verraten.


enteon 07. Jun 2012

Auf dem infizierten System wartet die Schadkomponente Snack auf solche Anfragen.

__destruct() 07. Jun 2012

kwT.

Vorsteher 06. Jun 2012

stimme ich zu. morgen steigen wir auf dein oder ein besseres OS um. bis später

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior System Architect (m/w)
    PAYBACK GmbH, Munich
  2. Ingenieur (m/w) Materialflusssimulation / Intralogistiksysteme
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)
  3. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt: SAP Applikation
    Unternehmensgruppe Theo Müller, Aretsried
  4. Senior Softwareentwickler (m/w) Java EE
    Faktor Zehn AG, München und Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. AMD-Vize Lisa Su

    Geringe Chancen für 20-Nanometer-GPUs von AMD für 2014

  2. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  3. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  4. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  5. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  6. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  7. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  8. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  9. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  10. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
IMHO - Heartbleed und die Folgen
TLS entrümpeln

Die Spezifikation der TLS-Verschlüsselung ist ein Gemischtwarenladen aus exotischen Algorithmen und nie benötigten Erweiterungen. Es ist Zeit für eine große Entrümpelungsaktion.

  1. Revocation Zurückziehen von Zertifikaten bringt wenig
  2. TLS-Bibliotheken Fehler finden mit fehlerhaften Zertifikaten
  3. Verschlüsselung E-Mail nur noch mit TLS

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

    •  / 
    Zum Artikel