Abo
  • Services:
Anzeige
Der Streit um die Netzneutralität tritt in die entscheidende Phase.
Der Streit um die Netzneutralität tritt in die entscheidende Phase. (Bild: Digitale Gesellschaft/Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Spezialdienste vs. Netzneutralität: Freie Fahrt für ein Phantom

Der Streit um die Netzneutralität tritt in die entscheidende Phase.
Der Streit um die Netzneutralität tritt in die entscheidende Phase. (Bild: Digitale Gesellschaft/Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Brauchen wir eine Überholspur im Netz oder reicht ein Daten-Blaulicht für Notdienste? Die Debatte über die Netzneutralität krankt noch immer daran, dass niemand weiß, worüber eigentlich diskutiert wird.

Was ist der Unterschied zwischen Geheimdiensten und Spezialdiensten? Von den Geheimdiensten wissen wir wenigstens, dass es sie gibt. Die Spezialdienste im Internet, von denen sich die Bundesregierung viele Innovationen verspricht und dafür die Netzneutralität opfern will, erinnern hingegen an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Das neue Kleid des Internets soll tolle Anwendungen ermöglichen und in eine noch schönere Digitalwelt führen. Aber es ist nirgendwo zu sehen, und die Frage stellt sich, wer wen mit diesen bislang unsichtbaren Kleidern an der Nase herumführt.

Anzeige

Eines steht fest: Die Europäische Union könnte noch in diesem Jahr in ihrer Verordnung zum digitalen Binnenmarkt beschließen, wie Spezialdienste definiert werden und wann sie als Ergänzung des normalen Internets erlaubt sind. Dazu hat die Bundesregierung Anfang Dezember 2014 einen Kompromissvorschlag vorgelegt, mit dem sie in die Verhandlungen mit den übrigen 27 Mitgliedstaaten gehen will. Wenn diese sich auf eine gemeinsame Position geeinigt haben, können endlich die sogenannten Trilogverhandlungen mit EU-Parlament und EU-Kommission beginnen. Das EU-Parlament hatte bereits im April 2014 für eine starke Verankerung der Netzneutralität in der Verordnung gestimmt.

Debatte im luftleeren Raum

Aber was sind das eigentlich für Spezialdienste und wie wirken sie sich auf die Nutzung des normalen Internets aus? Handelt es sich dabei womöglich nur um eine Mogelpackung, mit der beliebte Dienste unter einem anderen Etikett für teures Geld verkauft werden sollen? "Das Problem an der Debatte ist, dass wir sie im luftleeren Raum führen. Sowohl im Hinblick auf die Frage, welche Dienste das sind, als auch im Hinblick auf die Frage, ob die Gefahren, die da diskutiert werden, sich tatsächlich realisieren", sagt Thomas Fetzer, Professor für Regulierungsrecht an der Universität Mannheim, im Gespräch mit Golem.de.

Der Grünen-Netzpolitiker Jan Philipp Albrecht hält auf Anfrage von Golem.de den Vorschlag der Bundesregierung derzeit auf EU-Ebene noch nicht für kompromissfähig. Seiner Ansicht nach liegt der Knackpunkt darin, "ob die spezialisierten Dienste auf Kosten des freien Netzes oder offenen Netzes möglich sind oder nicht".

Vorschläge fast wortgleich

Wenn man sich die Vorschläge genauer ansieht, lassen sich Unterschiede zwischen der Position des EU-Parlaments und der Bundesregierung nur mit der Lupe finden. So fordert das Parlament, dass Spezialdienste nur angeboten werden dürfen, "wenn die Netzwerkkapazitäten ausreichen, um sie zusätzlich zu Internetzugangsdiensten bereitzustellen, und sie die Verfügbarkeit oder Qualität der Internetzugangsdienste nicht beeinträchtigen". Der deutsche Vorschlag lautet: Sofern solche Spezialdienste "parallel zu Internetzugangsdiensten übertragen werden, müssen die Netzwerkkapazitäten ausreichen, damit die Verfügbarkeit und Qualität von Internetzugangsdiensten nicht beeinträchtigt wird".

