Cloudflare hat einen massiven DDoS-Angriff auf Spamhaus aufgefangen.
Cloudflare hat einen massiven DDoS-Angriff auf Spamhaus aufgefangen. (Bild: Cloudflare)

Spamhaus DDoS-Angriff mit Anycast abgewehrt

Einen massiven DDoS-Angriff auf das Spamhaus-Projekt hat Cloudflare mit Hilfe von Anycast abgewehrt. Die Umverteilung der DNS-Anfragen soll jedoch Dienste wie Netflix beeinträchtigt haben. Grund des Angriffs war das Blacklisting des Webhosters Cyberbunker durch Spamhaus.

Anzeige

Mit 75 GBit pro Sekunde haben Unbekannte die Server des schweizerischen Spamhaus-Projekts angegriffen. Spamhaus bat daraufhin Cloudflare um Hilfe, den Anbieter eines Content Delivery Networks. Dieser leitete die Anfrageflut mit Anycast an Dutzende anderer Server weiter, um sie großflächig zu verteilen. Das soll für einen zeitweiligen Ausfall zahlreicher Internetdienste gesorgt haben, darunter Netflix. Spamhaus hatte kurz zuvor den niederländischen Webhoster Cyberbunker auf seine schwarze Liste der Spamanbieter gesetzt. Der Angriff verhinderte nicht das Verteilten aktueller schwarzer Listen durch Spamhaus.

Der Cyberbunker-Befürworter und Internetaktivist Sven Olaf Kamphuis bekannte sich als Sprecher einer namentlich nicht benannten Gruppe zu dem Angriff. Niemand habe Spamhaus beauftragt zu bestimmen, was im Internet verteilt werden dürfe und was nicht, sagte Kamphuis der New York Times. Cyberbunker brüstet sich damit, jeglichen Content zu hosten "außer kinderpornografischen und terroristischen Inhalt."

Angriff mit 75 Gbps

Laut einem Blogeintrag bei Cloudflare handelte es sich um einen Layer-3-DDoS-Angriff, welche jüngst über 100 Gbps erreicht haben. Der Angriff auf die Spamhaus-Server kam Cloudflare zufolge zeitweilig auf 75 Gbps. Layer-3-Angriffe werden meist durch professionell aufgezogene Botnetze ausgeführt. Dabei können die Angreifer mit vergleichsweise wenigen Angriffsrechnern und kleinen Pakten eine große Angriffswelle starten.

Wie Cloudflare erklärt, müssen die ersten Pakete nur 36 Byte groß sein. Darin wird die IP-Adresse von Spamhaus eingetragen (Spoofing) und eine Anfrage für eine Zonendatei an offene DNS-Server im Internet gestartet. Diese senden eine 3.000 Byte große Antwort an die Spamhaus-Server zurück, die damit überflutet werden.

Cloudfare kontert mit Anycast

Cloudflare setzte daraufhin Anycast ein, das seine IP-Adressen über 23 Datencenter mit Dutzenden Servern in 14 Ländern weltweit verteilte. Dort wurden die Anfragen ausgefiltert und nur diejenigen an Spamhaus weitergeleitet, die als legitim eingestuft wurden. Gleichzeitig wurde damit auch eine zweite Angriffswelle mit präparierten ACK-Paketen abgewendet.

Die Umleitung führte aber dazu, dass andere Webseiten zeitweilig nicht zu erreichen waren. Laut der New York Times soll auch der Video-on-Demand-Dienst Netflix davon betroffen gewesen sein.

Wenig erfolgreicher Angriff

Das zeitnahe Verteilen schwarzer Listen mit bekannten Spamanbietern durch Spamhaus konnte der Angriff aber nicht verhindern. Diese werden ironischerweise ebenfalls über DNS-Server verteilt.

Laut Cloudflare können solche Angriffe nur durch das Schließen offener DNS-Server verhindert werden.

Cloudflare kämpfte jüngst selbst mit Problemen. Ein Update seiner Filterregeln führte Anfang März dazu, dass rund 785.00 Webseiten für etwa eine Stunde nicht erreichbar waren.


Mingfu 28. Mär 2013

Nur zum Teil richtig. Gerade Länder wie Deutschland, die Netzsperren gern über die DNS...

altavista 28. Mär 2013

genau - und loeschen wenn es illegal ist ...???? wie z.b. kleine hackerprogrammchen wie...

fuzzy 28. Mär 2013

http://en.wikipedia.org/wiki/DNSBL Hier steht alles dazu. Zusammenfassung: DNS wird...

Thargoid 28. Mär 2013

jepp

Kaiser Ming 28. Mär 2013

(naja genaugenommen nie ;) all hosting ist ein 2 schneidiges Schwert spamblocken ist ein...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler/-in
    Robert Bosch GmbH, Abstatt
  2. Entwicklungsingenieur (m/w) Software Fahrwerkselektronik
    Continental AG, Nürnberg
  3. Consultant Daten- und Prozessmanagement im Energiehandel (m/w)
    Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe
  4. SAP-Basis-Administrator (m/w)
    Neoperl GmbH, Müllheim (zwischen Freiburg und Basel)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bewegungsprofile

    Dobrindt wegen "Verkehrs-Vorratsdatenspeicherung" kritisiert

  2. Anonymisierung

    Facebook ist im Tor-Netzwerk erreichbar

  3. Spielekonsole

    Neuer 20-nm-Chip für sparsamere Xbox One ist fertig

  4. Günther Oettinger

    EU-Digitalkommissar will Urheberrechtssteuer für alle

  5. Ruhemodus

    Noch ein Bug in Firmware 2.0 der Playstation 4

  6. VDSL2-Nachfolgestandard

    Telekom-Konkurrenten starten G.fast-Praxistest

  7. Ego-Shooter

    Bethesda hat Prey 2 eingestellt

  8. Keine Bußgelder

    Sicherheitslücken bleiben ohne Strafen

  9. Kinox.to

    GVU will Bitshare und Freakshare offline nehmen lassen

  10. Bungie

    Destiny und der Gesundheitsbalken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Moore's Law: Totgesagte schrumpfen länger
Moore's Law
Totgesagte schrumpfen länger

OS X Yosemite im Test: Continuity macht den Mac zum iPhone-Helfer
OS X Yosemite im Test
Continuity macht den Mac zum iPhone-Helfer
  1. OS X 10.10 Yosemite ist da
  2. Betriebssystem Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10
  3. Apple OS X Yosemite - die zweite öffentliche Beta ist da

Samsung Galaxy Note 4 im Test: Ausdauerndes Riesen-Smartphone mit Top-Hardware
Samsung Galaxy Note 4 im Test
Ausdauerndes Riesen-Smartphone mit Top-Hardware
  1. Galaxy Note 4 4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat
  2. Samsung Galaxy Note 4 wird teurer und kommt früher
  3. Gapgate Spalt im Samsung Galaxy Note 4 ist gewollt

    •  / 
    Zum Artikel