Um Benachteiligungen zu verhindern, verlangt das Parlament: "Anbieter von Internetzugang für Endnutzer diskriminieren nicht zwischen funktional gleichwertigen Diensten oder Anwendungen." Dem Vorschlag der deutschen Regierung zufolge dürfen Anbieter von öffentlichen elektronischen Kommunikationsdiensten "nicht zwischen bestimmten Inhalten oder funktional gleichwertigen Anwendungen oder Diensten diskriminieren". Nach Ansicht Fetzers lässt sich ohnehin nicht wissenschaftlich darlegen, wie es nach Einführung von Spezialdiensten zu einer Verengung beim offenen Internet kommen soll.

Mobilfunk vor allem bedroht 

eye home zur Startseite
Ach 24. Jan 2015

Ne Art digitales Kartellgesetz, interessant.

Ach 24. Jan 2015

Politiker welche für die Spezialdienste eintreten werden erst mal unheimlich freundlich...

robinx999 23. Jan 2015

Tja das ist halt das Problem es gibt keine Definition von Spezialdiensten. Es könnten die...

ElfeGER 23. Jan 2015

Das kommt wohl daher, dass man kaum andere Vergleichsmöglichkeiten hat, den...

Trockenobst 23. Jan 2015

Das wäre nur dann Diskriminierung, wenn Youtube nicht geht weil Spotify geht. So ist es...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. TOMRA SYSTEMS GmbH, Langenfeld
  2. über Ratbacher GmbH, Raum Frankfurt am Main
  3. über Hanseatisches Personalkontor Berlin, Berlin
  4. über Ratbacher GmbH, Raum Berlin (Home-Office möglich)


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Django, Elysium, The Equalizer, White House Down, Ghostbusters 2)
  2. (u. a. Der Hobbit 3 für 9,99€ u. Predator für 12,49€)
  3. (u. a. Der Marsianer, The Hateful 8, Interstellar, Django Unchained, London Has Fallen, Olympus Has...

Folgen Sie uns
       


  1. Privatsphäre

    Verschlüsselter E-Mail-Dienst Lavabit kommt wieder

  2. Potus

    Donald Trump übernimmt präsidiales Twitter-Konto

  3. Funkchips

    Apple klagt gegen Qualcomm

  4. Die Woche im Video

    B/ow the Wh:st/e!

  5. Verbraucherzentrale

    O2-Datenautomatik dürfte vor Bundesgerichtshof gehen

  6. TLS-Zertifikate

    Symantec verpeilt es schon wieder

  7. Werbung

    Vodafone will mit DVB-T-Abschaltung einschüchtern

  8. Zaber Sentry

    Mini-ITX-Gehäuse mit 7 Litern Volumen und für 30-cm-Karten

  9. Weltraumteleskop

    Erosita soll Hinweise auf Dunkle Energie finden

  10. Anonymität

    Protonmail ist als Hidden-Service verfügbar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Autonomes Fahren: Laserscanner für den Massenmarkt kommen
Autonomes Fahren
Laserscanner für den Massenmarkt kommen
  1. BMW Autonome Autos sollen mehr miteinander quatschen
  2. Nissan Leaf Autonome Elektroautos rollen ab Februar auf Londons Straßen
  3. Autonomes Fahren Neodriven fährt autonom wie Geohot

Halo Wars 2 angespielt: Mit dem Warthog an die Strategiespielfront
Halo Wars 2 angespielt
Mit dem Warthog an die Strategiespielfront

Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
  1. Online-Einkauf Amazon startet virtuelle Dash-Buttons

  1. Re: Wer mietet denn eine PS4?

    Flipperkugel | 14:21

  2. Re: Manipulative Bildauswahl

    FattyPatty | 14:20

  3. Re: Zerstörte EMails wieder herstellen.

    emdotjay | 14:20

  4. Funktioniert bei mir nicht

    spyro2000 | 14:19

  5. Re: 40% - in den USA!

    quineloe | 14:17


  1. 14:09

  2. 12:44

  3. 11:21

  4. 09:02

  5. 19:03

  6. 18:45

  7. 18:27

  8. 18:12


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel